Mannheimer Erbe der Weltkulturen

Das ‚Erbe‘ der bulgarischen Community

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Die Kinder der bulgarischen Community „lieben Mannheim“.
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Miro Stanoc, Aneliya Doeva-Neumüller und Georgi Kasabadjakow präsentieren ihre Trachten.
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Georgi Kasabadjakow und Aneliya Doeva-Neumüller erzählen gern von ihrer Kultur.
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Nicht ganz ohne Stolz zeigen die beiden ihr ‚Erbe‘.
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Georgi Kasabadjakow mit der traditionellen Tupan-Trommel.

Mannheim – Mit über 170 Kulturen verfügt Mannheim über einen großen Schatz unterschiedlichster Einflüsse. Diesem Reichtum gibt zeitraumexit e.V. mit dem Mannheimer Erbe der Weltkulturen nun eine Plattform:

Mannheim ist eineinternationale Stadt. Über 170 verschiedene Kulturen finden wir hier. Den größeren Gruppen begegnen wir Tag für Tag, den kleineren weniger oft, und dann gibt es noch einige, von denen wir wissen, dass es sie gibt, die wir aber erst suchen müssen.

Genau so reich ist das kulturelle Erbe Mannheims: Es gibt migrantische ‚Communities' aus nahezu allen Ländern der Welt, das Mannheimer Weltkulturenerbe.

Ganz ähnlich wie bei einer Sitzung der UNESCO präsentieren sich seit Freitag die hier vertretenen Kulturen, begutachtet von einem 21-köpfigen Komitee und den vielen Zuschauern im Ratssaal im Stadthaus. Alle fünf Minuten kommt eine Gruppe in den Saal und präsentiert etwas Typisches, etwas Identitätsstiftendes. Am Ende wird es eine Liste geben, die das Weltenkulturenerbe dokumentiert. Ganz ähnlich der Welterbeliste der UNESCO, auch das Logo des Projekts ähnelt dem der UNESCO: Es zeigt den Wasserturm, darin groß das Wort Erbe, auf dem Dach eine Satellitenschüssel – ein typisches Symbol für Haushalte, in denen Migranten – woher auch immer – leben?

Etwa 100 Teilnehmer

„Wir haben versucht, alle hier lebenden Kulturen anzusprechen. Bei manchen war es schwer Ansprechpartner zu finden“, erzählt Charlotte Arens vom zeitraumexit e.V. über die Vorbereitungen.„Am Ende haben etwa hundert zugesagt“.

Etwas ganz Besonderes haben sich die Bulgaren einfallen lassen: Kinder tragen kyrillische Buchstaben auf ihren Hemden, in der richtigen Reihenfolge zeigen sie: „Ich liebe Mannheim“. Und nach ihrem Auftritt und dem obligatorischen Foto für die Liste erzählen sie noch gerne über ihren Beitrag und ihr Land.

Die bulgarische Community

„Meine Tracht kommt aus dem Rodopa-Gebirge und ist über 150 Jahre alt“, sagt Mirolslav Stanov nicht ganz ohne Stolz. Unterm Arm trägt er eine „Kaba“, eine Sackpfeife aus Ziegenhaut. Mitsamt dem „Kalpak“, einer schwarzen Fellmütze, gibt die Tracht auch ganz ordentlich warm – Miro verschwindet schnell in die Umkleide.

Georgi Kasabadjakow, ist sehr farbenfroh gekleidet, so, wie man es in der Dobrudzha-Gegend trägt. Er spielt eine Tupan-Trommel und wenn er loslegt, wird es richtig laut und alle drehen sich interessiert zu ihm um. Aneliya Doeva-Neumüller trägt ein ganz neues rotes Kleid aus Sofia. „In fast jedem Ort kann man eine völlig andere Tracht finden“, erklärt Georgi Kasabadjakow. „Das ist so, weil es früher kaum Austausch untereinander gab.“

Identität und Schrift

Und was sehen die Mannheimer Bulgaren, die hier mit drei Vereinen vertreten sind, als ihr Erbe? Eigentlich etwas ganz einfaches, aber gundlegendes: die kyrillische Schrift. Warum, erklärt Aneliya Doeva-Neumüller gern: Im Jahr 855 haben es sich die beiden Mönche Kyrill und Methodii zur Aufgabe gemacht, das Christentum unter den slawischen Völkern zu verbreiten uns haben dazu auf Grundlage der bulgarischen Sprache eine sehr lautmalerische Schrift entwickelt, die leicht zu lernen ist: die Glagolitza. Später wurde diese Schrift noch etwas vereinfacht und „kyrillisch“ genannt. Wenn das mal kein Erbe ist?

Die Weltkulturenerbe-Show im Stadthaus N1 am Paradeplatz geht am Samstag um 14 Uhr weiter, bis 22 Uhr zeigen noch etwa 60 Gruppen ihr kulturelles Erbe. Unter www.weltkulturenerbe.de gibt es auch einen Link zum Livestream direkt in den Ratssaal.

>>> Mannheimer Erbe der Weltkulturen: Die Show am Wochenende

chr

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