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Mannheim: Bye-bye Borelly-Grotte – So geht‘s vor dem Hauptbahnhof weiter

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Von: Peter Kiefer

Mannheim – Die Borelly-Grotte ist endgültig Geschichte! Wie es nach der Verfüllung des Schandflecks mit der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes weitergeht:

Es ist geschafft! Einer der größten Schandflecken in ganz Mannheim, die berüchtigte Borelly-Grotte unter dem Willy-Brandt-Platz vorm Hauptbahnhof, ist Geschichte. Pünktlich im Zeitrahmen der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist die Verfüllung der 1962 eröffneten Kaiserring-Passage am 11. September abgeschlossen worden. Gleichzeitig schreiten die Pflasterarbeiten auf der westlichen Platzseite voran. Somit kann es jetzt mit Volldampf weitergehen bei den vorbereitenden Arbeiten zur Kapazitätserweiterung der Stadtbahn- und Bushaltestelle Mannheim Hbf.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Wochenenden, beginnend am 20. August, konnten wir die Borelly-Grotte vollständig verfüllen. Damit liegen wir perfekt im Zeitrahmen, was gerade auch hinsichtlich der angespannten Verkehrssituation in Mannheim und der Metropolregion, die sich durch die ad-hoc-Sperrung des Fahrlachtunnels nochmal verschärft hat, absolut notwendig und ein wichtiges Signal an die Bürgerinnen und Bürger ist“, erklärt Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht (CDU).

Mannheim: Borelly-Grotte vorm Hauptbahnhof ist endgültig dicht

Die kleineren Restarbeiten an den vier Treppenaufgängen der Borelly-Grotte sollen dann bis Ende September abgeschlossen sein. Specht weiter: „Danach erinnert nichts mehr an die zuletzt wenig repräsentative ehemalige Fußgängerunterführung vor dem Hauptbahnhof. Mit der vollständigen Verfüllung der Borelly-Grotte wird die notwendige Voraussetzung geschaffen, um im Frühjahr 2022 den viergleisigen Ausbau der Stadtbahnhaltestelle durchzuführen. Durch diesen soll die verkehrliche Zukunft in diesem hochfrequentierten Bereich auf den Weg gebracht werden werden: eine Kapazitätserweiterung für den Hauptbahnhof und ein Voranbringen unseres Konversionsnetzes.“

Die Verantwortlichen von Stadt Mannheim und Verkehrsbetrieben präsentieren die abgeschlossene Verfüllung des langjährigen Schandflecks Borelly-Grotte.
Die Verantwortlichen von Stadt Mannheim und Verkehrsbetrieben präsentieren die abgeschlossene Verfüllung des langjährigen Schandflecks Borelly-Grotte. © rnv GmbH/Haubner

Statt „unwirtlicher Zugänge und damit ungenutzten Stadtraums“ könne nun für Fußgänger wie auch ÖPNV-Fahrgäste „neuer Raum zur Verfügung gestellt werden“, ergänzt Marcus Geithe, Geschäftsführer der MV Mannheimer Verkehr GmbH.

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Mannheim: Die Verfüllung der Borelly-Grotte – eine Mammut-Aufgabe

Spannende technische Details verrät der Technische Geschäftsführer der rnv, Martin in der Beek: „An den Verfüllwochenenden rollten im Viertelstundentakt Lastwagen an die Kreuzung, um für die Betonpumpe insgesamt etwa 5.600 Kubikmeter Material zu liefern.“ Die Betonpumpe mit einer Pumpleistung von 30 Kubikmetern pro Stunde beförderte das Boden-, Sand-, Zement- und Flugaschegemisch von oben in den unterirdischen Hohlraum, der im Zuge der vier Wochenenden über die vier Treppenzugänge gestaffelt verfüllt wurde.

Die Borelly-Grotte ist seit 2016 nicht mehr öffentlich zugänglich und erfüllt somit aus öffentlicher Sicht keinen Nutzen mehr. Durch die Verfüllung wurde ein extrem aufwendiger Rückbau verhindert, das Bauwerk wird mit diesem Bauverfahren gesichert. Praktisch: Auch die Überwachung des früheren Kriminalitäts-Hotspots ist künftig nicht mehr erforderlich. Somit entfallen auch die Bauwerksunterhaltungskosten.

Mannheim: Erste Pflasterarbeiten abgeschlossen – neue Frostschutzschicht nötig

Bereits seit Mai 2021 laufen die Bauarbeiten zur Umgestaltung an der westlichen Platzfläche am Willy-Brandt-Platz. Die ersten Pflasterflächen - gegenüber dem Hauptbahnhofsgebäude - sind bereits hergestellt. Der größere Teil des ersten Bauabschnitts, der mit insgesamt 16 Linden bestückt ist, wird derzeit bearbeitet.
 
Hinsichtlich der westlichen Platzfläche erklärt Oliver Sachs, Abteilungsleiter Planung und Bau des Stadtraumservice Mannheim: „Mit Öffnung der Pflasterfläche und Sichtung der ersten Baumquartiere wurde festgestellt, dass die bisherige vorhandene Frostschutzschicht im Straßen- bzw. Platzaufbau den multifunktionalen Anforderungen der zukünftigen Nutzung des Bahnhofsvorplatzes nicht entspricht. Um auch für die nächsten 30 Jahre die Bestandssicherheit der Platzoberfläche gewährleisten zu können, wird nun im Hinblick auf die Nachhaltigkeit eine neue Frostschutzschicht verbaut.

Heißt für den kompletten ersten Bauabschnitt, dass dieser aufgrund des zusätzlichen Zeitaufwands frühestens im Frühjahr 2022 vollständig fertiggestellt sein wird.

Mannheim: Das bedeutet Umgestaltung Bahnhofsvorplatz für die Bäume

Mit Sichtung der Baumquartiere konnte festgestellt werden, dass der bisherige Baumbestand mit insgesamt 16 Linden über einen nicht ausreichenden Wurzelraum verfügt. Dazu erläutert Markus Roeingh, Eigenbetriebsleiter des Stadtraumservice Mannheim: „Um den Bäumen eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, werden die Baumquartiere erheblich vergrößert. Hierfür werden künftig je vier Bäume zu einem zusammenhängenden und automatisch bewässerten Wurzelraum erweitert. Mittels einer speziellen Stahlkonstruktion kann über dem Wurzelraum der neue Pflasterbelag aufgebaut werden, ohne die Wurzeln durch zu starkes Verdichten zu schädigen. Dieses System ermöglicht ein größeres Wurzelraumvolumen und zudem die Verwendung eines hochwertigen Baumsubstrates.“ Mit Sichtung der 16 Linden wurde festgestellt, dass drei Linden von Pilz und Stammfäule befallen sind und 1:1 ausgetauscht werden müssen.

Wie es vor dem Mannheimer Hauptbahnhof einmal aussehen soll, verdeutlicht die rnv-Visualisierung des Bahnhofsvorplatzes.
Wie es vor dem Mannheimer Hauptbahnhof einmal aussehen soll, verdeutlicht die rnv-Visualisierung des Bahnhofsvorplatzes. © Rhein-Neckar-Verkehr GmbH

Im Rahmen der weiteren anstehenden Arbeiten hat das Regierungspräsidium im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses für die Kapazitätsausweitung zudem auf der Ostseite des Bahnhofsvorplatzes die Fällung von 14 Linden und zwei Hainbuchen gestattet. Die nun vorgefundenen Probleme des Baumbestandes auf der Westseite des Vorplatzes unterstreichen die im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vorgetragenen Argumente der geringen ökologischen Werthaltigkeit der nur unzureichend angewachsenen und bereits auch in der Entwicklung geschädigten Bäume. Im Rahmen der Maßnahme werden die Baumfällungen daher ortsnah mit Neupflanzungen kompensiert. Diese Baumfällarbeiten werden demnächst als Vorbereitung der nächsten baulichen Maßnahmen durchgeführt. Ebenso werden dafür einige Bäume bestanderhaltend zurückgeschnitten.

Mannheim: Kostenlose Ersatzparkplätze für Fahrräder bei Anmeldung bis 31. Oktober

Die abgestellten Fahrräder, die an den Fahrradbügeln im östlichen Bereich des Willy-Brandt-Platzes angeschlossen sind, müssen bis 3. Oktober entfernt werden. Dies ist eine Voraussetzung für den Fortgang der weiteren Arbeiten. Fahrräder, die nach dem 3. Oktober noch in diesem Bereich angeschlossen sind, werden ansonsten von der Bauherrschaft entfernt und verwahrt. Von Oktober 2021 bis voraussichtlich Oktober 2022 stehen in diesem Bereich somit keine Fahrradabstellmöglichkeiten zur Verfügung.
 
Eine Ausweichmöglichkeit hebt Anja Ehrenpreis, Baustellenmanagement des Stadtraumservice Mannheim, hervor: „Gemeinsam mit der rnv wurde in Kooperation mit der Mannheimer Parkhausbetriebe GmbH (MPB), hier Frau Waterboer, eine Vereinbarung für das MPB-Fahrradparkhaus – das sich östlich des Mannheimer Hauptbahnhofs in der Heinrich-von-Stephan-Straße 2 befindet – getroffen. Über das Online-Kundenportal der MPB kann ein Ticket zur Fahrradabstellung gebucht werden. Bei einer Anmeldung bis 31. Oktober 2021 werden die Kosten für die Anmeldung für das überdachte und bewachte Fahrradparkhaus von den Bauherren gemeinsam getragen.“ (PM/pek)

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