Vier weitere Verhandlungstage angesetzt

Wieso steckte die 57-Jährige die Wohnung in Brand? 

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Die Angeklagte steht vor dem Mannheimer Landgericht – besonders redselig ist sie jedoch nicht.

Heute stand die 57-Jährige wegen Brandstiftung und versuchten Mordes vor dem Mannheimer Landgericht. Jetzt kamen weitere Details zum möglichen Beweggrund der Frau ans Licht.

Die Vorwürfe sind ernst: Eine Frau aus Mannheim soll eine Wohnung angezündet haben, weil sie die Unterkunft räumen musste. Als Motiv kommen Familienstreitigkeiten in Frage. MANNHEIM24 berichtete

Zum Prozessauftakt schwieg sich die Brandstifterin aus, hielt sich mit Aussagen um ihr Privatleben sehr zurück. Lediglich die Tatsache, dass sie Benzin gekauft und in ihrer Wohnung verteilt hatte, räumte sie ein. Dem Gutachter beteuerte sie jedoch, sie hätte keinem der Bewohner Schaden anrichten wollen. Auf die Frage zu ihrem Beruf gab sie "Privatier" an. Die Frau soll angeblich seit vielen Jahren vom Erbe ihres Vaters gelebt haben, und behauptete selbst, sich nicht in finanziellen Schwierigkeiten zu befinden. Auskünfte von Banken zeichnen ein allerdings ein anderes Bild.

Familienstreitigkeiten als mögliches Motiv? 

Nicht nur die Räumungsklage des Vermieters könnte die Frau so in Rage gebracht haben. Denn vor der Tat gingen auch viele Streitigkeiten rund um das Mannheimer Elternhaus der Angeklagten – in dem sich die Wohnung befand – vorausgegangen. Das Haus hatte der Vater der Schwester der Angeklagten geschenkt. Dies erfuhr die 57-Jährige jedoch erst nach dem Tod ihres Vaters als sie seinen Schreibtisch durchsuchte. 

Die Angeklagte durfte wohl mietfrei in dem Haus wohnen, sollte sich aber um dessen Unterhalt kümmern. Vergangenes Jahr 2013 stand die Schwester nach Angaben der Frau plötzlich mit einem Mann vor der Tür, den sie als neuen Eigentümer vorstellte.

Resultat waren schlimme Streitereien – sowohl zwischen der Schwester der Angeklagten und dem neuen Eigentümer als auch zwischen der Angeklagten und dem Mann. Dem Gutachter erzählte sie von Schikanen, von abgestelltem Strom oder einem abgeflexten Wasserrohr im Bad. Dann kam die Räumungsklage. In der Nacht vor dem Gütetermin am Amtsgericht im Januar brach plötzlich das Feuer in der Wohnung der Frau aus. 

Vier weitere Verhandlungstage sind angesetzt, das Urteil könnte am 19. August fallen.

dpa/nis

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