Polizei im Dauereinsatz

Mannheim: Polizei sprengt Corona-Partys – und muss so einiges ertragen

Mannheim - Einsätze gegen Corona-Partys gehören mittlerweile zum Wochenend-Alltag der Polizei: Pöbeleien und hemmungslose Gewalt gegen Beamte inklusive. 

  • Mannheim: Polizei beendet eine Corona-Party in einer Privatwohnung.
  • Die Regeln zur Kontakteinschränkung aus der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg werden eindeutig missachtet.
  • Von Einsicht keine Spur: Die Polizisten werden beleidigt und angegriffen.

Update vom 21. November: Die Wochenenden in der Lockdown-Phase sind Coronaparty-Zeit – sehr zum Nachteil der Bemühungen das Coronavirus einzudämmen und zum Ärger der Polizei. In der Nacht auf Samstag ist es dann wieder soweit: Mehrmals müssen Polizeibeamte ausrücken, um illegale Feiern zu sprengen. So auch Beamte des Polizeireviers Mannheim-Sandhofen nachdem sie zuvor auf eine Feier mehrerer Personen im Apenrader Weg hingewiesen worden sind. Dort überprüfen die Polizisten gegen 19:30 Uhr eine Wohnung im Stadtteil Mannheim-Schönau. In der gerade einmal 50 Quadratmeter großen Unterkunft feiern zu diesem Zeitpunkt 23 Personen den Geburtstag des Gastgebers. Doch damit nicht genug: An anderer Stelle setzte sich die Unvernunft der Feierwütigen fort:

Mannheim: Polizei sprengt Corona-Party in den Quadraten

Gegen 23:15 Uhr werden Beamte des Polizeireviers Mannheim-Innenstadt auf eine Corona-Party im Quadrat U1 aufmerksam – überlaute Musik und grölende Stimmen haben die Feiernden zuvor verraten. Beim Eintreffen der Polizisten gesteht die Gastgeberin bereits an der Tür ihren Fehler ein und gewährt den Beamten Zutritt in ihre Wohnung.

Demgegenüber sollen sich die übrigen 18 Party-Gäste alles andere als einsichtig gezeigt haben. Insgesamt 15 verbarrikadieren sich in einem einzigen Zimmer; drei weitere verstecken sich auf dem Balkon und hinter einer Tür. Laut Angaben der Polizei kann die aggressive Stimmung der Gäste gegenüber den polizeilichen Maßnahmen nur durch „deeskalierendes Einschreiten der Uniformierten beruhigt werden“.

Obgleich sich die Corona-Neuinfektionen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau bewegen, zeigen sich auch auf weiteren Corona-Partysdie Gastgeber aber auch die Gäste den polizeilichen Maßnahmen gegenüber wenig aufgeschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mannheim – so auch auf einer Corona-Party in Heidelberg.

Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums auf die derzeit geltenden Regeln: „Treffen oder Feiern im privaten oder öffentlichen Raum sind nur erlaubt, wenn“:

  • Personen aus maximal zwei Haushalten stammen,
  • oder wenn diese in gerader Linie miteinander verwandt sind.
  • In allen Fällen gilt: höchstens zehn Personen.

Mannheim: Polizei sprengt Corona-Party – Einsatz eskaliert völlig

Erstmeldung vom 16. November: Obwohl es bisher keine offiziellen Statistiken zur Häufigkeit von sogenannten „Corona-Partys“ gibt, ereignen sich privaten Feiern in der zweiten Lockdown-Phase erwartungsgemäß immer öfter. Zuletzt kritisiert Andreas Stenger, Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim, die Verstöße gegen die Corona-Verordnung scharf: „Verantwortungsgefühl, Sensibilität oder Gefahrenbewusstsein mit Blick auf die hohen Infektionsrisiken haben dabei für die Partygesellschaft offensichtlich ebenso wenig Relevanz, wie die Einhaltung der Corona-Regeln“, so der Polizeipräsident nach der Horror-Bilanz zu Halloween in Mannheim. Während die Frustration der jungen Mannheimer zum Teil nachvollziehbar ist, kann man über das gewalttätige Verhalten einiger Partywütigen nur noch den Kopf schütteln – das gilt vor allem für einen Fall vom Wochenende auf dem Lindenhof.

Mannheim: Polizei sprengt Corona-Party in Wohnung auf dem Lindenhof

Am frühen Sonntagmorgen (15. November) werden Polizeibeamte des Reviers in Mannheim-Neckarau wegen einer Ruhestörung in die Haardtstraße gerufen. Als die Polizisten kurz vor 3 Uhr Morgens vor Ort eintreffen, nehmen sie sofort überlaute Musik aus der Wohnung wahr. Zudem können sie vor der Tür stehend auch hektische Zurufe und Bewegungen hören.

Mannheim-Lindenhof: Corona-Party in Wohnung aufgelöst – Beamte angegriffen und beleidigt (Fotomontage).

Nachdem die 20-jährige Mieterin die Beamten in die Wohnung lässt, stellen die Uniformierten sieben weitere Personen aus unterschiedlichen Haushalten fest. Diese haben sich zuvor in verschiedenen Räumen der Wohnung versteckt. Allesamt werden daraufhin aufgefordert die Wohnung verlassen und haben wegen des Verstoßes gegen die geltende Corona-Verordnung eine Anzeige erhalten.

Zu allem Überfluss beleidigt die Gastgeberin die Beamten während der Personalienaufnahme. Aber damit nicht genug! Die uneinsichtige Mieterin tritt die Wohnungstür zu und verletzt so eine Polizistin leicht.

Für die Gastgeberin bedeutet das im Klartext: Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

Mannheim: Polizistin wird bei Einsatz gegen Corona-Party verletzt

Doch auch damit endet der nächtliche Einsatz der Beamten nicht, denn plötzlich kommt ein weiterer Coronaparty-Gast hervor, der sich bis dahin hinter einem Bett versteckt hat.

Dieser zeigt sich nicht minder aggressiv und versucht die Feststellung seiner Personalien gewalttätig zu verhindern: Er schlägt, tritt und beißt die Beamten, die dabei teilweise verletzt werden.

Nach der Festnahme werden der 21-jährige Beißer und die Coronaparty-Anführerin in das Polizeirevier Mannheim-Neckarau gebracht. Eine Beamtin muss anschließend sogar im Krankenhaus an der Hand behandelt werden und kann den Dienst nicht fortsetzen. (esk/pol)

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