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Chemie-Unfall im Hafen Mannheim: Container wird geöffnet

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Seit einer Woche ist die Feuerwehr wegen des Chemie-Unfalls am Mühlauhafen im Einsatz. Der betroffene Container wird am Mittwochnachmittag geöffnet:

Update vom 31. August 2022: Wie aus einem Bericht des SWR hervorgeht, soll die Öffnung des Containers am Mannheimer Mühlauhafen am Mittwoch gegen 17:30 Uhr begonnen haben. Experten der Feuerwehr seien mit einem Teleskop-Bagger angerückt. Die Fässer sollen nun nacheinander aus dem Container geholt und begutachtet werden. Sollte es noch eine Reaktion geben, werden sie sofort wieder abgedeckt, heißt es.

Eine Gefahr für Bürgerinnen und Bürger im umliegenden Wohngebiet bestehe laut MANNHEIM24-Informationen nicht. Die Aktion werde einige Zeit in Anspruch nehmen. (fas)

Chemie-Unfall in Mannheim – Container soll am Mittwoch geöffnet werden

Erstmeldung vom 30. August 2022: Die Lage am Mühlauhafen ist zwar unter Kontrolle, aber nach einer Woche noch nicht beendet. Am Dienstag (23. August) müssen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst in Mannheim ausrücken. In einem Container voller Chemie-Fässer der BASF reagiert der Stoff Hydrosulfit. Das Ergebnis: reizende Dämpfe brechen heraus und verletzen 17 Personen – darunter 16 Polizisten.

Nach Chemie-Unfall in Mannheim: Temperatur im Container gesunken

Doch bevor die Einsatzkräfte gefahrlos den Container am Hafen öffnen können, muss im Innenbereich dauerhaft eine Temperatur von unter 50 Grad herrschen. Ansonsten droht der Stoff wieder zu reagieren. Sonden, die am Wochenende in den Container eingebaut worden sind, liefern nun genaue Daten darüber, wie die Temperatur im Inneren ist und wie es dort aussieht. Jetzt gibt es gute Nachrichten von der Stadt Mannheim.

„Nachdem wir seit Dienstagabend den Container gekühlt haben, ist es uns gelungen, die Temperatur im Container so abzusenken, dass wir davon ausgehen, dass es keine größeren Reaktionen mehr gibt“, erklärt Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim, auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend (30. August). Der betroffene Container am Mannheimer Hafen werde daher in den nächsten 24 Stunden geöffnet werden! Einen genauen Zeitpunkt kann Specht aber noch nicht nennen.

Stadt Mannheim stellt besondere Sicherheitsmaßnahmen für Öffnung des Containers vor

Wie Specht weiter erklärt, werde mit drei Sicherheitsmaßnahmen gearbeitet, um das „Risiko so weit wie möglich zu reduzieren“. Sollte der Stoff in einem der Fässer also wider aller Erwartungen erneut reagieren, steht die Feuerwehr Mannheim mit gezogenem Schlauch bereit, um innerhalb weniger Sekunden bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute abzufeuern.

Die Steigerung besteht aus einer Haube, die über ein Fass gestülpt werden kann, um eine gefährliche Gaswolke zu verhindern. Für den absoluten Notfall würden Anwohner in einem Radius von 100 Metern per Sirene und über die Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“ alarmiert werden, die Türen und Fenster geschlossen zu halten. Da man davon aber nicht ausgehe, wird es keine geplanten Sperrungen oder Evakuierungen geben. Nur die Werfthallenstraße wird teilweise gesperrt.

Abtransport der Chemie-Fässer am Mannheimer Hafen könnte mehrere Tage dauern

Nach Schätzungen der Stadt Mannheim und der BASF sollen die Arbeiten am Container im Mühlauhafen etwa zwei bis drei Tage dauern. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen wird nach der Öffnung immer nur ein Fass mithilfe eines Spezialbergegeräts herausgeholt und in einem Wasserbehälter zwischengelagert.

Anschließend geht es mit einem Abfalltransport der BASF in das Werk, wo die Fässer „fachgerecht entsorgt“ werden, wie Jens Stiegel, Stellvertretender Amtsleiter des Amtes für Feuerwehr und Katastrophenschutz, erklärt. Der gesamte Ablauf wird von Messfahrzeugen der Feuerwehr Mannheim und der BASF überwacht.

Bürgermeister Christian Specht kontert Kritik an Wassereinsatz am Mannheimer Hafen

Der zweite Grund, warum die Entsorgung der Fässer so lange dauert, hängt mit den Untersuchungen der Ermittlungsbehörden zusammen. Diese werden vor Ort sein und jedes Fass genau untersuchen. So soll herausgefunden werden, was genau zu der Reaktion geführt hat. Alles muss vor Ort genau dokumentiert werden. Außerdem gehen die Bilder aus dem Inneren des Containers an die Staatsanwaltschaft für ihre Ermittlungen.

Auf der Pressekonferenz reagiert der Erste Bürgermeister Christian Specht außerdem noch auf Vorwürfe, die den massiven Einsatz von Wasser für die Kühlung des Containers während einer Hitzewelle betreffen. So handele es sich dabei um Wasser aus dem Rhein, das nach der Verwendung durch die Kanalisation ins Klärwerk geschickt wird, wodurch es anschließend wieder verwendet werden kann. „Ich glaube, das war die richtige Entscheidung“, meint Specht, der vor kurzem auch Kritik an den Sirenen kontern muss. (dh)

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