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Mannheim: Mann stirbt nach Polizeieinsatz – Schuss aus Dienstwaffe ist nicht die Todesursache

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Von: Marten Kopf, Fabienne Schimbeno

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Mannheim - Nach dem Tod eines 31-jährigen Mannes bei einem Polizeieinsatz im Stadtteil Waldhof liegen den Ermittlern die ersten Obduktionsergebnisse vor:

Update vom 11. Mai, 10:41 Uhr: Die ersten Obduktionsergebnisse nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Mannheim-Waldhof liegen vor: Demnach soll die gezielte polizeiliche Schussabgabe in das Bein des 31-Jährigen aus einer Dienstwaffe nicht zum Tod des Mannes geführt haben. „Nach dem Ergebnis der Rechtsmedizin ist der Tod auf Herz-Kreislauf-Versagen und hohen Blutverlust zurückzuführen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.

Mannheim: Nach tödlichem Einsatz im Stadtteil Waldhof – Staatsanwaltschaft und LKA ermitteln weiter

Insbesondere eine Stichverletzung im Bereich des Schlüsselbeins soll zu massiven Blutungen geführt haben. Die Stichverletzung habe sich der Verstorbene selbst zugefügt, so Staatsanwaltschaft und LKA.

Ergänzende Untersuchungen zur Absicherung der vorläufigen Obduktionsergebnisse wurden laut Pressemitteilung in Auftrag gegeben. Bis zur Vorlage der endgültigen Obduktionsergebnisse bedarf es voraussichtlich mehrerer Wochen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg führen die Ermittlungen fort. (fas)

Mannheim: Mann stirbt nach Polizeieinsatz – er soll sich und Beamte mit Messer bedroht haben

Erstmeldung vom 10. Mai 2022: Am Dienstagvormittag kommt im Stadtteil Mannheim-Waldhof ein 31-jähriger Mann ums Leben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte eine Nachbarin einen Notruf abgesetzt, weil sie Schreie gehört habe.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Toter nach Polizeieinsatz in Mannheim-Waldhof: Gezielter Schuss ins Bein

Die hinzugerufenen Beamten hätten sich, so berichten es Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung, daraufhin mit Gewalt Zutritt zu der Wohnung verschafft und den 31-Jährigen vorgefunden, der sich mit seiner Mutter stritt. Im Zuge der Auseinandersetzung habe der Mann damit gedroht, sich selbst zu töten und hält sich mehrfach ein Küchenmesser an den Hals.

Die Einsatzkräfte versuchen, den 31-Jährigen zu beruhigen und fordern ihn mehrfach auf, das Messer wegzulegen. Als er hierauf nicht reagiert, setzen sie ein Reizstoffsprühgerät ein, um ihn zu überwältigen, was aber nicht gelingt. In der Folge kommt es zu einer gezielten Schussabgabe eines Polizisten in ein Bein des Mannes.

Polizeieinsatz in Mannheim-Waldhof
Ein Fahrzeug der Polizei steht in einer Straße im Stadtteil Waldhof. © Rene Priebe/dpa

Mann stirbt während Polizeieinsatzes in Mannheim-Waldhof: LKA ermittelt

Der Mann befindet sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand und weist schon beim Eintreffen der Beamten mehrere erhebliche Stich- und Schnittverletzungen auf, die er sich nach bisherigen Erkenntnissen selbst zugefügt hatte. Zwischenzeitlich hinzugekommene weitere Einsatzkräfte leisten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und eines Notarztes Erste-Hilfe- und Reanimationsmaßnahmen, trotzdem verstirbt der Mann noch in der Wohnung.

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Zur Klärung der genauen Todesursache ordnet eine Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Mannheim eine Obduktion an, die laut LKA zeitnah erfolgen soll. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Mannheim übernimmt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die weiteren Ermittlungen, insbesondere im Hinblick auf den polizeilichen Schusswaffengebrauch.

Toter nach Polizeieinsatz in Mannheim-Waldhof: Sorge um weitere Fälle von Polizeigewalt

Ein Sprecher des LKA sagt schon am späten Nachmittag in einem Gespräch mit dem Südwestrundfunk, nach aktuellem Stand gehe man davon aus, der Einsatz der Schusswaffe sei zumindest ersten Informationen nach möglicherweise gerechtfertigt gewesen. Der Mann habe nicht nur sich selbst, sondern auch die Beamten mit dem Messer bedroht.

Trotz allem kommt die Meldung über den Todesfall zur Unzeit. Erst am 2. Mai war ein 47-Jähriger nach einem Polizeieinsatz am Mannheimer Marktplatz ums Leben gekommen. Im Anschluss waren hunderte Menschen in der Innenstadt gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Auch in Pforzheim untersuchte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Todesfall und einer vorangegangenen Polizeikontrolle. In diesem Fall allerdings ergaben erste Obduktionsergebnisse keine Hinweise auf Gewalteinwirkung. (mko/PM)

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