1. Mannheim24
  2. Mannheim

Nach Hygieneskandal – Uniklinikum Mannheim fordert Millionen-Entschädigung von Ex-Manager

Erstellt:

Von: Peter Kiefer

Kommentare

Mannheim - Jahre nach dem unfassbaren Hygieneskandal am Uniklinikum fordert das Krankenhaus jetzt vom Ex-Manager Schadenersatz in Millionen-Höhe. Die Hintergründe des Medizinkrimis:

Es war einfach nur ekelhaft und lebensgefährlich! Ein beispielloser Hygieneskandal hat im Jahr 2014/15 das Universitätsklinikum Mannheim erschüttert. Auch Jahre später unfassbar: Dort wurde mit OP-Besteck operiert, an dem noch Gewebe, Keime oder gar Knochensplitter vorheriger Patienten klebte.

Uniklinikum Mannheim fordert nach Hygieneskandal 15 Millionen Euro von Ex-Manager

Bahnt sich jetzt am Universitätsklinikum Mannheim eine Schadensersatzzahlung in Millionen-Höhe an? Fakt ist: Der wegen des Hygieneskandals am Uniklinikum Mannheim frühere Geschäftsführer ist bereits 2021 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe samt Geldauflage verurteilt worden. Doch jetzt droht ihm neues Unheil:

Jetzt sieht sich der inzwischen weit über 70-jährige Alfred D. mit einer heftigen Schadenersatzklage konfrontiert. Sein früherer Arbeitgeber, das renommierte Uniklinikum, fordert nämlich satte 15 Millionen Euro von dem Ex-Manager. Einen Bericht des Mannheimer Morgen über die Schadensersatzklage hat das Landgericht Mannheim am Donnerstag (12. Januar) gegenüber der dpa bestätigt. Nach früheren Angaben der Klinik hatten Berichte über Operationen mit verunreinigtem Besteck die Uniklinik Ruf, Patienten und Millionen-Einnahmen gekostet.

Das Uniklinikum Mannheim.
Der Eingang Uniklinikum Mannheim. (Archivfoto) © MANNHEIM24/Peter Kiefer

Ex-Manager wegen Hygieneskandal am Uniklinikum zu Bewährungsstrafe verurteilt

Rückblick: Nach den Feststellungen des Landgerichts ließ Alfred D. in seiner Eigenschaft als alleiniger Geschäftsführer der Universitätsklinikum Mannheim GmbH im Zeitraum von 2007 bis 2014 aus Gründen der Kostenersparnis durch das Klinikpersonal Medizinprodukte im Klinikbetrieb einsetzen, die den geltenden Hygienebestimmungen nicht ansatzweise entsprachen. Hierdurch wurden im ausgeurteilten Zeitraum (2011 bis 2014) die Gesundheit von mindestens 50.000 Patienten gefährdet. 

Übrigens: Unser MANNHEIM24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Dafür ist der Ex-Geschäftsführer Alfred D. dann 2021 wegen Verstößen gegen das Medizinproduktegesetz (Paragraf 14 Satz 2) zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe plus Geldauflage verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Baden-Württemberg) bestätigte das Urteil im Oktober 2021. Der Beginn des zivilrechtlichen Verfahrens ist noch nicht terminiert, da Schriftsatzfristen bis in den April laufen. (pek mit dpa)

Auch interessant

Kommentare