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Mannhem: Nach Rottweiler-Attacke auf Mädchen (11) – Hundehalter bleibt uneinsichtig

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Von: Eliran Kendi

Verwaltungsgerichtshof bestätigt Verbot der Haltung großer Hunde für Paar aus Mannheim (Archivfoto/Fotomontage).
Verwaltungsgerichtshof bestätigt Verbot der Haltung großer Hunde für Paar aus Mannheim (Archivfoto/Fotomontage). © Ronald Wittek/dpa & dpa/Bernd Thissen

Mannheim - Ein Paar hält bissige Hunde, die Menschen angreifen. Die Stadt Mannheim verbietet den beiden daraufhin, große Hunde zu halten. Dagegen ziehen die Eheleute vor Gericht.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat das Verbot der Haltung großer Hunde für ein Mannheimer Ehepaar bestätigt. Zuvor hat die Stadt Mannheim verfügt, das Paar dürfe nur Hunde unter einer Schulterhöhe von 40 Zentimeter besitzen und betreuen. Den Eheleuten wird zur Last gelegt, dass ihre zwei Hunde Menschen angegriffen haben. Laut dpa-Meldung hat das Duo am Mittwoch (3. März) vor dem Gericht in Mannheim argumentiert, es brauche größere Hunde zur Überwachung eines großen Grundstückes, auf dem sie auch genügend Auslauf hätten. So sei auch kein Gassigehen mehr nötig. Man habe aus den Geschehnissen der Vergangenheit gelernt.

Mannheim: Mädchen (11) muss nach Rottweiler-Angriff operiert werden

Zu diesen schlimmen Ereignissen gehören die Angriffe der zwei Rottweiler auf ein Mädchen und eine andere Hundehalterin. Einer der beiden Hunde biss nach Angaben des Mannheimer Gerichts eine Elfjährige so stark in die Brust, dass sie operiert werden musste.

Der andere stürmte auf einen kleinen Hund los und biss ihm in die Hinterläufe. Als die Halterin ihr Tier schützend auf den Arm nahm, verletzte er sie an Kinn und Hals.

Beide vernachlässigte Tiere haben die Eheleute aus Frankreich mitgebracht. Eines hat mehr als 50 Kilogramm gewogen. Trotz des aggressiven Verhaltens der Tiere werden sie nicht mit Maulkorb und Leine gesichert. Ein Hund muss nach der Attacke auf das Mädchen eingeschläfert werden, der andere stirbt in einem Tierheim.

Mannheim: Angriffe durch „Kampfhunde“ haben sich in sieben Jahren verdoppelt

Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet 1.243 Körperverletzungen mit dem „Tatmittel“ Hund für 2020, davon 1.221 fahrlässig. Glücklicherweise ist die Tendenz hier rückläufig. Anders ist es aber beim „Tatmittel“ Kampfhund: Hier werden 43 Fälle von Körperverletzung, 37 Mal fahrlässig, verzeichnet. Damit setzt sich eine leichte Steigerung in den vergangenen Jahren fort. Im Jahr 2014 sind es noch 20 Körperverletzungen, 19 davon fahrlässig.

Im Oktober 2015 hat sich in Mannheim schon einmal eine Rottweiler-Attacke ereignet: Die damals 28-jährige Jenny aus Oggersheim wird bei dem Vorfall zur Heldin, als sie den süßen Australian Shepherd mit dem Namen Merlin das Leben rettet.

Rottweiler gelten im Südwesten nicht als Kampfhunde. Die Stadt Mannheim nimmt daher nur allgemein Stellung und verweist auf die Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde, das Tierschutzgesetz des Bundes sowie die sich darauf beziehenden Verordnungen über die art- und tierschutzgerechte Haltung von Tieren.

Wenn der städtische Veterinärdienst Verstöße gegen diese Regelungen feststellt, kommt die Haltungsuntersagung und Fortnahme des Tieres in Betracht“, heißt es abschließend. (esk mit dpa)

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