1.500 Temposünder in 18 Tagen erwischt

Schon 30.000 Euro! ‚Tarn‘-Blitzer als Goldesel für Stadt

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Der lukrative Blitzer auf der Augustaanlage.

Mannheim-Oststadt – Die teuerste Straße in ‚Monnem‘ erweist sich auch fürs Stadtsäckel als wahre ‚Goldgrube‘. Was der fiese ‚Tarn‘-Blitzer in nicht mal drei Wochen ‚einspielt‘: 

Offensichtlich hat sich der mobile Blitzer auf der Augustaanlage noch nicht zu allen Autofahrern herumgesprochen – oder liegt‘s an der Kieselstein-Lackierung...

Sonst wären nicht (inzwischen) 1.500 Raser von der als Pkw-Anhänger getarnten Radarfalle geblitzt worden!

Offiziell seit dem 12. Januar macht der gepanzerte „Enforcement Trailer“ (Firma Vitronic, 100.000 Euro) auf der Augustaanlage stadteinwärts ‚Jagd‘ auf Temposünder (WIR BERICHTETEN).

Der Blitzer an der Augustaanlage

MANNHEIM24 hat für eine Bilanz bei der Stadt Mannheim nachgefragt: Laut Fachbereich Sicherheit und Ordnung wurden allein zwischen 12. und 30. Januar insgesamt 1.440 Autofahrer erfasst, die alle mindestens sechs Stundenkilometer zu schnell waren – erlaubt ist dort 50 Tempo. Das sind rund 80 ertappte Raser pro Tag.

Macht bei einem durchschnittlichen Verwarnungsgeld von 20 Euro geschätzt 30.000 Euro – entsprechend mehr, wann der Raser zahlt oder ob Widerspruch eingelegt wird.

Ein warmer Geldregen fürs leere ‚Monnemer‘ Stadtsäckel, wenn man die Monatsmiete für den Blitzer von 6.500 Euro (inklusive Wartung) abzieht.

Der ‚Spitzenreiter‘ wurde auf der Augustaanlage mit unglaublichen 132 km/h geblitzt! Macht laut geltendem Bußgeldkatalog (innerorts) ein Bußgeld von 680 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie drei Monate Fahrverbot.

Zum Vergleich: Bei seinem ersten Einsatz im Mai 2016 in der Lauffener Straße (MA-Feudenheim) ertappte die moderne Radarfalle in vier Wochen immerhin 900 Temposünder.

Bei der Stadt hat man die Vorteile des ‚Tarn‘-Blitzers erkannt: „Dieses System vereint in sich die Vorzüge von stationären Messanlagen und mobilen Messstationen, weil es für mehrere Tage oder auch Wochen aufgestellt wird. Der Trailer kann somit seine die Geschwindigkeit reduzierende Wirkung nachhaltig entfalten“, erklärt Rathaus-Sprecher Ralf Walther.

Somit würde ein Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Lärmreduzierung für Anwohner geleistet.

Die Wirkung stellt sich nicht nur für zwei Stunden mobilem Messbetrieb oder punktuell auf kurzer Distanz im Wirkungsbereich einer stationären Anlage ein, sondern gegebenenfalls im gesamten Streckenverlauf durch wechselnde Standorte und über beliebige Zeiträume. Zielsetzung des Einsatzes ist eine in der Fläche verbesserte Regelbeachtung insbesondere auch zu Randzeiten, zu denen auch in der Innenstadt Fahrzeuge erschreckend schnell bewegt werden“, so Walther weiter.

Nach dem Stopp auf der Augustaanlage wandert der Blitzer-Anhänger bald weiter: „In Betracht kommen hier insbesondere punktuell kritische Bereiche, wie Baustellen, bei denen Tempoüberschreitungen zu besonders sicherheitskritischen Situationen führen können, aber auch vielfach Beschwerdemessungen“, so der Rathaus-Sprecher.

Hierbei gehe es nicht nur um Raser, sondern auch um Fahrzeuge, die zum sogenannten ‚Posen‘ eingesetzt werden, das häufig mit Lärmbelästigungen für die Anwohner einhergeht – speziell nachts.

Schließlich seien ‚Posen‘ und Rasen nicht weit voneinander entfernt, wie das dramatische Beispiel des schlimmen Unfalls eines Rasers (22) in den F-Quadraten zeige ( WIR BERICHTETEN).

Der Blitzer bei seinem Einsatz in Mannheim-Feudenheim:

Stadt stellt Blitzer-Anhänger wieder auf 

Und auch überm Rhein in Ludwigshafen setzt man diese Technik ein:

Stadt rüstet auf: ‚Tarn‘-Blitzer in Sternstraße

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pek

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