Mit 47 Millionen Euro

„Dieselfahrverbot soll verhindert werden“: Bund fördert Mannheims ÖPNV-Maßnahmen

+
Bund sagt Mannheim 47 Millionen Euro Fördermittel zu (Archivfoto)

Mannheim - Damit die Stadt noch mehr für die Umwelt und die Vermeidung von Stickstoffdioxiden machen kann, sagt der Bund am Freitag Fördermittel von mehreren Millionen Euro zu:

Nun steht es sicher fest: Der Bund hat am Freitag (29. Juni) in Berlin der Stadt Mannheim Fördermittel in Höhe von 47 Millionen Euro zusagt. Diese sollen vor allem in den ÖPNV fließen. Mit den Fördergeldern – an denen der Bund somit zu 95 Prozent beteiligt ist – soll Mannheim in seiner Funktion als Modellstadt Maßnahmen zur kurzfristigen und effektiven Reduzierung von Stickstoffdioxiden umsetzen.  

Diese Maßnahmen sind in Planung

  • Eine Kampagne für das Luftstreckenticket
  • Den sogenannten e-Tarif, der nur die tatsächlich zurückgelegte Strecke berechnet
  • Ein vergünstigter Einzelfahrschein als sogenanntes „Green-City-Ticket“
  • Ein Jobticket-Angebot für den Einzelhandel in der Innenstadt 
  • Die Anschaffung von Bussen auf der Linie 50 finanziert werden, um so Taktung und Pünktlichkeit zu optimieren. (Hinweis: Die Linie 50 ist die längste Linie in Mannheim, sie verbindet von Nord nach Süd große Arbeitgeber und Gewerbegebiete mit Stadt und S-Bahn-Haltepunkten.)
  • Vorschlägen für eine Verbesserung des Lieferverkehrs in der Mannheimer Innenstadt. 

Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Maßnahmen Anreize schaffen, um die Pendler zum Umstieg vom Auto auf den umweltfreundlichen ÖPNV zu motivieren. So können wir die Belastung mit Stickstoffdioxiden kurzfristig reduzieren", so Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. 

Maßnahmen sollen auch für andere Städte möglich sein

Unser Ziel ist es, Dieselfahrverbote in unseren Städten zu verhindern. Die Prüfung des Bundesumweltamtes hat nochmal bestätigt, dass wir hierzu ein fundiertes Konzept eingereicht haben. (...) Der Vorteil unserer Maßnahmen liegt auch in der Übertragbarkeit auf andere Städte und Regionen in Deutschland. Dies waren die Gründe für den Erfolg unseres Konzepts“, erklärt Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht nach dem Treffen in Berlin. „Nun ist zu prüfen, wie auch die Stadt Ludwigshafen von der Modellstadtförderung Mannheim profitieren kann.“ 

Wichtig ist nun, dass die Modellstädte – dazu zählen auch Bonn, Essen, Herrenberg und Reutlingen – bis Ende Juli detaillierte Projektskizzen erarbeiten. Diese sollen anschließend vom Bund geprüft werden, so dass ab Ende August konkrete Anträge gestellt werden können. Ab Herbst könnten die ersten Maßnahmen dann umgesetzt werden. 

Übrigens: Mannheim hat durch den Ausbau des Stadtbahnnetzes und barrierefreier Haltestellen, durch die Neubeschaffung moderner Stadtbahnwagen sowie die Investitionen in die Digitalisierung in den letzten Jahren bereits erhebliche Vorleistungen erbracht. 

pm/jol

Kommentare