70 Jahre nach Auschwitz

Fotoprojekt „Gegen das Vergessen“ in der Alten Feuerwache

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70 Jahre nach der Befreiung aus Auschwitz, stellt der Mannheimer Fotograf Luigi Tosacano sein Fotoprojekt "Gegen das Vergessen" in der Alten Feuerwache vor.
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70 Jahre nach der Befreiung aus Auschwitz, stellt der Mannheimer Fotograf Luigi Tosacano sein Fotoprojekt "Gegen das Vergessen" in der Alten Feuerwache vor.
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70 Jahre nach der Befreiung aus Auschwitz, stellt der Mannheimer Fotograf Luigi Tosacano sein Fotoprojekt "Gegen das Vergessen" in der Alten Feuerwache vor.
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70 Jahre nach der Befreiung aus Auschwitz, stellt der Mannheimer Fotograf Luigi Tosacano sein Fotoprojekt "Gegen das Vergessen" in der Alten Feuerwache vor.
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70 Jahre nach der Befreiung aus Auschwitz, stellt der Mannheimer Fotograf Luigi Tosacano sein Fotoprojekt "Gegen das Vergessen" in der Alten Feuerwache vor.

Mannheim-Neckarstadt-Ost - Luigi Toscana hat sein ganzes Herzblut in das Projekt „Gegen das Vergessen“ gesteckt. Warum bei der Eröffnung der Ausstellung kein Auge trocken blieb:

70 Jahre sind seit der Befreiung aus Auschwitz vergangen. Millionen Menschenleben wurden innerhalb kürzester Zeit ausgelöscht. „Von den sechs Millionen, die getötet wurden, sind nur vier Millionen namentlich bekannt. Und die sind nicht mehr lange da", mahnt Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Man solle die Vergangenheit nicht vergessen. 

Der Fotograf Luigi Toskano

„Luigi Toscano hat denen, die zu Nummern degradiert wurden, wieder ihren Namen und ihr Gesicht zurückgegeben", sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. 

Der Fotograf und ehemalige Mannheimer Türsteher ist in den letzten Monaten durch die halbe Welt gereist, um mit Auschwitz-Überlebenden zu sprechen und sie zu porträtieren. 

Herausgekommen sind dabei nicht nur 70 Porträts, die in Übergröße an der Fassade der Alten Feuerwache hängen, sondern auch viele Stunden Videomaterial, eine App und ein Bildband. An dem Projekt haben etwa 1.000 Menschen mitgewirkt.

Warum hängen die Bilder an der Fassade?

„Man kann den Überlebenden ins Gesicht schauen. Sie bildet den Raum für Begegnung und Erinnerung.  Es werden die Menschen erreicht, die sich sonst nicht tagtäglich mit dem Thema beschäftigen", so Dr. Pruin.

„Präventiver Gefühlsausbruch" 

Julia Teek und Holger Jan haben das Projekt unterstützt und mitgestaltet. Als sie die Bühne betreten, merkt man ihnen an, dass die letzten Monate und die zirka 200 Menschen, denen sie begegnet sind, einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Holger Jan erzählt, dass er während des Reisens das Konzept des präventiven Gefühlsausbruchs perfektioniert hat: „Da saß ich erst einmal im Hotel und habe vorgeweint." 

Die Geschichte mit dem Brot 

Dieses Verhalten wird nachvollziehbar, als der Film gezeigt wird, den die drei aus ihren zahlreichen Begegnungen mit Zeitzeugen zusammengeschnitten haben. Eine Überlebende erzählt, dass sie und ihre Mutter jeweils eine Brotration pro Tag bekommen haben. Die Mutter verwaltete die Ration und gab der Tochter über den Tag verteilt ein paar Brocken. Irgendwann konnte sich das Kind vor Hunger nicht mehr beherrschen, forderte seine Ration ein und behauptete, dass ihre Mutter ihr das Brot wegesse. Die Mutter gab es ihr und sie aß es sofort auf. Später hatte sie einen solchen Hunger, dass sie die ganze Zeit weinen musste. Die Mutter gab ihr abends ihr Brot und sagte: „Hier, nimm mein Brot! Ich habe es den ganzen Tag für dich aufgespart, wie die ganzen letzen Wochen auch." 

Die Mutter wurde kurz nach diesem Vorfall von SS-Leuten erschossen. Die Überlebende erzählt mit Tränen in den Augen: „Ich habe mich so geschämt, dass ich meiner Mutter so einen Vorwurf gemacht habe. Ich werde nie vergessen, was sie für mich getan hat." 

Das Fotoprojekt trägt einen wichtigen Beitrag dazu bei, dass die Schicksale und der Schrecken des Holocaust niemals vergessen werden.

kp

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