Unerwartet

Doch keine Kita im Lindenhof – warum die Tagesstätte nicht errichtet wird!

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Bereits im Juli beschlossen, jetzt folgen konkrete Maßnahmen: Mannheimer Kinder kriegen neue Kitas. (Symbolfoto)

Mannheim - Kitaplätze sind rar. Anmeldungen können für junge Familien zu wahren Odysséen werden. Jetzt reagiert die Stadt. Mit Um- und Neubau etlicher Kitas soll schon bald begonnen werden. 

Update vom 27. Juni: Viele junge Eltern in Mannheim-Lindenhof müssen am Donnerstag eine bittere Pille schlucken, denn unerwarteterweise kommt keine neue Kita ins ehemalige Emlein-Haus in der Rheinaustraße. Seit Dezember 2018 freuen sich Familien und der Gemeinderat darüber, dass der Immobilien-Investor Prüfer & Partner eine neue Kindertagesstätte für 50 Kinder baut. Das Ganze sollte im ehemaligen Altenheim Rudolf-Emlein-Haus im Lindenhof gebaut werden, doch plötzlich macht Prüfer & Partner einen Rückzieher. Statt der Kita will der Investor jetzt nur noch Wohnungen in dem Gebäude haben – sehr zum Bedauern der Stadt, Anwohner und des Gemeinderats.

Mitglieder des SPD-Stadtrats fordern eine schnelle Alternative zu der geplanten Kita in der Rheinaustraße und appellieren an die Stadt: „Es ist bedauerlich, dass die Pläne nicht umgesetzt werden. Nun muss die Verwaltung schnellstmöglich eine Alternative finden und Übergangslösungen in Betracht ziehen.“ Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb beteuert, dass die Stadt sofort nach „alternativen Möglichkeiten“ sucht, um die Kinderbetreuung im Lindenhof zu entlasten. Dafür steht der Stadt eine Förderung von einer Million Euro zur Verfügung, die potenziellen Bauherrn dazu ermutigen soll, Kita-Projekte zu realisieren.

Ausbau der Kinderbetreuung in allen Stadtteilen Mannheims

Bereits im Juli 2018 bewilligt der Gemeinderat Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro für den Erhalt bestehender Plätze sowie die Neuschaffung von 21 Krippen- und 27,5 Kindergartengruppen mit insgesamt 210 Krippen- und 550 Kindergartenplätzen bis zum Jahr 2021. Nun wird die damalige Bewilligung konkret. 

„Mit dem Gesamtkonzept zur Ausbauplanung für Kindertagesstätten sollen für möglichst viele Eltern adäquate Betreuungsangebote bereitgestellt und somit ein ausgeglichenes Tagesbetreuungsangebot über das gesamte Stadtgebiet sichergestellt werden“, erläutert Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. 

Die Planung in den einzelnen Stadtteilen soll dabei je nach Bedarf erfolgen. Dies meint, dass zwischen Faktoren wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit sowie Entwicklung der Konversionsflächen und Neubaugebiete abgewogen werden soll. Hinzu kommen nun auch kreative Ansätze. 

Naturkindergärten - Mit allen Sinne entdecken

Neben dem verstärkten Ausbau von Kita-Plätzen sollen nämlich weitere kreative, schnell umsetzbare und am individuellen Bedarf orientierte Lösungen gesucht wurden. Denn auch naturnahe Kindergärten sind ein Thema: Im Stadtteil Hochstätt etwa soll schnellstmöglich eine Übergangslösung, ein eingruppiger Naturkindergarten in städtischer Trägerschaft, für 20 Kinder ab drei Jahren mit verlängerten Öffnungszeiten bis 14 Uhr errichtet werden. 

Die Kinder sollen dort mit ihren Sinnen die Umgebung erfahren können und vielfältige Möglichkeiten zum Spielen, Entdecken und Lernen im Freien haben. Derzeit wird aber noch nach einem geeigneten Standort gesucht.  

Fast 4 Millionen für klassische Kitas

In einer Sitzung am Donnerstag (22. November) beschäftigte sich der Jugendhilfe-Ausschuss mit insgesamt neun Vorlagen, die ein Investitionsvolumen von fast vier Millionen Euro umfassen. Demnach soll zum einen die Kindertagespflege bis zum Jahr 2021 um 140 Plätze erweitert werden. Ihr Anteil an Betreuungsangeboten für unter dreijährige Kinder soll sukzessive von derzeit zirka 25 auf künftig 30 Prozent steigen. 

Vier der neun Vorlagen, denen der Ausschuss am Donnerstag zustimmte, beinhalten den Ausbau der klassischen Kita-Betreuung: Der Träger „kinderland.net“ beabsichtigt die Anmietung der Räume der bisherigen evangelischen Kita in der Rheinhäuser Straße, Schwetzingerstadt. Er saniert diese und baut sie für die Betreuung von 20 Kindergartenkindern in eine eingruppige Einrichtung um. Kinderland erhält dazu eine Förderung von maximal 588.000 Euro

Der gleiche Träger plant die Einrichtung eines viergruppigen Kindergartens auf dem städtischen Grundstück Ecke Landteil-/Waldparkstraße in Lindenhof. Er soll 2020/21 in Betrieb gehen. DieFörderhöhe beträgt hierbei 1,4 Millionen Euro

Auch die Betreuung im Lindenhof soll verbessert werden: Ein Investor wird ein ehemaliges Altenheim in der Rheinauer Straße 17-19 bis 2019/20 sanieren und eine Kita mit 50 Plätzen mit zwei Kindergarten- und einer Krippegruppe in Ganztagesform errichten. Sie wird unter der Trägerschaft von „Nestwärme Mannheim“ in Betrieb gehen. Die Förderhöhe beträgt eine Million Euro. 

Und auch auf dem Benjamin-Franklin-Areal soll eineTageseinrichtung mit insgesamt 50 Plätzen in Trägerschaft von „AcadeMedia“ entstehen. Dazu wird ein Wohnkomplex in der Thomas-Jefferson-Straße errichtet, in den eine Kita mit einer Ganztageskrippe- und zwei Ganztageskindergartengruppen integriert werden. Die Förderhöhe liegt hier ebenfalls bei einer Million Euro. 

Die genau Ausbauplanung für die Jahre 2018-2021 findest Du hier

pm/Chh

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