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Mannheim: Mann stirbt nach Kontrolle – Polizei verurteilt Hass gegen Beamte

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Nachdem am Marktplatz eine Personenkontrolle eskaliert und ein Mann gestorben ist, sind im Internet mehrere Videos aufgetaucht. Sie zeigen grausame Szenen des Vorfalls.

Update vom 3. Mai, 14:23 Uhr: Unter anderem hatte sich Die Linke Mannheim in den sozialen Netzwerken mit scharfen Worten zu dem Vorfall geäußert. „Ohne diese Hilfe würde er wohl noch leben.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) verurteilt diese Hasstiraden: „Hass und Hetze im Internet, ebenso wie Gewaltandrohungen und Verunglimpfungen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Raum bekommen.“

Mannheim: ZI-Patient stirbt nach Einsatz am Marktplatz – Videos im Netz aufgetaucht

Erstmeldung vom 2. Mai, 9:27 Uhr: Schock in der Innenstadt von Mannheim. Am Montagmittag (2. Mai) eskaliert am Marktplatz eine Situation, bei der es sich laut Polizei Mannheim um eine „Personenkontrolle“ gehandelt habe. Dabei habe ein Mann – ein 47-jähriger ZI-Patient – erheblichen Widerstand geleistet. Aus bislang unbekanntem Grund kollabiert er auf der Straße unter den Augen mehrere Beamte. Am Ende stirbt er in einer Klinik.

Mannheim: ZI-Patient stirbt nach Polizeieinsatz am Marktplatz

Die genauen Hintergründe der Tat in der Mannheimer Innenstadt sind noch komplett unklar, wie auch merkur.de berichtet. Wie ein Sprecher der Polizei Mannheim auf MANNHEIM24-Anfrage mitteilt, ermittele das Landeskriminalamt in dem Fall. Zeugen sollen sich unter der Nummer 0800/503503533 beim LKA melden.

Unterdessen gibt es mehrere Videos, die Schaulustige am Marktplatz von dem Vorfall gemacht und dann ins Internet gestellt haben. Dabei ist zu sehen, wie zwei Polizisten auf dem Rücken des Mannes knien und ihm Handschellen anlegen wollen – wogegen er sich aber wehrt. Auch ist zu sehen, wie einer der Beamten mehrere Schläge in Richtung Gesicht auszuteilen scheint.

Mannheim: Toter nach Polizeieinsatz – Gaffer stellen Videos ins Netz

Doch dabei bleibt es nicht. Die Videos, die aus mehreren Blickwinkeln von verschiedenen Gaffern gemacht wurden, zeigen grausame Szenen. So sieht man, wie der Mann mit blutiger Nase scheinbar leblos auf den Rücken gerollt wird. Kurz darauf wird sogar die Reanimation des Mannes gefilmt und schamlos ins Internet gestellt. Am selben Abend demonstrierten Menschen auf dem Marktplatz.

Zwar sind solche Aufnahmen für die Ermittlungen der Polizei wichtig, sie haben aber im Internet nichts verloren. Schließlich ist vollkommen unklar, ob Freunde oder Familie des Verstorbenen über dessen Tod in den sozialen Medien erfahren. Solche Probleme mit Gaffern sind aber leider schon seit vielen Jahren – vor allem bei schweren Unfällen – bekannt.

In den sozialen Medien findet man Videos, die den Polizei-Einsatz zeigen. © Screenshot

ZI-Patient stirbt nach Polizeieinsatz in Mannheim: Hintergründe komplett unklar

Aufgrund der Videos, die mittlerweile fleißig in den sozialen Medien geteilt werden, bezeichnen zahlreiche Menschen die Beamten als Verbrecher, die bestraft werden müssen. Viele sprechen sogar von einem Polizeiproblem, obwohl überhaupt nicht klar ist, was genau am Marktplatz in Mannheim passiert ist.

Die kurzen Videos haben nämlich alle zwei Dinge gemeinsam: sie beginnen erst, als der Mann schon am Boden liegt und zeigen nicht, was passiert ist, als die Person kollabiert. Daher lässt sich noch überhaupt nichts dazu sagen, was genau passiert ist. Umso wichtiger ist es jetzt, das LKA ermitteln zu lassen und nicht vorschnell die Beamten zu verurteilen oder sogar zu beschimpfen.

Mannheim: Fake-News nach Tod von ZI-Patient am Marktplatz

Im Internet werden aber nicht nur Videos geteilt, sondern auch Gründe, warum der ZI-Patient gestorben sein soll. So berichtet ein Mann sehr selbstbewusst darüber, dass der 47-Jährige von der Polizei getötet worden sei, weil er sein Essen im Wert von 15 Euro nicht zahlen konnte. In dem Clip erzählt er es auch Leuten am Tatort und nennt ganz oft das Wort „Polizeigewalt.“

Andere Social-Media-User behaupten, dass der Tod des Mannes etwas mit einem fehlenden Ausweis zu tun haben soll. Eine Person stellt zudem die Frage, ob einer der Beamten sein Knie auf dem Hals des Verstorbenen gehabt habe – so wie bei dem getöteten Afroamerikaner George Floyd. In den Videos ist das aber nicht zu sehen. Generell scheint keiner einen Beweis für seine Behauptungen zu haben. (pol/dh)

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