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Corona Mannheim: Alle Kitas ab heute geschlossen – ab sofort Maskenpflicht in Grundschulen

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Von: Robin Eichelsheimer

Mannheim - Die Corona-Pandemie setzt der Quadratestadt weiter zu, es droht die Rücknahme der Lockerungen. Jetzt greift die Stadtverwaltung hart durch:

Update vom 15. März: Wie die Stadt Mannheim am Abend mitteilt, finden alle für den morgigen Dienstag (16. März) vereinbarten Impfungen ganz regulär statt! Für die AstraZeneca-Termine kommt ein anderer Impfstoff zum Einsatz. Aktuell wird im Mannheimer Impfzentrum mit BioNTech/Pfizer- und Moderna-Impfstoff geimpft. Damit reagiert das Impfzentrum auf die vorsorgliche Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland, die die Bundesregierung nach einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts beschlossen hat.

Corona in Mannheim: Stadtverwaltung veranlasst Schließung aller Kitas

Konsequenzen hat die zunehmend dramatische Pandemie-Lage auch für die Mannheimer Kitas! Immer mehr unter 15-Jährige stecken sich an. Aufgrund einer verstärkten Häufung von Corona-Fällen („Clustern“) speziell mit Virus-Mutationen letzte Woche wird die Stadt morgen eine Allgemeinverfügung erlassen, die besagt, dass alle Kitas ab Mittwoch (17. März) bis zum 1. April geschlossen werden! Dadurch soll das Infektionsgeschehen gebremst werden. Eine Notbetreuung wird weiterhin angeboten, wobei die Stadt dringend appelliert, dies nur in Anspruch zu nehmen, wenn keine andere Betreuungsmöglichkeit gegeben ist.

Aktuell sind in Mannheim sechs Einrichtungen aufgrund von Corona-Infektionen mit Virusmutationen geschlossen. Denn tritt eine Mutante auf, ist nach den Vorgaben des Landes die gesamte Einrichtung zu schließen. Derzeit sind alleine aus diesen sechs Einrichtungen zirka 330 Kinder in Quarantäne. Für die mit einer Mutation infizierten Erzieher*innen und Kinder gilt eine 14-tägige Quarantäne – auch für Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.370 (Stand: 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Corona in Mannheim: Maskenpflicht in Grundschulen

Angesichts der weiteren Öffnung der Grundschulen hat die Stadtverwaltung bereits in der vergangenen Woche das Maskentragen auch für Schüler an Grundschulen, insbesondere auf den Begegnungsflächen wie Schulhof, Fluren, Toiletten und bei den außerunterrichtlichen Betreuungsangeboten wie Ganztagsbetreuung oder verlässliche Grundschule etc. empfohlen.

Zudem hat das Rathaus auf Basis der Erfahrungen mit bestehenden Empfehlungen die Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht erweitert, um eine solche Maskenpflicht für Grundschulen ab dem morgigen Dienstag (16. März) verpflichtend einzuführen. Bei Kindertagesstätten wird die Maskenpflicht auf alle Personen außer den betreuten Kindern erweitert und auch im Umfeld der Kindertagesstätten (Bringen und Abholen) eine Maskenpflicht eingeführt.

Mit Abstand sind Tische und Stühle in einem Klassenraum der Valentin-Senger-Schule im Stadtteil Bornheim aufgestellt, in dem einige Schüler schon in der Notbetreuung vor Ort sind. Für über 359 000 Schüler der Klassen eins bis sechs in Hessen ist ab dem 22. Februar die Rückkehr in den Unterricht in der Schule möglich. Welches Modell des Wechselunterrichts dann praktiziert wird, entscheiden die Schulen in Eigenregie. (zu dpa „Wechselunterricht in der Pandemie“) | Aktuell
Schüler in einer Grundschule. © Frank Rumpenhorst/dpa - Bildfunk

Generell sind gemäß der neuen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg für die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit vom 15. März sind alle Angebote der Kinder- und Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 (hat Mannheim seit Tagen) nur in präsenzloser Form gestattet. Angebote der Jugendsozialarbeit sind weiterhin zulässig, allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl. Die Jugendförderung bietet ein umfangreiches Online-Angebot für Kinder- und Jugendliche, das unter www.majo.de eingesehen werden kann. 

Mannheim: Infizierte werden jünger, Corona-Regeln weniger befolgt – keine Trendwende erkennbar

Erstmeldung vom 12. März: Diese Analyse muss die Mannheimer*innen aufwecken! Erst am Montag (8. März) sind in Folge des Corona-Gipfels zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten – doch es hat keine Woche gedauert, um diese in Mannheim wieder massiv zu gefährden. Konkret: Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz in der Quadratestadt zum zweiten Tag in Folge über 100. Wird dieser Wert auch am Samstag (13. März) und somit zum dritten Mal hintereinander überschritten, treten per Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg am übernächsten Werktag - in diesem Falle Dienstag (16. März) - Beschränkungen in Kraft.

Beim Eintreten dieses Falles dürfte beispielsweise der Einzelhandel kein Click & Meet anbieten, ein Haushalt dürfte sich nur noch mit einer nicht zum Haushalt gehörenden Person treffen, Kosmetik-, Nagel- und Tattoo-Studios und Co. müssten ebenso schließen wie Museen und Stadtparks. Und da dieses Szenario als sehr wahrscheinlich gilt, hat die Mannheimer Stadtspitze heute kurzfristig bekannt gegeben, dass die für den morgigen Samstag avisierte Öffnung des Luisenparks nun doch flach fällt – die grüne Lunge Mannheims bleibt auch nach 132 Tagen weiter geschlossen. Nun hat die Stadt Mannheim über zahlreiche neugewonnenen Erkenntnisse des hiesigen Gesundheitsamtes zum aktuellen Infektionsgeschehen in der Quadratestadt informiert. Und die sind besorgniserregend.

Corona in Mannheim: 44 Neuinfektionen – über 660 Fälle mit Virusvarianten bestätigt

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Mannheim 11.268 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – bis 16 Uhr am Freitag wurden dem Gesundheitsamt 44 weitere Fälle innerhalb eines Tages gemeldet. 749 Corona-Fälle gelten als derzeit aktiv, 10.266 Personen sind inzwischen wieder genesen. 256 Menschen sind in an oder mit Covid-19 gestorben.

Wie das Gesundheitsamt weiter meldet, sind in Mannheim insgesamt 664 Infektionen mit Virusvarianten erfasst, alleine in der Woche vom 6. bis 12. März sind 80 neue Fälle gemeldet worden. In 242 Fällen wurde die britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen, die als infektiöser gilt und bei einer Infektion mit einer höheren Viruslast einhergeht. Bei den anderen Mutationen erfordert es weitere Untersuchungen zur Bestimmung der konkreten Mutationsvariante.

Corona in Mannheim: So viele Menschen wurden bereits geimpft

Seit Impf-Start am 27. Dezember 2020 bis zum 12. März 2021 wurden in Mannheim 54.711 Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt – davon 35.080 Erstimpfungen und 19.631 Zweitimpfungen. dabei beinhaltet sind sowohl die Impfungen im Mannheimer Impfzentrum als auch die der mobilen Impf-Teams.

Corona-Infektionsgeschehen in Mannheim: Infizierte werden jünger, Corona-Regeln weniger befolgt – keine Trendwende erkennbar

Das Gesundheitsamt Mannheim berichtet, dass bei dem im Verlauf der letzten 20 Tage steigenden Infektionsgeschehen keine Trendwende erkennbar sei – und das, obwohl einzelne Cluster durch eine aufwändige Analyse erfolgreich eingedämmt werden konnten. Und das ist nicht die einzige schockierende Erkenntnis der Auswertungen für Mannheim.

Aus den lokalen Analysen und Beobachtungen im Abgleich mit anderen Stadt- und Landkreise ergeben sich folgende Feststellungen und Einschätzungen:

 
Um nicht innerhalb kurzer Zeit die Erfolge des einschränkenden Lockdowns der letzten drei Monate wieder zu verspielen, müsse die Dynamik des Infektionsgeschehens verlangsamt werden, warnt Peter Schäfer, Leiter des Mannheimer Gesundheitsamts, und fügt hinzu: „Auswirkungen der steigenden Infektionszahlen zeigen sich auch bei den wieder ansteigenden Zahlen der stationär behandlungsbedürftigen Patienten. Gleichzeitig bringt eine Verlangsamung des Infektionsgeschehens einen erforderlichen Zeitgewinn zur Steigerung der Impfrate.“ Um Clusterbildungen früher erkennen zu können, hat die Stadt mit dezentralen Testungen begonnen.

Corona in Mannheim: Grundschüler sollen Masken tragen

Da am kommenden Montag in Baden-Württemberg die Öffnung der Grundschulen erfolgt, empfiehlt die Stadt Mannheim vor dem Hintergrund des aktuellen Infektionsgeschehens in der Quadratestadt das Tragen von Masken auch für Schüler*innen der Klassenstufen 1 bis 4 vor allem dort, wo es zu Begegnungen kommt wie auf dem Schulhof, den Fluren oder Toiletten.

Zu gleich wird auf Basis der Erfahrungen mit bestehenden Empfehlungen eine Allgemeinverfügung vorbereitet, eine solche Maskenpflicht für Grundschulen ab Dienstag verpflichtend einzuführen“, heißt es weiter. Außerdem fordert die Stadt Mannheim die Landesregierung auf, bis Ostern von Unterricht in voller Präsenz abzusehen und stattdessen Wechselunterricht anzubieten.

Coronavirus: Künftig kostenlose wöchentliche Schnelltests

Unterdessen freut sich die Stadt, dass die bestehenden und angekündigten privaten Testzentren in die vom Bund zugesagten kostenfreien Schnelltests für alle Bürger*innen einbezogen werden. „Die ist die einzig sinnvolle Lösung und ermöglicht uns die Konzentration auf die notwendigen gezielten Testungen und regelmäßigen kontrollierten Selbsttests in Schulen und anderen Einrichtungen“, so Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz. (rob)

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