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Mannheim: Maimarkt im Zeichen des Ukraine-Krieges – „Hamsterkäufe machen keinen Sinn“

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Von: Eliran Kendi

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Mannheim - Seit Samstag (30. April) findet der Maimarkt nach langer Corona-Pause wieder statt. Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen dämpfen jedoch die Freude auf der Regionalmesse.

Der Mannheimer Maimarkt hat nach zweijähriger coronabedingter Pause am Samstag (30. Mai) wieder geöffnet. Zwar überwiegt Freude und allgemeine Erleichterung darüber, dass der Maimarkt 2022 wieder stattfinden kann. Dennoch wird auch Deutschlands größte Regionalmesse von den Ereignissen und den Folgen des Kriegs in der Ukraine überschattet. Im Zuge der Kämpfe liegt die Landwirtschaft der Ukraine in Trümmern – die Kornkammer Europas ist zerstört.

NameMaimarkt Mannheim
Gründungsjahr1613
Ausstellerrund 800
Fläche75.000 m
Besucherüber 300.000 jährlich

BW-Landwirtschaftsminister auf Maimarkt in Mannheim: „Starke heimische Ernährungswirtschaft ist wichtig“

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) rückt anlässlich des Maimarkt-Startschusses die bäuerliche Landwirtschaft und mittelständisch geprägte Ernährungswirtschaft in den Fokus.

Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, an einem Rednerpult auf dem Maimarkt Mannheim 2022.
Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, an einem Rednerpult auf dem Maimarkt Mannheim 2022. © Christoph Bluethner/MAG

„Die weltweiten und leider auch europäischen Krisen haben gezeigt, wie wichtig regionale Produkte und regionale Lieferketten sind.“ Auf dem Maimarkt in Mannheim schaffen Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft dafür ein Bewusstsein bei den Verbrauchern. Der Krieg in der Ukraine zeige, dass eine starke heimische Ernährungs- und Landwirtschaft wichtig sei und sich in Krisenzeiten bewähre.

Maimarkt in Mannheim – BW-Bauernverbandpräsident: Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf hiesige Landwirtschaft spürbar

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Joachim Rukwied, versichert: „Unsere Bäuerinnen und Bauern haben in Krisenzeiten weiter gewirtschaftet und sind auch in Kriegszeiten Garant für die regionale Lebensmittelversorgung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes und des Bauernverbandes Baden-Württemberg, steht am Rednerpult auf dem Maimarkt 2022 in Mannheim.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes und des Bauernverbandes Baden-Württemberg, steht am Rednerpult auf dem Maimarkt 2022 in Mannheim. © Christoph Bluethner/MAG

Es gebe rund 39.000 bäuerliche Familienbetriebe im Land. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Landwirtschaft seien auch in Baden-Württemberg längst spürbar, doch die Verbraucher bräuchten keine Angst zu haben: „Die Lebensmittelversorgung im Land ist gesichert“, so Rukwied.

Bei einzelnen Produkten könne es kurzzeitig zu Engpässen kommen. „Aber Hamsterkäufe machen keinen Sinn, im Gegenteil, wir raten davon ab.“

Mannheim: Das sind die Highlights auf dem Maimarkt 2022

Der Maimarkt präsentiert neben kulinarischen Spezialitäten auch Mode, Gartenbedarf, Haushaltswaren, Reiseangebote und Gesundheitsprodukte. Zu den vorstellten Fahrzeugen gehört nach Angaben der Messe die Weltneuheit eines mit Elektromotor betriebenen Wohnwagens, der sich auf dem Wasser in ein Hausboot mit Sonnendeck verwandeln lässt.

Überdies lädt ein afrikanisches Dorf zum Bummeln ein - samt Trommelworkshops. Neu ist die Sonderschau „Unser Hund“, wo Hundehalter ihr Equipment erstehen können. Dabei stehen auch ein Parcours für Hunde und ein „Dog Dance“ auf dem Programm.

Zu den Höhepunkten gehört der erstmals in Mannheim vergebene und mit 75.000 Euro dotierte Nationenpreis für Springreiter am 8. Mai. Die Viererteams kommen aus zehn Nationen von Schweden bis Ungarn und Kolumbien. Bislang durfte nur Aachen den Nationenpreis ausrichten.

Sportbegeisterte Kinder und Jugendliche können etwa Fußballgolf testen. An Ständen von SAP Arena und TSG 1899 Hoffenheim gibt es Autogramme von Eishockey- und Fußballprofis. Und auf der Kulturbühne treten Autoren, Musiker und Künstler aus der Region auf.

Ob die Besucherzahl von insgesamt 334.000 vor der Corona-Pandemie gehalten werden kann, ist ungewiss. Am Eröffnungstag haben sich weniger Besucher auf dem Maimarkt-Gelände eingefunden als 2019. (dpa/esk)

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