Es soll um 100 Millionen gehen

Bilfinger fordert Schadensersatz von Ex-Vorständen

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Bilfinger

Mannheim - Bilfinger geht gegen seine eigenen ehemaligen Vorstandsmitglieder vor. Das Unternehmen fordert von ihnen einen Schadensersatz, der in die Millionen gehen wird:

Am Dienstag (20. Februar) beschließt der Bilfinger-Aufsichtsrat einen Schadensersatz von seinen Ex-Vorständen zu verlangen. Er habe seine Entscheidung „als Ergebnis seiner im März 2016 eingeleiteten Untersuchung" getroffen.

Dabei soll es laut dem Unternehmen um einen niedrigen dreistelligen“ Millionenbetrag gehen. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) handelt es sich dabei um rund 100 Millionen Euro. „In welcher genauen Höhe Schadenersatzansprüche bestehen und inwieweit diese tatsächlich durchgesetzt werden können, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest", heißt es in der Bilfinger-Mitteilung. Außerdem sei noch keine Entscheidung darüber getroffen worden,gegen welche Ex-Vorstände der SDax-Konzern in welcher Höhe Ansprüche geltend machen werde. „Was einzelne Forderungen angeht, sind wir noch in der Vorstufe", ist dazu aus Unternehmenskreisen zu hören.  

Alle Vorstandsmitglieder, die zwischen 2006 und 2015 amtierten, aber vor 2015 in das Gremium eintraten, werden Pflichtverletzungen vorgeworfen. In diesem Zeitraum sind zwölf Manager als Vorstände bei Bilfinger tätig gewesen. Die ehemaligen Mitglieder werden laut dpa zunächst außergerichtlich informiert und zur Zahlung aufgefordert.

Was ihnen vorgeworfen werden

Konkret wirft der Konzern den früheren Managern „Pflichtverletzungen bei der Implementierung eines ordnungsgemäßen Compliance-Management-Systems" vor. Compliance bezeichnet Richtlinien für eine saubere Unternehmensführung. Zudem sollen einzelne Ex-Vorstände Verstöße im Zusammenhang mit Fusionen und Zukäufe in der Vergangenheit begangen zu haben. 

Beispielsweise unterstelle man die Nigeria-Geschäfte als Fehlverhalten. Dabei wurde 2010 ein Korruptionsfall aufgedeckt, woraufhin die inzwischen verkaufte Bilfinger-Tochter Julius Berger eine Strafe von 32 Millionen US-Dollar zahlen und eine Überwachung seines Compliance-Systems hinnehmen musste. Auch der Kauf der Helmut Mauell GmbH im Jahr 2012 werde vorgeworfen. Das Unternehmen sorgte bei der WM 2016 in Brasilien für negative Schlagzeilen, fragwürdige Zahlungen wurden damals entdeckt.

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender Koch ist sich keinerlei Schuld bewusst

Roland Koch ist sich keiner Schuld bewusst.

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch reagiert „mit Befremden" auf die Vorwürfe „gegen ganze Generationen von früheren Bilfinger-Vorständen". Der CDU-Politiker, der wegen Differenzen mit dem Aufsichtsrat seinen Hut gezogen hätte, sei sich keinerlei Schuld bewusst. Das Unternehmen habe über dreieinhalb Jahre keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben, so sein Sprecher. Von dem ebenfalls Ex-Vorsitzenden Herbert Bodner liegt derzeit keine Stellungnahme vor.

dpa/jol

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