"Heiße Zeiten" in Mannheim

So herrlich amüsant können die Wechseljahre sein

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Jutta Habicht, Anna Bolk, Ines Martinez und Sabine Urig (v. l.) als "die Karrierefrau", "die Junge", "die Vornehme" und "die Hausfrau".
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Von der ersten Minute an haben die vier Frauen mit humorvollen Dialogen, tollem Gesang und witziger Choreografie ihr Publikum im Griff.
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Jeder ist gefordert bei "Telefon ding dong" – nach dem Original "Rama Lama Ding Dong". 
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Die Darstellerinnen lassen jede Art von Emotionen leben – fröhliche wie traurige. "Heiße Zeiten" verspricht einen fantastischen Abend mit leichter Unterhaltung.

Was für ein herzerfrischender Abend! Humorvolle Dialoge, frech umgetexte Ohrwürmer und tolle Darstellerinnen – das alles bietet die Musical-Revue "Heiße Zeiten" am Mannheimer Nationaltheater!

Das Skurrile: Ausgerechnet das Tabu-Thema Wechseljahre rührt das Publikum zu Tränen – vor Lachen wohlgemerkt! Das beginnt mit dem Aufmarsch der Band, vier als blonde Stewardessen gekleidete Musiker, und zieht sich durch das gesamte Stück. Frauen wie Männer, Junge wie Junggebliebene amüsieren sich über Dialoge und Gesang, Gestik und Mimik der vier Schauspielerinnen, die die Begleiterscheinungen des Klimakteriums wunderbar rüberbringen. 

Der Ort des Geschehens ist dabei die Abfluglounge eines Flughafens. Hier treffen sich vier recht unterschiedliche Damen, allesamt auf dem Weg nach New York und in der Blüte ihres Lebens. Da wäre "die Junge" (Anne Bolk), die mit fast 40 die innere Uhr immer lauter ticken hört und unbedingt ein Kind haben möchte. "Die Hausfrau" (Sabine Urig) umsorgt aufopfernd ihren Mann und drei Kinder und macht mit 55 Jahren ihre erste Urlaubsreise allein. Am Airport trifft sie eine Schulfreundin, "die Karrierefrau" (Jutta Habicht). Sie hetzt von Termin zu Termin und von Mann zu Mann. Im Leben von "der Vornehmen" (Ines Martinez) dreht sich gerade alles um den betagten Vater, der aus dem Seniorenstift abhaut, weil ihm dort das Essen nicht schmeckt. Obwohl die Frauen unterschiedlich wirken, haben sie eines gemeinsam: Sie alle erleben die Wechseljahre und bewegen sich im Hormonchaos zwischen Selbstfindung, Sinnkrise und Umbruch. 

Das Ganze wird musikalisch in bekannte Liedmelodien aus vergangenen Jahrzehnten verpackt, die mit neuen Texten unterlegt worden sind. So wird aus "Stand by your man" nun "Harndrang", aus Tina Turners "We don't need another hero" "Contenance statt Eskapaden" und aus "What a feeling" entsteht die Hymne "Depressionen". Der Brüller – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist der "Zombie-Ball" (auf "Somebody's watching me"), bei dem die vier Darstellerinnen in wunderbarer Zombie-Choreografie über die Bühne wackeln. Das Publikum klatscht, jauchzt und brüllt vor Lachen. Einfach köstlich! Die Schauspielerinnen bringen fantastische Stimmvolumen mit, Ines Martinez lebt das ihrige bei der berührenden Ballade "Ich bleib sein Kind" (auf "All by myself" von Céline Dion) wunderbar aus. 

Nicht nur auf der Bühne folgt eine Hitzewelle auf die andere, auch das Publikum steckt im Gefühlschaos, wobei am Ende die Begeisterung an oberster Stelle steht. "Heiße Zeiten" ist eine wunderbar unterhaltsame (und lehrreiche) Revue, die nicht nur für Frauen (und deren Männer) in den Wechseljahren gemacht ist, sondern für jedermann, der mal wieder herzlich lachen möchte. 

Bis zum 10. August 2014 ist der "Klimakteriumskracher" von Tilmann von Blomberg und Bärbel Arenz am Nationaltheater in Mannheim täglich um 20 Uhr zu sehen. Und über Silvester (29. und 30. Dezember, jeweils 20 Uhr, sowie 31. Dezember, 19 Uhr) kommt die Show in den Mannheimer Rosengarten.

kb

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