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Chemie-Unfall in Mannheim: Bürgermeister kontert Kritik an Sirenen und Warn-Apps

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Von: Daniel Hagen

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Mannheim - Der Chemie-Unfall am Mühlauhafen sorgt für einen Großalarm in der Umgebung. Trotzdem wird Kritik wegen der Sirenen laut. Was Bürgermeister Christian Specht dazu sagt:

Als am Dienstagnachmittag (23. August) gegen 15 Uhr ein Notruf bei der Leitstelle eingeht, ist noch nicht absehbar, wie groß das Problem plötzlich werden würde. In einem Container im Mühlauhafen in Mannheim kommt es zu einer Reaktion der Chemikalie Hydrosulfit, wodurch reizende Gase freigesetzt werden. Insgesamt 17 Polizisten und ein Kranführer werden bei dem Chemie-Unfall in Mannheim verletzt. Schnell wird klar: Die Lage ist ernst.

Chemie-Unfall in Mannheim: Bürgermeister kontert Kritik an Sirenen und Warn-Apps

Um 15:33 Uhr veröffentlicht das Polizeipräsidium Mannheim eine erste Meldung. Laut dieser wird der Bereich um den betroffenen Container gesperrt, Anwohner in Jungbusch und Neckarstadt-West sollen ihre Fenster und Türen geschlossen halten. Gegen 15:30 Uhr schicken zudem die Warn-Apps „Katwarn“ und „Nina“ Meldungen zu dem Chemie-Unfall heraus. Um 17:41 Uhr veröffentlicht die Stadt Mannheim ebenfalls eine Warnmeldung.

Doch nicht nur online und in den Medien wird auf die Gefahrensituation am Hafen aufmerksam gemacht. Auch das neue Sirenenwarnsystem wird angewendet, um die Menschen in der Nähe zu warnen. Trotzdem gibt es Kritik an der Vorgehensweise der Stadt Mannheim. Die Warnungen seien nicht schnell genug gekommen und die Sirenen nicht überall zu hören gewesen. Doch stimmt das?

Haben Sirenen und Warn-App bei Chemie-Unfall in Mannheim nicht richtig funktioniert?

In den Kommentaren unter unseren Artikeln zum Chemie-Unfall beklagen mehrere Leser, dass sie die Sirenen nicht gehört hätten. Dabei handelt es sich unter anderem um Menschen aus der Innenstadt und der Neckarstadt-West – also zwei Bereichen, die von den Warnungen betroffen gewesen sind. Schaut man sich aber die Entfernung der angegebenen Orte an, sind sie einiges an Luftlinie vom Hafen entfernt.

Was vielen Bürgern vielleicht nicht über das neue Sirenenwarnsystem bekannt ist: Es erklingen nicht immer alle Sirenen gleichzeitig. Laut dem Ersten Bürgermeister Christian Specht könne gesteuert werden, welche Lautsprecher im Notfall genutzt werden. Mit dieser Maßnahme wolle man verhindern, die ganze Stadt „in Aufruhr zu versetzen“, erklärt Specht bei einer Pressekonferenz zum Chemie-Unfall in Mannheim. Man habe gezielt warnen wollen.

Christian Specht kontert Kritik an Sirenen sowie den Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“

Der Bürgermeister selbst habe während der Sirenenwarnungen im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses gestanden und dort alles gut gehört. Er bezeichnet die Sirenen zudem als „massivstes Mittel zur Warnung“, die bei diesem Chemie-Unfall am Hafen zum ersten Mal für einen Ernstfall genutzt worden seien. Alles davor sind nur Tests wie der bundesweite Warntag 2020 gewesen. Alles in allem zeigt sich Specht zufrieden mit dem Ergebnis.

Auch den Vorwurf, dass die Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“ nicht sofort Alarm geschlagen haben, kann Christian Specht entkräften. „Es ist ganz wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Gefahrstoffaustritt sofort eine Warnmeldung auslöst“, erklärt der Erste Bürgermeister der Stadt. So gebe es „sehr oft“ minimale Lecks am Rangierbahnhof, die man ohne großen Einsatz begeben könne. Es sei wichtig, nicht zu oft falschen Alarm zu schlagen, da die Bürger sonst abstumpfen würden. (dh)

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