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Mannheim: Daten-Leak bei Facebook! Gökay Akbulut wütend – „Mark Zuckerberg muss...“

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Von: Peter Kiefer

Mannheim - Ein Datenleck bei Facebook schockiert Millionen User des Netzwerks. Jetzt platzt der selbst betroffenen Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (38, Linke) der Kragen:

Update vom 17. April: Die EU leitet aufgrund der gigantischen Datenpanne eine Untersuchung gegen Facebook (Umsatz im Jahr 2019 rund 70,7 Milliarden US-Dollar) ein. Dem Tech-Konzern droht damit womöglich eine Milliarden-Strafe, wie bw24 berichtet. Um genau zu sein, ermittelt die irische Datenschutzbehörde im Auftrag der Europäischen Union. Man versuche, mehr über den Daten-Leak in Erfahrung zu bringen. Unter den Betroffenen seien viele Nutzer aus der EU. Facebook habe die Behörde nicht von sich aus informiert.

Mannheim: Datenleck bei Facebook – Betroffene Linken-Abgeordnete Akbulut „sprachlos“

Erstmeldung vom 15. April: Ein Datenskandal erschüttert derzeit Facebook (2,5 Milliarden Nutzer weltweit)! Aufgrund einer riesigen Panne werden im Darknet die Daten von rund 533 Millionen Usern angeboten. Namen, Adressen, Telefonnummern – alles einsehbar! Und auch die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut (38, Die Linke) ist davon betroffen, wie die Politikerin am Donnerstag (15. April) in einem emotionalen Statement mitteilt. So wie rund 50 deutsche Abgeordnete ebenfalls.

NameFacebook
BrancheSoziales Netzwerk
User weltweit2,5 Milliarden (monatlich aktive Nutzer)
Online-Gang4. Februar 2004
GründerMark Zuckerberg

Ein solches Datenleck macht sprachlos. Facebook ist ein integraler Bestandteil der sozialen Medien und spielt auch für uns Abgeordnete eine große Rolle bei der Kommunikation mit der interessierten Öffentlichkeit. Dieses Leck erschüttert das Vertrauen in Facebook massiv. Davon erfahren haben wir erst über Twitter und Organisationen wie Netzpolitik.org und nicht von Facebook selbst“, ist die migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion Gökay Akbulut erbost.

Mannheim: Linken-Politikerin Akbulut fordert – „Mark Zuckerberg muss sich hierfür verantworten“

Mit „extremer Verzögerung“, nämlich erst am Dienstag dieser Woche (13. April), habe es den Hinweis vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) dazu gegeben, dass auch die Daten der 38-jährigen Politikerin veröffentlicht worden sind. „Die Reaktion der Behörden ist für mein Verständnis viel zu langsam, auf die des Unternehmens warten wir sicher noch lange“, so Akbulut verärgert.

Die Mannheimer Abgeordnete Gökay Akbulut (Die Linke).
Die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut (Die Linke). © Andi Weiland


Angesichts der langjährigen und breiten Kritik an Facebooks generellen Umgang mit datenschutzrechtlichen Belangen sei diese Reaktion mehr als dürftig. So etwas dürfe nunmal nicht passieren! „Facebook muss Datenschutz endlich ernst nehmen und diese Causa aufarbeiten. Inhaber Mark Zuckerberg muss sich hierfür verantworten, auch vor den Parlamenten“, fordert Gökay Akbulut energisch. Und frodert abschließend in ihrem Statement: „Bald tritt die europäische Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Doch auch darüber hinaus müssen wir Wege finden, dass solche gigantischen Monopole im digitalen Bereich wie Facebook reglementiert werden können.

Datenleck bei Facebook: Immer wieder mal Probleme mit „Scraping“

Bereits im Jahr 2019 sind Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Netz aufgetaucht, nachdem eine Funktion zur Freundessuche für den Daten-Klau missbraucht worden war. Die Telefonnummern waren zwar nicht offen sichtbar, konnten jedoch über automatisierte Anfragen (sogenanntes „Scraping“) abgerufen werden. Das hat zwar gegen die Facebook-Regularien verstoßen, ist jedoch technisch möglich gewesen. Der Social-Media-Riese schaltete diese Funktion schließlich ab. Denn: Sind solch persönliche User-Daten erstmal abgegriffen, ist deren Verbreitung im Netz kaum noch zu stoppen.

Facebook Gründer Mark Zuckerberg stellt am 04.04.2013 in Menlo Park in Kalifornien (USA) eine App vor.
Mark Zuckerberg ist der Gründer von Facebook, dem weltgrößten Online-Netzwerks. (Archivfoto) © Peter Dasilva/ epa/ dpa/ Picture Alliance

„Scraping“ ist in der Vergangenheit immer wieder zum Problem für Facebook geworden. So musste das führende Online-Netzwerk im Jahr 2018 einräumen, dass vermutlich alle öffentlich zugänglichen Daten der damals bereits mehr als zwei Milliarden Nutzer durch automatische Abrufe systematisch eingesammelt worden sind. (PM/pek)

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