SPD bangt um Spitzenkandidat

OB-Wahl: Ist Peter Kurz (SPD) Wackelkandidat?

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OB-Wahl in Mannheim: Wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen?

Mannheim – Die OB-Stichwahl am Sonntag wird spannend: Sollte CDU-Kandidat Peter Rosenberger in der SPD-Hochburg das Rennen machen, wäre das ein landesweites Signal.

Knapp neun Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg muss die SPD am Sonntag um einen ihrer wichtigsten Oberbürgermeister-Posten bangen. Ausgerechnet in der SPD-Hochburg Mannheim erweist sich Amtsinhaber Peter Kurz als Wackelkandidat. Sollte er bei der Abstimmung am Sonntag tatsächlich verlieren, wäre das für die Sozialdemokraten im „Ländle“ ein düsteres Omen.

Bei der ersten Runde der Wahl vor drei Wochen hatte Kurz überraschend die absolute Mehrheit verfehlt. Diesmal geht es um alles oder nichts: Wer die meisten Stimmen bekommt, wird OB. Die Mannheimer entscheiden zwischen Kurz, CDU-Kandidat Peter Rosenberger und dem Kandidaten der Satirepartei Die Partei, Christian Sommer.

Mannheim ist „rote Herzkammer“

Mannheim ist nicht nur die drittgrößte Stadt in Baden-Württemberg, sie gilt auch als „rote Herzkammer“ des Landes. Seit 48 Jahren hat es in der Quadratestadt keinen CDU-Bürgermeister mehr gegeben. Die Christdemokraten tun sich in den Städten ohnehin schwer: In den neun größten im Land gibt es nicht einen einzigen OB mit CDU-Parteibuch. 

Zur OB-Wahl hängen in Mannheim hunderte Plakate

Für die CDU, die nach der Niederlage bei der Landtagswahl 2011 schwierige Zeiten durchmachte und sich personell neu aufstellen musste, wäre ein Sieg in Mannheim hingegen ein Hoffnungsschimmer, meint Wolfgang Seibel, Konstanzer Politikwissenschaftler. 

Wie sehr Kurz vor der Wahl am Sonntag zittern muss, ist jedoch ungewiss. Im ersten Durchgang hatte er mit 46,8 Prozent ganz klar die meisten Stimmen bekommen, sein Herausforderer Rosenberger kam nur auf 33,8 Prozent. Der amtierende OB kann sich aber nicht unbedingt darauf verlassen, dass ihn im traditionell roten Mannheim auch diesmal die Mehrheit wählt.

Streitthema: Buga

Zwar ist der Kandidat der Freien Wähler, Christoph Probst, aus dem Rennen – er vereinte im ersten Wahlgang immerhin 15,9 Prozent der Stimmen auf sich. Eine Wahlempfehlung gab Probst weder für Kurz noch für Rosenberger ab. Den amtierenden OB könne er nicht empfehlen, weil es gerade in der Streitfrage der Bundesgartenschau (Buga) keine Übereinstimmung gebe (WIR BERICHTETEN), sagte Probst. Aber auch die Unterschiede zur CDU und ihrem Kandidaten Rosenberger seien groß.

Tatsächlich könnte sich die umstrittene Buga als wahlentscheidend herausstellen. Immer mehr Mannheimer stehen dem Projekt ablehnend gegenüber. Es war daher ein schlauer Schachzug von der CDU, im Falle eines Wahlsiegs einen zweiten Bürgerentscheid über das Projekt in Aussicht zu stellen – selbst wenn dies nicht der Oberbürgermeister, sondern der Gemeinderat zu entscheiden hat, und Kurz' Wahlkampfteam schnell betonte, dass auch ihr Kandidat sich das vorstellen könne.

So berichtete MANNHEIM24 über die OB-Wahl.

dpa/sag

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