Koordinierungsstelle entwickelt Konzept 

So will die Stadt gegen Kinderarmut vorgehen!

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Die Stadt Mannheim will ihre Bemühungen im Kampf gegen Kinderarmut noch weiter ausbauen. (Symbolfoto)

Mannheim - Im Kampf gegen Kinderarmut will die Stadt ihre vorhandenen Angebote bündeln und neue erstellen. Dabei sollen auch Kinderärzte eine große Rolle spielen:

Die Stadt Mannheim sieht in der der Bekämpfung von Armut eine vorrangige Aufgabe – vor allem wenn es um Kinder geht. Dafür wurde bereits im Jahr 2017 das strategische Handlungsfeld „Bekämpfung von Armut und Armutskrisen“ ausgerufen. 

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Kampf gegen Kinderarmut: Fokus auf Bildungserfolg und Einstieg ins Berufsleben

Die Bekämpfung von Armut gelingt am besten durch gute Bildungschancen sowie gute Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Das Schaffen von Bildungsgerechtigkeit ist somit die Grundlage. Allerdings hängen Bildungschancen auch entscheidend mit Gesundheit zusammen“, betont Bildungs- und Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb.

Seit dem Jahr 2010 analysiert die Stadt unter der Prämisse „Kein Kind darf verloren gehen“ relevante Schnittstellen und entwickeln neue Maßnahmen und Angebote für eine lebensphasenorientierte Bildungskette. Dabei legen sie Fokus auf Bildungserfolg und Einstieg ins Berufsleben. Damit das fachübergreifend passiert, sollen Ämter gebündelt werden.

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Kostenlose Angebote im Kampf gegen Kinderarmut

Insbesondere der Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt, der seit Januar diesen Jahres zusammengefasst wurde und nun Ausdruck der besonders engen Verzahnung der beiden Bereiche ist, setzt seinen Fokus auf bedürftige Familien und hier insbesondere auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen unter den Stichworten Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und Kinderarmut zu vermeiden“, erklärt Freundlieb.

Dadurch entstehen zahlreiche verschiedene Angebote, die sich an den individuellen Bedarf des Kindes orientieren und kostenlos sind! Hierzu zählen Vermittlung zu Ansprechpartnern, Unterstützung durch Familienhebammen und ambulante erzieherische Hilfen.

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Kampf gegen Kinderarmut: Alle beteiligten Akteure müssen gebündelt werden

Für das Projektes „Mannheim gegen Kinderarmut“ hat das Land Baden-Württemberg im September 2018 200.000 Euro gestiftet. Damit wurde eine Koordinationsstelle gegründet, die Angebote bündeln soll. 

Die Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, ein integriertes Handlungskonzept zur Bekämpfung von Kinderarmut in Mannheim zu entwickeln und die vorhandenen Hilfeangebote für Familien mit Hilfebedarf in einem Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut zu bündeln. Von Kinderarmut bedrohte oder bereits betroffene Familien sollen möglichst früh identifiziert und an das Unterstützungs- und das Gesundheitssystem angegliedert werden, sagt der Leiter des Fachbereiches Jugendamt und Gesundheitsamt, Dr. Peter Schäfer.

Um gegen Kinderarmut vorzugehen ist es wichtig, dass alle beteiligten Akteure und zuständige Stellen zusammenführen und bündeln. Dabei steht vor allem das „Übergangsmanagement“ im Mittelpunkt, das in wichtigen Veränderungsphasen eine Rolle spielt.

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Kampf gegen Kinderarmut: Kinderärzte mehr einbeziehen

Auch die niedergelassene Kinderärzte müssen für den Erfolg des Projektes mit ins Boot geholt werden. Das Ziel ist es, deren Zugangswege zu Familien mit kleinen Kindern zu erleichtern. Das soll sich auch auf die Früherkennungsuntersuchungen auswirken. Sollten Eltern diese versäumen, können sie bei Kinderärzten nachgeholt werden. 

Finanziert werden die Untersuchungen dann vom Gesundheitsamt. Bislang zahlt die Krankenkasse nämlich nicht mehr, wenn ein Termin versäumt worden ist. Das Vorhaben soll es flächendeckend in ganz Mannheim geben. Laut Schäfer erhoffe man sich davon eine festere Anbindung der Familien an die Arztpraxen.

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Monatliche Sprechstunden für Kampf gegen Kinderarmut

Einmal im Monat gibt es zudem eine Sprechstunde, bei der eine Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin fragen zur gesundheitlichen Versorgung beantworten wird. Auch dieses Anbot soll flächendeckend in alle Stadtteilen angeboten werden.

Ziel unseres Vorgehens ist es, von Armut bedrohte Familien zu identifizieren, die Situation der Kinder, die in Armut leben, zu verbessern, eine Mitnahme der Armut in das Erwachsenenleben zu verhindern, langfristig den Anteil der Mannheimer Kinder, die in Armut leben, zu reduzieren und Kinderarmut als übergeordnetes Thema in einer integrierten Planung zu etablieren. Unser Ansatz, dieses Thema mit dem der Gesundheit zu verbinden, ist außergewöhnlich, aber doppelt sinnvoll: Denn Gesundheit ist ein Thema, das eng mit Bildungserfolg verknüpft ist. Über diesen systemischen Ansatz sind die Eltern gut zu erreichen“, bekräftigt Dr. Ulrike Freundlieb.

pm/dh

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