Hitze-Wochenende in Corona-Zeiten

Massen-Andrang auf Freibäder und Badeseen – Polizei jagt Corona-Sünder

Mannheim: Sommerliche Temperaturen, Ferienbeginn und corona-bedingt teils geschlossene oder eingeschränkte Freibäder. Der befürchtete Massen-Ansturm aufs kühle Nass ist eingetreten.

  • Ferienbeginn und hochsommerliche Temperaturen locken die Menschen an die Badeseen in der Region.
  • Corona-bedingt teils geschlossene oder eingeschränkte Freibäder im Umland.
  • Um Chaos zu vermeiden: Stadt Mannheim appelliert an Vernunft.
  • Polizei Mannheim kündigt Kontrollen und Sanktionen bei Missachtung der Regeln an.

Update vom 3. August: Nach dem Massen-Ansturm auf Freibäder und Badeseen am Freitag hat die Polizei auch am Samstag und Sonntag die Lage in Mannheim genau überwacht. So kontrollierten Polizisten am Wochenende auch die frei zugänglichen Badeseen in Vogelstang und Rheinau hinsichtlich Parkverstößen, Einhaltung der Corona-Regeln und des Grillverbots. Tatsächlich stellten die Beamten an beiden Tagen nur ein „geringes Besucheraufkommen“ rund um die Badeseen fest.

Umso chaotischer war jedoch die Situation auf den Parkplätzen rund um die Seen. Rund 40 Autos waren laut Polizei Mannheim verkehrswidrig abgestellt. Im Bereich des Vogelstang-Sees wurden außerdem 15 Personen auf das Grillverbot aufgrund der Trockenheit hingewiesen. Weitere 18 Personen wurden verwarnt, weil sie am See Shisha rauchten.

Mannheim: Massen-Andrag auf Freibäder – Polizei und Stadt greifen zu drastischen Maßnahmen

Update vom 31. Juli, 19:30 Uhr: Unerbittlich brennt die Sonne über Mannheim. Der zu erwartende Ansturm auf die Freibäder und Badeseen ist eingetreten. Bereits am Freitagnachmittag lassen die vier städtischen Freibäder niemanden mehr hinein. Einzig am Stollenwörthweiher gibt es am frühen Abend noch 104 freie Plätze (Stand 19:25 Uhr). Die Stadt Mannheim empfiehlt daher für den morgigen Samstag (1. August) das Angebot auf der Internetseite schwimmen-mannheim.de zu nutzen. Hier kannst du in Echtzeit einsehen, wie vielen Personen in den jeweiligen Freibädern noch Einlass gewährt wird.

Badeseen und Freibäder in Mannheim: Stadt rechnet mit Massen-Ansturm – das plant die Polizei

Erstmeldung vom 30. Juli: Eine Hitzewelle rollt über Deutschland. Bis zum Samstag (1. August) soll das Thermometer sogar an der 40-Grad-Marke kratzen. Unter normalen Umständen würde ein solches Sommer-Wetter die Menschen in der Rhein-Neckar-Region an die Badeseen oder ins Freibad treiben – doch in Zeiten des Coronavirus gelten andere Regeln. Wenig verwunderlich ist daher, dass die Zugangsbeschränkung zum kühlen Nass in Kombination mit der Gluthitze bei einigen Badegästen auch zu erhitzten Gemütern führen.

Mit waghalsigen Stunts fliegt Wakebord-Star Philipp Koch regelmäßig am Rheinauer See durch die Lüfte (Archivbild)

So geschehen am Blausee in Altlussheim, wo tumultartige Szenen im Eingangsbereich einen Polizeieinsatz ausgelöst haben. Als Reaktion auf den Zwischenfall wird nunmehr der Einlass durch eine Sicherheitsfirma reguliert. Damit sich ein solcher Vorfall an den Mannheimer Seen in Rheinau und Vogelstang nicht wiederholt, kündigt die Stadt Mannheim intensive Kontrollen an und appelliert zugleich an die Vernunft der Badegäste.

Freibäder und Badeseen Mannheim: Stadt appelliert an Vernunft der Besucher

Die Badeseen in Mannheim werden in den kommenden Tagen viele Sonnenhungrige anziehen. Daher appelliert die Stadt erneut an die Besucher*innen der Seen, die anhaltende Infektionslage aufgrund von Covid-19 nicht zu vergessen und die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Seit Pandemie-Beginn stehen wir als Stadt vor der großen Herausforderung, Regelungen vorzugeben, die so viel Schutz wie möglich und so wenige Einschränkungen wie nötig mit sich bringen“, erläutert Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht.

Situation an den Seen ist extrem

Christian Specht, Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent

In den letzten Tagen haben wir uns daher intensiv mit der Fragestellung bzgl. des Umgangs mit dem Aufenthalt von Menschen an öffentlichen Badeseen befasst. Besuchergrenzen in Freibädern, Verdrängungseffekte durch geschlossene Bäder in umliegenden Gemeinden sowie weitere Folgen des Corona-Virus wie beispielsweise Reisebeschränkungen oder finanzielle Einbußen, durch die in diesem Jahr viele Menschen zu Hause bleiben, haben die Situation an den Seen extrem verschärft. Das alles muss berücksichtigt werden – gleichzeitig wollen wir den Menschen aber natürlich auch Ausweichmöglichkeiten bieten.“

Mannheim: Corona-Regeln gelten auch für den Besuch von Badeseen und Freibädern

Grundsätzlich bleibt das Baden an öffentlichen Badeseen erlaubt – unter Einhaltung der entsprechenden Regeln:

  • Maximal 20 Personen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. In solchen Gruppen gilt die 1,5-Meter-Abstandsregel nicht.
  • Mehr Personen dürfen weiterhin zusammenkommen, wenn es sich bei den teilnehmenden Personen ausschließlich um direkte Verwandte (Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel) sowie Geschwister mit Nachkommen handelt oder die Personen dem eigenen Haushalt angehören – gleiches gilt für die Lebenspartner*innen der genannten Personen.
  • Wo immer möglich, ist zu anderen Personengruppen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.
  • Polizeiverordnung: In Mannheim ist zudem das Grillen verboten, sobald der Waldbrandgefahrenindex Stufe 4 oder höher erreicht hat. Dies ist laut Deutschem Wetterdienst in den kommenden Tagen vorerst bis einschließlich Samstag (1. August) der Fall.In Baden-Württemberg erhöht sich die Zahl der Neu-Infizierten plötzlich rasant, vermutlich wegen weiterer Lockerungen.

Mannheim: Polizei kündigt die Durchführung von Schwerpunktkontrollen an

Stadt und Polizei Mannheim werden, wie bereits am vergangenen Wochenende, auch in den kommenden Tagen am Vogelstangsee und Rheinauer See Schwerpunktkontrollen durchführen und die Einhaltung der Corona-Regelungen sowie die der Polizeiverordnung (Grillen) überprüfen.

Hierzu zählt auch die Überwachung abgestellter Autos rund um die Badeseen. So sind beispielsweise allein am vergangenen Wochenende mehr als 500 Falschparker geahndet und gut zwei Dutzend Verwarngelder wegen unerlaubten Grillens verhängt worden. (PM/esk)

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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