Haltesignal missachtet

Staatsanwalt ermittelt gegen Güterzug-Lokführer (60)!

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Das Zugunglück mit 35 Verletzten hat höchstwahrscheinlich der Güterzug-Lokführer verursacht.

Der Güterzug sollte halten, wurde zwangsgebremst. Weil der Lokführer dennoch weiterfuhr und es so zum Zugunglück mit 35 Verletzten in einem Eurocity kam, wird gegen den 60-Jährigen ermittelt.

Das schwere Zugunglück am Mannheimer Hauptbahnhof ist nach ersten Untersuchungen auf "menschliches Versagen" zurückzuführen!

Staatsanwaltschaft Mannheim und Bundespolizei Karlsruhe bestätigten jetzt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass der 60-jährige Lokführer des Güterzuges einen Fehler gemacht und ein Haltesignal missachtet haben soll.

Gegen den Mann wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt. Der Sender hr-Info hatte zuvor unter Berufung auf Bahn- und Ermittlerkreise berichtet, der Lokführer sei nach einer Zwangsbremsung des Güterzugs weitergefahren, ohne eine Freigabe des Stellwerks abzuwarten. Die technischen Einrichtungen der Deutschen Bahn hätten einwandfrei funktioniert.

Die Auswertung der elektronischen Fahrzeugregistrierung des Güterzugs bestätigte jetzt, dass dieser nicht an einem Halt-Signal stoppte. Daraufhin wurde der Zug nach Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes zwangsgebremst. Der Zug stand demnach für kurze Zeit, setzte sich aber wieder in Bewegung.

In der Folge rammte der Güterzug den Eurocity 216 mit 250 Passagieren. Zwei Waggons mit 110 Insassen kippten um, 35 Menschen wurden verletzt – vier davon schwer (MANNHEIM24 berichtete).

Vom im Visier der Ermittler stehenden Lokführer selbst liegt noch keine Aussage zum Geschehen vor. Der 60-Jährige stand nach dem Unglück am 1. August unter Schock, war laut Bundespolizei nach dem Unfall nur kurz befragt worden.

Zur Rekonstruktion des Geschehens sollen die Auswertung der Funkgespräche zwischen Triebfahrzeugführer und Fahrdienstleiter beitragen sowie Befragungen Beteiligter. Die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes "fokussiert ihre Untersuchungen zur Zeit weiterhin auf die betrieblichen Abläufe", so das Eisenbahn-Bundesamt. Daneben würden aber auch die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Infrastruktur geprüft.

dpa/pek

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