Drei Mediziner unter Betrugsverdacht

Riesen-Skandal an Uni-Klinik!

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Der Haupteingang des Uni-Klinikums Mannheim – das Pariser Tor.

Mannheim-Wohlgelegen - Polizei und Staatsanwälte durchsuchen Krankenhausbüros und Wohnungen: Ein Skandal erschüttert das renommierte Universitäts-Klinikum. Die Hintergründe.

Es ist der Stoff wie aus einem Krimi...

Drei Mediziner des Uni-Klinikums (rund 1.350 Betten) sollen Gelder veruntreut, in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Gesamtschaden mehrere hundertausend Euro!

Der knallharte Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Verdacht auf Betrug und Untreue.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Am 11. September wurden die Büros und Wohnungen der Verdächtigen von mehreren Staatsanwälten und Polizisten auf den Kopf gestellt, Datenträger und Dokumente beschlagnahmt.

Auslöser des Ganzen: Eine Prüfung des Landesrechnungshofs, wie ein Sprecher der Mannheimer Staatsanwaltschaft jetzt der Nachrichtenagentur dpa sagte und damit einen "Spiegel"-Bericht bestätigt.

Die drei spektakulären Fälle:

- Ein ärztlicher Mitarbeiter soll rund 100.000 Euro potenzielle Klinik-Einnahmen einfach an die Fakultät geleitet haben – laut "Spiegel" war dies die Abgabe von Blutproben an eine Mannheimer Tochter des Pharma-Konzerns Roche.

- Ein Ex-Professor steht unter Verdacht, mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen einen Beratervertrag geschlossen zu haben, ohne dafür Leistungen zu erbringen. Schaden für die gemeinnützige GmbH: rund 200.000 Euro. 

- Ein Professor soll die Teilnahmegebühren von Fortbildungskursen 'eingesteckt' haben, ohne die vorgesehenen Mittel für die Nutzung der Räume ordnungsgemäß abzuführen. Schaden für Klinik (oder Fakultät) hier: ein sechsstelliger Betrag!

Keinen Kommentar wollte das Uni-Klinikum zu den schwerwiegenden "Spiegel"-Vorwürfen gegen die eigene Leitung abgeben.

Ein Sprecher des Wissenschafts-Ministeriums sagte, nach Kritik der Rechnungsprüfer an überhöhten Zahlungen von der Fakultät an die Klinik seien die Beträge bereits reduziert worden. Zurzeit gebe es Gespräche zwischen dem Land und der Stadt Mannheim zu einer Empfehlung des Wissenschaftsrats, den wissenschaftlichen Bereich in Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu stärken.

Gleichzeitig kündigte ein Sprecher des Karlsruher Landesrechnungshofs bis Ende des Jahres eine Erklärung zu ihrer Überprüfung der medizinischen Ausbildung an, "die die notwendigen politischen und organisatorischen Konsequenzen aus den gewonnenen Prüfungserkenntnissen formuliert".

Gegenstand sei allein die Medizinische Fakultät, nicht jedoch die wirtschaftliche Situation des Universitätsklinikums Mannheim. 

Zur Frage nach einer möglichen Schließung sagte der Sprecher: "Hinsichtlich der Medizinischen Fakultät prüft der Rechnungshof alle denkbaren Optionen."

Inzwischen prüfen Stadt Mannheim und das Land Baden-Württemberg, als Träger für medizinische Ausbildung und Krankenversorgung, grundlegende Einschnitte in der komplexe Struktur der Klinik.

dpa/pek

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