Konzert-Tour „Here we go again“

Cher in Mannheimer SAP Arena: Pop-Ikone vergisst ihr wahres Alter!

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Cher macht auf ihrer "Here we go again"-Tour auch in der Mannheimer SAP Arena Halt (Archivbild). 

Mannheim - Bei ihrer Show in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena beweist Cher wieder einmal, dass das Alter nur eine Zahl ist. 

Schönheit und das Alter spielten bei Cher schon immer eine sehr wichtige Rolle. Der im Mai 1946 als Cherylin Sarkisian geborenen Künstlerin, mit armenischer und Cherokee-indianischer Abstammung, sieht man ihr Alter nämlich nicht an. 

Als sie am Freitagabend, dem 11. Oktober, bei ihrer „Here We Go Again Tour“ in einem Aufzug als Kleopatra auf die Bühne der SAP Arena herabgelassen wird, erscheint sie den 9.000 Zuschauern der SAP Arena wie eine göttliche Herrscherin. Im knappen blauen Mieder mit blauem Glitzerhaar, umringt von tanzenden Gladiatoren und Amazonen steht sie da – das Publikum hängt gebannt an ihren Lippen. Cher ist die Königin der Inszenierung.

Nicht umsonst hat die Popsängerin ihre größten Auszeichnungen als Schauspielerin bekommen: Neben einem Emmy und Grammy für ihre Musik, gewann sie unter anderem drei Golden Globes und sogar einen Oscar für „Moonstruck“ (Mondsüchtig) an der Seite von Nicolas Cage. 

So wandelbar wie ihre Musik, die über 45 Jahre hinweg verschiedene Genres von Folk, Rock und Disco abdeckt, ist die Stil-Ikone Cher auch auf der Mannheimer Bühne nie dieselbe. Mindestens neun Mal wechselt die Sängerin Outfit und Perücke: Mal in lila Schlaghosen mit petrolfarbenem Felljäckchen, mal im burlesquem sexy Frack oder in knappem Glitzer-Body mit dazu passenden Straps-Stiefeln. Da gibt es nichts mehr, was die perfekte Figur der 73-Jährigen verhüllen könnte. 

Als Cher in einer engen Korsage einen Stoff-Emoji eines Fans aufheben möchte, wendet sie sich an das Publikum: „Das ist jetzt schwierig, ich möchte ja beim Bücken nicht aussehen wie ein Idiot!“ Natürlich gelingt es ihr trotzdem sehr elegant. 

Cher erzählt bei Konzert in Mannheimer SAP Arena von 40. Geburtstag

Dann erzählt sie von ihrem 40. Geburtstag: Als ihr ausgerechnet an diesem Tag der australische Regisseur George Miller (Mad Max) morgens am Telefon groß und breit erklärt, warum ihm nicht gefällt, wie sie läuft, wie sie redet und dass sie einfach zu alt und nicht mehr sexy genug für seinen Film „Die Hexen von Eastwick“ sei, bricht Cher in Tränen aus. Die Rolle hat sie später trotzdem bekommen.

Kurz darauf bringen ihr ihre Kinder einen Geburtstagskuchen ans Bett und singen „Happy Birthday“ –  und bereiten ihr damit doch noch einen perfekten Geburtstag. 

Dazu hat Cher in der SAP Arena für alle Frauen und Fans eine Message: „Keine will älter werden. Aber denkt immer daran: Kopf hoch! Ihr könnt so sein, wie ihr möchtet.“

Hat Cher vergessen wie alt sie ist? 

Dann passiert ihr ein kleiner Fehler: „I am seventy-two“ erklärt die Pop-Ikone laut und deutlich. Eigentlich ist sie seit Mai schon unglaubliche 73 Jahre alt. Aber weil sie im  Scheinwerferlicht keinen Tag älter als 40 aussieht, ist der winzige Versprecher ja auch wirklich nebensächlich. Jeder darf bei Cher heute so alt sein, wie er möchte – natürlich auch sie selbst. 

Passend dazu startet der Song „Strong enough“, bei dem die Sängerin die ersten Reihen der bestuhlten Halle zum Aufstehen animiert. Immer wieder werden zwischen den Musikstücken Auszüge aus Chers Leben auf Video-Wänden abgespielt. „I Got You Babe“ singt sie mit ihrem, an die Wand projizierten, Ex-Mann Sony.

Doch spätestens bei den drei ABBA-Hits „Waterloo“, „SOS“ und „Fernando“ stehen die Fans auch in den hintersten Reihen auf und tanzen frenetisch. Die Texte zu den Liedern kennt jedes Kind.

Diesmal mit einer weißen Perücken-Prachtmähne und lila Glitzer-Hosenanzug ausgestattet, knüpft die Show-Performerin an ihren Erfolg in der Schauspiel-Rolle in „Mamma Mia 2 – Here we Go Again“ an (im neuen Album „Dancing Queen“) an.

Sexy 73-jährige Cher performt in Mannheimer SAP Arena  

Bei „Burlesque“ straft sie wieder einmal alle Kritiker Lügen, die sie für unsexy gehalten haben. Unterstützt von einer zeitweise zehnköpfigen Tanztruppe erhitzt die Erfinderin des Auto-Tune Effektes die Temperatur der Zuschauer bis zum absoluten Siedepunkt.

Bei „If I could turn back time“ denkt das Publikum ganz offensichtlich: Liebe Cher, das ist Dir doch gelungen. Die Zeit hast Du, mit welchen Mitteln auch immer, zurückgedreht. Nach 90 Minuten und ihrem Abschiedssong „Believe“ verlässt Cher, Kusshände verteilend, die Bühne und ihre beglückten Fans. Cher lässt sie heute Abend einfach alles glauben.

kpo

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