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Mannheim: Weiter höchste Inzidenz im Land – jüngster Intensiv-Patient ist 39

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Von: Florian Römer

Nächtlicher Blick auf den Wasserturm in Mannheim (Symbolfoto).
Mannheim hat aktuell die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg (Symbolfoto). © dpa/Uwe Anspach

Mannheim - Seit einigen Tagen hat die Quadratestadt die höchste Inzidenz im Land. Inzwischen sind auch die Patienten auf den Intensivstationen viel jünger. Was der Impfstatus damit zu tun hat:

Ab Ende Juli zeigt die Kurve in Mannheim wieder steil nach oben. Seit Tagen hat die Quadratestadt in Sachen 7-Tage-Inzidenz einen Spitzenplatz inne, über den sich die Verantwortlichen nicht sehr freuen: Am Mittwoch (8. September) lag die Inzidenz bei 145,3 ‒ obwohl der Wert im Vergleich zum Vortag gesunken ist, hat Mannheim weiter die höchste Inzidenz in Baden-Württemberg. 55 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldete das Gesundheitsamt der Stadt am Mittwoch. In den kommenden Tagen und Wochen wird es wohl zu mehr Ansteckungen im Stadtgebiet kommen, glaubt Gesundheitsamts-Chef Peter Schäfer.

Mannheim: Faktor Reiserückkehrer ‒ Ähnlich hohe Inzidenz wie Nachbarstädte

Wie der „Mannheimer Morgen“ berichtet, spielen Reiserückkehrer beim Anstieg der Corona-Zahlen in Mannheim zwar eine Rolle ‒ die „alleinige Ursache“ seien sie laut Schäfer allerdings nicht: „Auch hier bei uns gibt es viele Kontakte, zum Beispiel im Privatbereich oder in Betrieben ‒ an denen dann aber wiederum natürlich auch Reiserückkehrer beteiligt sein können“, so Schäfer gegenüber dem „MM“. Von den etwa 30 Clustern im Stadtgebiet seien 13 auf Reiserückkehrer zurück zu führen, heißt es. Immerhin sechs Ausbrüche mit mindestens zwei Ansteckungen in räumlichem und zeitlichem Kontext habe es indes in Betrieben gegeben.

StadtMannheim
Fläche145 km²
Einwohnerzahl309.370 (2019; Eurostat)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Im Landesvergleich sei die Inzidenz in Mannheim zwar hoch, dennoch müsse man die Zahlen auch in den regionalen Kontext setzen: „In der Metropolregion allerdings liegen wir auf einem ähnlichen Niveau wie unsere Nachbarn“, sagte Schäfer. in Ludwigshafen liegt die Inzidenz aktuell bei 188,7, in Speyer bei 128,6, in Frankenthal bei 104,6. Mit 111,4 liegt auch der benachbarte Kreis Bergstraße über dem Wert von 100. Bei der vergleichsweise hohen Inzidenz könnte laut Schäfer aber auch eine Rolle spielen, dass in Mannheim viele Corona-Tests durchgeführt werden. Im Vergleich zu Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis (90 Tests/100.000 Einwohner) liege die Testquote in Mannheim deutlich höher (144 Tests/100.000 Einwohner).

Mannheim: Ungeimpfte als Pandemie-Treiber ‒ Intensivpatienten immer jünger

Eine wichtige Erkenntnis der vergangenen Wochen: Die Corona-Pandemie spielt sich zunehmend unter Ungeimpften ab. Das Landesgesundheitsamt meldete am Montag für Baden-Württemberg eine Inzidenz von 92,7. Vollständig Geimpfte infizieren sich inzwischen aber nur noch zu einem geringen Prozentsatz. Unter vollständig Geimpften liegt die 7-Tage-Inzidenz im Land nach aktuellen Berechnungen bei 17,6. Mit 207,5 ist die Inzidenz bei Ungeimpften oder nicht vollständig Geimpften indes über zehn Mal so hoch.

Dieses Bild spiegelt sich derweil auch in den Intensivstationen wider: Laut Daten des Divi-Intensivregisters (Stand: 9. September) werden landesweit 171 Covid-19-Fälle intensivmedizinisch behandelt, 80 von ihnen müssen invasiv beatmet werden. Die meisten Intensivpatienten (95 %) sind un- oder nur teilweise geimpft und im Vergleich zu den vorangegangenen Corona-Wellen jünger.

Mannheim: Jüngster Patient auf Intensiv-Station ist 39 Jahre

Auch in den Mannheimer Krankenhäusern bildet sich der Trend ab: Alle Patienten auf den Corona-Intensivstationen sind unter 60 Jahre alt, erklärt der Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums Mannheim, Prof. Hans-Jürgen Hennes. Der „derzeit jüngste Patient ist 39 Jahre, der älteste 59 Jahre alt“. Fast alle der acht Intensivpatienten in Mannheim seien ungeimpft.

Sollte die Zahl der Intensivpatienten in Baden-Württemberg 200 oder 250 überschreiten, will die Landesregierung gegensteuern. Im Raum stehen etwa Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Die neue Corona-Verordnung könnte am 13. September in Kraft treten, hieß es aus Stuttgart. Dann könnte der Zugang zu Restaurants, Bars oder Theatern nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen. Selbst ein negativer Corona-Test wäre für Menschen mit einer Impfempfehlung dann keine Einlassgarantie mehr. (rmx)

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