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„Anstoß war die Verkehrsplanung“: Mannheimer Traditionsgeschäft macht nach 36 Jahren dicht

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Von: Marten Kopf

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Mannheim - Das Ladensterben in der Innenstadt geht weiter. Im Quadrat O4, direkt an der Kunststraße, sieht sich ein weiterer Traditionsbetrieb zum Weggang gezwungen – nach 36 Jahren.

Aufgeben werden sie nicht. Aber weggehen, das werden sie. Und wieder stirbt ein Stück Einzelhandels-Geschichte in Mannheim. Und wieder ist es ein Geschäft in den Quadraten, auf das die Mannheimer zukünftig werden verzichten müssen. Nach 36 Jahren in O4 direkt an der Kunststraße zieht MDH zum März nach Viernheim – den letzten Ausschlag gab die Verkehrspolitik in der Mannheimer Innenstadt.

MDH in Mannheim macht dicht: „Anstoß war die Verkehrsplanung der Stadt“

„Der letzte, entscheidende Anstoß war die Verkehrsplanung der Stadt Mannheim“, erzählt MDH-Inhaber Hans Jürgen de Haan im Gespräch mit MANNHEIM24. Gravuren und Textildrucke bietet er hier an, Stickereien, Werbeartikel und Souvenirs. Es ist ein Familienbetrieb, er steht gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn hinter der Theke in dem sympathischen, durchaus „kuscheligen“ kleinen Ladengeschäft.

Mit Verkehrsplanung meint de Haan den Mannheimer Verkehrsversuch, das Bestreben der Stadt, die Innenstadt zukünftig möglichst autofrei zu halten. Diese Verkehrsplanung, sagt er, sei eine Katastrophe. Kunden wie Lieferanten hätten kaum eine Chance, den Laden zum Anliefern von zu bearbeitender bzw. bestellter Waren zu erreichen, die Parkplatzsituation lasse das schlicht nicht zu. Er selbst habe schon ein Knöllchen bekommen – beim Ausladen auf dem Lieferantenparkplatz direkt vor seiner Ladentür. „Da frage ich mich: Für was ist diese Ladezone?“

Nach 36 Jahren – nächstes Mannheimer Traditionsgeschäft macht dicht
Nach 36 Jahren in O4 direkt an der Kunststraße zieht MDH zum März nach Viernheim – den letzten Ausschlag gab die Verkehrspolitik in der Mannheimer Innenstadt. © MANNHEIM24/Marten Kopf

Mannheimer Verkehrsversuch: Das Ladensterben in der Innenstadt geht weiter

Man muss gar nicht allzu weit laufen, um an den nächsten, erst seit jüngster Zeit leerstehenden Geschäftsflächen vorbeizukommen. In Sichtweite – in N4 direkt auf der anderen Seite der Kunststraße – war es die Metzgerei Zimmermann, die kürzlich nach 100 Jahren Historie ihre Türen schloss. Und noch ein kleines Stückchen weiter, wir sind in M4 angekommen, gaben die Betreiber der „Feldblume“ zum Jahresende auf, nach immerhin über 30 Jahren am Standort. Auch sie nannten seinerzeit die Verkehrssituation in der Innenstadt als Beweggrund.

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Ab März ist auch für Familie de Haan und MDH nun Schluss, jedenfalls in Mannheim. Mit dem Umzug nach Viernheim wird sich das kleine Familienunternehmen nebenbei auch vergrößern. Dreimal so groß wird die neue Verkaufsfläche sein – und dabei weniger Miete kosten als der Laden in den Mannheimer Quadraten. (mko)

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