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Friedrichspark Mannheim: Park und Uni-Campus – OB Kurz begrüßt Bebauungspläne

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Von: Fabienne Schimbeno

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Das Eisstadion in Mannheim wird abgerissen.
Das Eisstadion in Mannheim wird abgerissen. © MANNHEIM24/Daniel Hagen

Mannheim – Der Hauptausschuss des Gemeinderats hat mit großer Mehrheit für einen neuen Bebauungsplan des Friedrichsparks gestimmt. Wann die ersten Uni-Gebäude beziehbar sind:

Update vom 16. März, 13:59 Uhr: Der Rest des historischen Friedrichsparks bildet heutzutage eine durch das Eisstadion und seine Nebenanlagen geprägte Freifläche. Die verbliebenen Grünflächen zwischen Eisstadion und den umgebenden Straßen haben nur eine geringe soziale Kontrolle und Aufenthaltsqualität. Das Gelände ist im Eigentum des Landes Baden-Württemberg, das noch im Laufe des Jahres den Abriss des Eisstadions plant.

Friedrichspark: Stadt plant attraktive Parkfläche

Damit bietet sich für die Stadt Mannheim nun die Chance, diese innenstadtnahe, historisch bedeutsame Fläche neu zu entwickeln. Hierbei soll eine attraktive, zusammenhängende Parkfläche entstehen und eine bauliche Weiterentwicklung des Uni-Campus ermöglicht werden. Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat nun den entsprechenden Bebauungsplans als Satzung beschlossen.
 
„Der Satzungsbeschluss ist der Abschluss eines jahrelangen Prozesses, der zum einen die Weiterentwicklung des Friedrichsparks als auch die dringend notwendige Erweiterung der Universität umfasst. Mit den neuen Hörsälen und Seminarräumen stärken wir den Lehrstandort Mannheim als attraktive Campus-Universität mit kurzen Wegen ohne Barrieren. Gleichzeitig wird der Park vergrößert und neu geordnet“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD).

Mit dem neuen Bebauungsplan entsteht im Friedrichspark eine zusammenhängende Parkfläche und eine bauliche Weiterentwicklung des Uni-Campus.
Mit dem neuen Bebauungsplan entsteht im Friedrichspark eine zusammenhängende Parkfläche und eine bauliche Weiterentwicklung des Uni-Campus. © Stadt Mannheim

OB Kurz: „Ökologische Aufwertung des Parks“ durch neuen Bebauungsplan

Durch die Nutzung von Studierenden, Uni-Mitarbeitenden und der Anwohnerschaft erreiche man eine „Aufwertung und Belebung“. Der neue Bebauungsplan bedeute auch eine „ökologische Aufwertung des Parks, zum Beispiel durch die Fassadenbegrünung, durch große Abstände zwischen den Gebäuden und die Reduzierung von Flächenversiegelung“, führt OB Kurz aus.

Der für die Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD) ergänzt: „Die Fläche mit den Neubauten wird klima- und umweltverträglicher sein, als es die jetzige Situation ist. Zusammen sind die drei geplanten Gebäude gerade einmal halb so groß wie die Grundfläche des Eisstadions. Zwischen den Gebäuden wurden große Fugen angeordnet, um große Bäume zu erhalten und den Luftaustausch nicht zu behindern.“

So soll die Bebauung im Friedrichspark aussehen

Hintergrund: Der Bebauungsplan sieht die Errichtung von drei Neubauten entlang der Bismarckstraße vor. Diese ergänzen das historische Schloss-Ensemble und schaffen in Verbindung mit dem neuen Friedrichspark einen zusammenhängenden Campus mit Parkfläche. Zwischen den Gebäuden sind Abstände von rund 23 Metern vorgesehen.

Neben einer extensiven Dachbegrünung beinhaltet der Bebauungsplan auch eine umfangreiche Fassadenbegrünung. Die dann weitläufige und nicht mehr zerschnitte Grünfläche dahinter soll durch den Wechsel aus offenen Wiesen- und Rasenflächen einerseits sowie baumbestandenen, hainartigen Bereichen andererseits Biotope für unterschiedliche Tier-und Pflanzenarten schaffen und eine vielfältige und qualitätsvolle Freiraumnutzung ermöglichen.

Der neue Bebauungsplan umfasst dabei nur den östlichen Teil des Friedrichsparks – der westliche Teil bleibt von den Planungen unberührt. Die für die weitere Entwicklung notwendige Änderung des Flächennutzungsplans durch den Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim wurde auf den Geltungsbereich des Bebauungsplans begrenzt.

Mannheim: Uni darf im Friedrichspark bauen – wann die ersten Gebäude stehen

Erstmeldung vom 9. März, 16:29 Uhr: Lange wurde diskutiert, seit Dienstag (8. März) ist es nun amtlich: Die Universität Mannheim darf im Friedrichspark bauen. Das hat der Hauptausschuss des Gemeinderats in Mannheim mit klarer Mehrheit entschieden. Noch am Tag der Abstimmung wurden Stimmen gegen den Bebauungsplan auf dem Areal des alten Eisstadions laut. Chancenlos, die endgültige Gemeinderats-Abstimmung nächsten Dienstag (15. März) sei laut Mannheimer Morgen „nur noch Formsache“. Wann die ersten Uni-Gebäude im Friedrichspark beziehbar sind:

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,97 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Gemeinderat stimmt für Uni-Gebäude im Friedrichspark – Gegner plädierten für Grünfläche

Bereits im Sommer 2022 sind die Tage des alten Eisstadions am Friedrichspark in Mannheim gezählt. Das altehrwürdige Stadion, in dem die Adler Mannheim bis 2005 ihre Heimspiele absolvierten, wird abgerissen. Schon im Januar 2022 sickerten erste Informationen durch, dass die Universität Mannheim das Gelände für insgesamt drei Gebäude nutzen möchte. Die Hochschule hatte ihre Bauvorhaben damit argumentiert, dass sie dringend mehr Räume für Studierende und Mitarbeitende bräuchte.

Das liege unter anderem daran, dass der Ostflügel des Schlosses aus Brandschutzgründen saniert werden müsse und der Trakt somit nicht genutzt werden kann. Zum anderen bekomme die Universität immer wieder neue Studiengänge und Lehrstühle, die untergebracht werden müssen. Die technischen Anforderungen an die Arbeitsräume steigen, die Uni wolle ihre Einrichtungen auf dem Campus nah beieinander haben, berichtet der Mannheimer Morgen.

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Umweltschützer, Architekten und Anwohner sehen das jedoch etwas anders: Sie plädieren für eine Grünfläche, die sowohl als Frischluftschneise als auch als Naherholungsort dienen soll. Zudem befürchten sie, dass das Mannheimer Schloss durch die Neubebauung seinen Stellenwert verlieren und verdrängt werden könnte. Über 100 Bäume sollen wegen der Baumaßnahmen gefällt werden. Klimaschützer schlugen deshalb bereits Alarm.

Mannheim: Uni darf im Friedrichspark bauen – wann die ersten Gebäude beziehbar sind

Laut Informationen des Mannheimer Morgen habe Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD) zu Beginn der Sitzung am Dienstag betont, dass die Argumente gegen die Gebäude aus seiner Sicht „nicht haltbar“ seien. Ein Gutachten habe ergeben, dass eine Bebauung „klimaökologisch unbedenklich“ sei. Das Schloss sei zudem historisch „schon lange nicht mehr alleinstehend“. Der Oberbürgermeister ist sich sogar sicher, dass der Friedrichspark durch die Nutzung der Universität aufgewertet werde.

Peter Kurz versicherte in der Gemeinderatssitzung jedoch, dass im Friedrichspark nicht mehr als drei Gebäude der Universität Mannheim errichtet werden. Zwei der drei jeweils fünf- bis sechsstöckigen Häuser an der Bismarckstraße sollen spätestens 2027 beziehbar sein. Sofern die Universität weiteren Platz benötigt, würden sich nach Meinung von Stadt und Land die Flächen am südlichen Verbindungskanal anbieten. Allerdings bedarf es aufgrund des nahe gelegenen Containerterminals, wo auch gefährliche Stoffe verladen werden, eines Sicherheitsabstands von 600 Metern. Der Ausschuss hat deshalb einen Bebauungsplan für diesen Bereich beschlossen, bei dem Zonen festgelegt und der nötige Abstand zum Kanal gewährleistet wird. (fas)

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