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BUGA23: Mannheim baut besonderen Turm ‒ „Top-Quartier“ für Fledermäuse

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Von: Marten Kopf

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Fledermausturm
Fledermausturm © BUGA 23

Mannheim – Rechtzeitig zur Bundesgartenschau beschäftigt man sich in Mannheim mit dem Artenschutz. In der Feudenheimer Au entsteht jetzt ein außergewöhnliches Quartier für Fledermäuse:

Fledermäuse üben eine eigenartige Faszination auf uns aus. Vielleicht, weil wir sie mit Vampiren verbinden, wer weiß? Weltweit sind rund 1.000 Fledermausarten bekannt. In Deutschland leben nur wenige davon, 25 sind es etwa, schätzt der Deutsche Naturschutzbund. Das „Braune Langohr“ beispielsweise oder die „Große Hufeisennase“. Namen, so goldig wie die kleinen Tierchen, die sie bezeichnen – und die schon sehr bald verschwinden könnten. Denn einige Arten sind hierzulande akut vom Aussterben bedroht.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl320.010 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz

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Fledermaustürme bei BUGA23 in Mannheim: „Top-Quartier“

Um dem entgegenzuwirken, setzt man in Mannheim auf Aktion. Im Rahmen der für 2023 geplanten Bundesgartenschau werden am Dienstag (9. November) in der Feudenheimer Au zwei eigene „Wohneinheiten“ für die scheuen Tierchen installiert. „Bat Habitecture“ lautet der Fachausdruck für die 7,21 Meter hohen Türme, die gleichzeitig ein Habitat für Fledermäuse als auch ein architektonisches Glanzstück sind. Und die braucht es, denn „einige der in Südwestdeutschland heimischen Arten, wie Zwerg-, Mücken- und Rauhautfledermaus oder auch der Große Abendsegler, bevorzugen Spaltenquartiere an Gebäuden und Bäumen. Weil jedoch Dachböden häufig ausgebaut werden und Häuser gedämmt, finden Fledermäuse immer weniger Spalten und Ritzen in Gebäuden, die ihnen als Unterschlupf dienen können“, erläutert Dr. Andreas Arnold, Fledermaus-Sachverständiger.

Bundesgartenschau - Fledermaus-Turm
Ein Fledermaus-Turm wird auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Position gebracht © dpa/Uwe Anspach

„Mit diesem besonderen Turm bieten wir den Fledermäusen direkt auf einer Insel im Augewässer ein Top-Quartier“, ergänzt Franziska Leyer, zuständige Projektleiterin der BUGA23 in der Abteilung Freiraum/Ausstellungskonzeption. „Bisher noch wenig bekannt ist der Rückgang der Anzahl der Fledermäuse sowie der Artenvielfalt. Die Gründe für die Rückgänge sind vielfältig und schließen beispielsweise auch den Verlust von geeigneten Quartieren für die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere ein.“ Dem wolle man mit dem Turm entgegentreten.

Mannheim: Fledermaustürme für den Artenschutz

Entworfen wurde der Turm übrigens von Studierenden der Technischen Universität Braunschweig am Institut für Landschaftsarchitektur. Ihr Entwurf erinnert an einen ausgehöhlten Baumstamm. Darin ermöglichen nach oben hin fächerartig zusammenlaufende Lamellen den für die Fledermäuse wichtigen Bauch-Rückenkontakt. Hier kommt der Turm zum Einsatz: Er steht in der Feudenheimer Au und soll eine Anlaufstelle für die Tiere bieten. Denn in seinem Inneren sind rund 30 ganz unterschiedlich geformte Bretter derart aufgefächert eingebaut, dass zwei getrennte Spaltenquartiere entstehen, die verschiedenen Fledermausarten Heimstatt sein können.

„Der Turm für die BUGA 23 ist der erste seiner Art, der realisiert wird“, erklärt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA 23 GmbH. „Dass Fledermäuse gerade in Städten immer weniger Lebensraum finden, ist ein Problem, dem wir mit diesem imposanten Turm entgegenwirken möchten.“ Insgesamt werden zwei solcher Türme aufgestellt. Ein zweiter wird nächstes Jahr im Süden der Feudenheimer Au platziert. Die beiden Fledermaustürme stellen Ausgleichsmaßnahmen dar für die Radschnellverbindung und das Augewässer. Dort haben im Vorfeld mehrfach Fledermauskartierungen stattgefunden. Mit Hilfe der „Bat Habitecture“ werden den nachgewiesenen Arten zusätzliche Habitate zur Verfügung gestellt. (PM/mko)

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