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BUGA 2023 in Mannheim: U-Halle wird zum neuen Herzstück der Bundesgartenschau

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Von: Peter Kiefer

Mannheim – Noch sieht es nicht so aus, doch die U-Halle auf dem Spinelli-Gelände soll das Herzstück der BUGA 2023 in Mannheim werden. Der Rückbau hat jetzt begonnen:

Die U-Halle ist das architektonische Highlight auf dem Spinelli-Gelände und das Herz der Bundesgartenschau Mannheim 2023. Dort finden von April bis Oktober 2023 eine Vielzahl der geplanten 5.000 Veranstaltungen statt. Jetzt hat der Rückbau und die architektonische Qualifizierung der einstigen Lagerhalle der US-Army begonnen. Umgesetzt wird der Entwurf des Berliner Büros „Hütten & Paläste“.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Fein säuberlich in Reih und Glied gestapelt liegen 1.000 Glasbausteine, 500 Deckenlichter und 200 Dachpaneele und warten auf ihren weiteren Einsatz. In den vergangenen vier Wochen ist beim Rückbau der U-Halle auf Spinelli nicht nur schweres Gerät zum Einsatz gekommen. Viele Arbeiten mussten von Hand ausgeführt werden, da die Materialien im Sinne einer nachhaltigen baulichen Entwicklung später an anderer Stelle zum Einsatz kommen werden.

BUGA 2023 in Mannheim: Architektonisches Highlight für über 2 Millionen Besucher

„Nachhaltigkeit steht über der gesamten BUGA 23. Deshalb verfolgen wir auch bei der architektonischen Qualifizierung der U-Halle den Gedanken, Existierendes weiter zu nutzen – re-use und recycle. Durch einen geschickten Rückbau wird aus der einstigen Lagerhalle ein architektonisches Highlight und Treffpunkt für die rund 2,1 Mio. erwarteten Besucher*innen auf dem Spinelli-Gelände“, sagt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Gesellschaft Mannheim 2023 gGmbH.

Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen.
Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen. © BUGA 2023/Daniel Lukac

Um die Kaltluftzufuhr im Grünzug Nordost nicht zu behindern, wird die U-Halle bereits bis zur Bundesgartenschau 2023 von ursprünglich 21.000 auf etwa 13.000 Quadratmeter reduziert und ihre Außenwände aufgebrochen. Gerüsthafte, durchlässige Strukturen bleiben zurück, die mit Kletterpflanzen, Gräsern und Wildblumen bepflanzt werden. Die daraus resultierende Verdunstung und Verschattung führen zu einem angenehmen Mikroklima und entwickeln darüber hinaus einen günstigen Effekt auf die Temperaturentwicklung auf Spinelli.

BUGA 2023 in Mannheim: Nach Entkernung werden Dach und Fassade rückgebaut

Im ersten Schritt wurden nun 2.000 Quadratmeter der Halle bearbeitet. Nach der Entkernung im Innenraum folgte der Rückbau des Daches und im letzten Schritt der Fassade. Die Halle wurde bis auf ihre tragenden Gerüstelemente skelettiert. „Durch den Rückbau dieser relativ kleinen Fläche haben wir Erkenntnisse gewonnen über die eingesetzten Materialien, Aufbau und Tragwerk der Halle, die wir in der Folge auf die Gesamtmaßnahme übertagen können“, erklärt Projektleiter Georg Bock.

Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen.
Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen. © BUGA 2023/Lukac

Der Unterschied des Raumeindrucks ist enorm: Die zuvor dunkle, schwere Industriehalle präsentiert sich jetzt filigran, luft- und lichtdurchlässig. „Wie die U-Halle zukünftig als architektonisches Landmark das 62 Hektar große Gelände optisch prägen wird, lässt bereits die Öffnung dieses ersten Bereichs plastisch vor Augen treten: Hier entstehen völlig neue Perspektiven. Zusätzliche Sichtachsen erlauben künftig Ausblicke in die große Weite Spinellis, den eindrucksvoll gestalteten Innenhof der U-Halle und das Ausstellungsgelände der BUGA 23“, freut sich Volker Jurkat, Abteilungsleiter Verkehrsinfrastruktur | Hochbau.

BUGA 2023 in Mannheim: Die U-Halle – erst Wehrmacht drin, dann US-Army

Im alten, zweigeteilten Tragwerk der Halle manifestiert sich ein Abschnitt der jüngeren deutschen Geschichte: Während der eine Teil des Skeletts noch auf die Wehrmacht zurückgeht, die die Kaserne 1938 eröffnet hat, zeugt der zweite Teil des Stahlgerüsts von den US-Streitkräften, die die Kaserne nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen haben und sie bis 2014 unter dem Namen „Spinelli Barracks“ als Lagerhalle nutzen. Die Bundesgartenschau ermöglicht nun erstmalig eine zivile Verwendung der U-Halle.

Während der BUGA 23 finden in der U-Halle eine Vielzahl von Veranstaltungen sowie die großen Blumenschauen statt. Neben einem Unterhaltungs- und Kulturprogramm sind dort unter anderem auch Restaurants und ein Fernsehstudio untergebracht. Die Gesamtkosten in Bauphase I (bis 2023) sollen sich auf 3,2 Millionen Euro belaufen, in Phase II (nach 2023) dann weitere rund 800.000 Euro.

Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen.
Der Rückbau der U-Halle auf dem Mannheimer Spinelli-Gelände hat begonnen. © BUGA 2023/Daniel Lukac

Übrigens: Die Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg steuert 1,7 Millionen für den Umbau der U-Halle sowie der Parkschale bei den Spinelli Barracks bei, wo sich auf einer Länge von 1,5 Kilometern eine Vielzahl von barrierefrei zugänglichen Spielmöglichkeiten erstrecken werden. (PM/pek)

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