12.000 Bürger betroffen

Ab 1. Januar! Stadt verlangt Nebenwohnsitzsteuer

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Kämmerer Christian Specht (CDU) erklärt die Nebenwohnsitzsteuer.

Mannheim – Mit dem Jahreswechsel wird das Leben für tausende ‚Mannheimer‘ teurer! Grund ist die neue Nebenwohnsitzsteuer ab 1. Januar 2018. Wie sich die neue Steuer errechnet:

So ein Jahreswechsel bringt immer Neuerungen mit sich – und meistens geht‘s uns dabei an den Geldbeutel...

Da ergeht‘s auch rund 12.000 Mannheimern nicht anders, die in der Quadratestadt ‚nur‘ mit Zweitwohnsitz gemeldet sind.

Denn ab 1. Januar 2018 kassiert die Stadt die Nebenwohnsitzsteuer, die der Gemeinderat beschlossen hat und worüber 20.000 in frage Kommende bereits im April 2017 schriftlich informiert wurden. Mit ‚Goodies‘ wurde den Leuten die Ummeldung schmackhaft gemacht.

Wir wollen mithilfe der Nebenwohnsitzsteuer bewirken, dass sich diejenigen, die zwar in Mannheim leben, hier aber bislang nicht mit Hauptwohnsitz gemeldet sind, dies ändern. Denn nur für Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnsitz erhalten wir öffentliche Mittel aus dem Finanzausgleich. Die können wir wiederum unter anderem in Schulen, Soziales oder Straßenbau und Brücken investieren. Wer sich ummeldet, leistet damit also einen Beitrag zur Finanzierung der städtischen Leistungen, ohne selbst etwas bezahlen zu müssen“, rechtfertigt Erster Bürgermeister Christian Specht (CDU, 51).

Uns geht es darum, eine Gerechtigkeitslücke zu schließen. Für diejenigen, die sich nicht ummelden, stellt die Nebenwohnsitzsteuer eine Art Kompensation dar, sozusagen eine solidarische Mitfinanzierung. Wer die Steuer vermeiden möchte, kann sich selbstverständlich noch ummelden“, so der Kämmerer weiter.

Unter dem Motto „Mannheimer/in werden“ wurden jedem Ummelder (bis 30. Juni 2017) kostenlose Eintrittskarten für die städtischen Parks und Freibäder, Gutscheine für das Nationaltheater oder VRN-Tickets zugesagt. Doch nur rund 550 Personen machten dies letztendlich.

Wer sich jedoch auch nach dieser Maßnahme nicht zu ‚Monnem‘ als Hauptwohnsitz durchringen konnte oder aber ganz abgemeldet hat, erhält in Kalenderwoche 50 erneut Post – diesmal direkt vom Steueramt: das entsprechende Steuererklärungsformular.

Zahl reduziert sich

Etliche der Schreiben kamen als unzustellbar zurück, andere Angeschriebene antworteten der Stadt, dass kein Nebenwohnsitz mehr in Mannheim bestehe. Dadurch reduzierte sich die Zahl für den Fachbereich 33 (Bürgerdienste) um weitere 6.950 Personen.

Weitere 500 Leute werden jetzt gar nicht mehr erst angeschrieben, weil sie noch volljährig sind – etwa minderjährige, in Mannheim allein lebende Auszubildende. Somit bleiben besagte 12.000 als potenzielle Nebenwohnsitzsteuerpflichtige übrig.

Geht schnell, kostet nichts

Eine Ummeldung von Neben- auf Hauptwohnsitz geht schnell und kostet nichts. Außer dem Rathaus profitiert vor allem auch der Neubürger selbst! Nur dann kann man den enorm nützlichen Anwohnerparkausweis erwerben, an Wahlen teilnehmen und sämtliche städtische Dienstleistungen nutzen.

Und was Viele gar nicht wissen: Hauptwohnung ist die vorwiegend genutzte Wohnung! Man kann also in Deutschland nicht zwischen Haupt- und Nebenwohnung aussuchen.

Wie viel Steuer wird fällig?

Die Nebenwohnsitzsteuer beträgt 10 Prozent der Nettokaltmiete. Beispiel: Bei einer Kaltmiete von 400 Euro müsstest Du monatlich 40 Euro berappen – 480 Euro im Jahr. Damit liegt Mannheim im landesweiten Durchschnitt.

Übrigens: In anderen Städten in Baden-Württemberg ist diese Steuer schon seit Jahren üblich! Etwa Heidelberg (seit 2006), Stuttgart (seit 2010) oder Freiburg (seit 2012). Doch auch ‚iwwer di Brigg‘ im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen – dort seit 2012.

Das Projekt zur Einwohnergewinnung ist eines der Schlüsselprojekte des Masterplans für die Strukturelle Haushaltskonsolidierung in Mannheim (SHM²), das letztes Jahr im November vom Gemeinderat beschlossen wurde.

>>> Bis 2021: Dafür investiert Stadt Mannheim 500 Mio. Euro!

>>> Mit diesen Goodies buhlt Mannheim um ‚Neubürger‘!

Stadt MA/pek

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