Maimarktgelände

AfD-Parteitage: Nach Absage aus Mannheim – Weidel und Co. stehen mit leeren Händen da

Mannheim – Zwist zwischen Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) und AfD-Landeschefin Weidel. Hat das Mannheimer Stadtoberhaupt die geplanten Parteitage der AfD auf dem Maimarktgelände verhindert?

  • AfD-Baden-Württemberg plant Parteitage in Mannheim.
  • Bis zu 1.000 Parteimitglieder sollen auf Maimarktgelände teilnehmen.
  • Betreiber zieht mündlich Zusage zurück – Landeschefin Weidel sieht dahinter Komplott von OB Kurz.

Nach einem Streit um die Anmietung des Maimarktgeländes hat die AfD Baden-Württemberg ihre beiden geplanten Parteitage in Mannheim wieder abgesagt. Die Partei suche nun nach anderen Optionen im Land, allerdings gebe es nur ein halbes Dutzend möglicher Hallen, die in Frage kämen, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Markus Frohnmaier am Montag der dpa.

Da die AfD Mitglieder- und keine Delegiertenparteitage abhalte, müsse auch unter Corona-Bedingungen mit rund 1000 Teilnehmenden gerechnet werden. „Da hätte das Maimarktgelände gepasst, aber dort wurde die
mündliche Zusage zurückgezogen“, sagt Frohnmaier.

Die AfD in Baden-Württemberg will eigentlich ihre Kandidaten für die Bundestagswahl im September 2021 schon etwa ein Jahr vor dem Wahltermin aufstellen. Sie begründet dies mit in der Zukunft möglicherweise wieder zu erwarteten stärkeren Einschränkungen für Veranstaltungen aufgrund der Pandemie. Außerdem ist ein Parteitag geplant, um das Programm für die Landtagswahl im März zu verabschieden. Er soll in derselben Halle stattfinden, um unter anderem Kosten für den Auf- und Abbau und für die Technik zu sparen. (esk/dpa)

Mannheim: AfD-Parteitag abgesagt – steckt OB Peter Kurz dahinter?

Erstmeldung 22. August: Parteitage in Mannheim haben eine lange Tradition. Unvergessen bleibt der historische Parteitag der SPD aus dem Jahre 1995, als Linken-Ikone Oscar Lafontaine gegen den damaligen Vorsitzenden Rudolf Scharping einen oscarreifen Putsch durchgeführt hat. Auch die AfD-Baden-Württemberg hat ursprünglich geplant, ihre zwei Landesparteitage an den letzten beiden Septemberwochenenden in Mannheim auf dem Maimarktgelände abzuhalten – doch daraus wird offenbar nichts. Gegenüber dem SWR sagt AfD-Landesvorstandssprecher Markus Frohnmaier: „Der Betreiber hat seine mündliche Zusage zurückgezogen“.

Mannheim: Afd sieht sich durch OB Kurz schikaniert

Einen Schuldigen haben für den Rückzieher der Maimarkt-Betreibergesellschaft haben die AfD-Verantwortlichen bereits ausgemacht: Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Laut Frohnmaier soll sich dieser in die Vertragsverhandlungen eingemischt und eine Anmietung verhindert haben. Daher bezeichnet AfD-Landesparteichefin Alice Weidel die Absage als „politischen Willkürakt“. Die Partei erwägt nun rechtliche Schritte einzuleiten; doch das könnte sich schwierig gestalten, denn ein Mietvertrag zwischen der Maimarkt-Betreibergesellschaft und der AfD hat zu keinem Zeitpunkt vorgelegen.

Mannheim: Stadt weist Vorwürfe der AfD zurück

Auf der anderen Seite weist die Stadtverwaltung die massiven Vorwürfe seitens der Afd zurück: „Es hat lediglich ein Informationsgespräch zwischen Stadtverwaltung und Betreiber gegeben“, sagte eine Sprecherin dem SWR. Eine direkte Einflussnahme dementieren die Verantwortlichen.

Nach zahlreichen Absagen von Veranstaltungen auf dem Maimarktgelände im Zuge der Corona-Krise steht der Betreiber finanziell massiv unter Druck.

Um mögliche verschärfte Corona-Einschränkungen zu vermeiden, will der AfD-Landesvorstand noch im September beide Parteitage mit bis zu 1.000 Teilnehmern über die Bühne bringen. Mannheim – so scheint es – muss die Parteispitze wohl von der Liste streichen. (esk)

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24 & Uwe Anspach/dpa & Carsten Koall/dpa

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