„Ich gönn mir - jeden Tag“

Carolin Kebekus verwandelt SAP Arena in „Pussy Nation“ - so geht feministischer Dirty Talk!

Carolin Kebekus tritt mit ihrem Programm „Pussy Nation“ in der SAP Arena auf. (Archivfoto)
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Carolin Kebekus tritt mit ihrem Programm „Pussy Nation“ in der SAP Arena auf. (Archivfoto)

Mannheim - Von Abschleppen, über Tampons bis hin zur Politik: Carolin Kebekus schafft es, in ihrer neuen Show „Pussy Nation“ einen Bogen von Urkomisch zu Todernst zu schlagen - doch immer mit verdammt viel Humor:

  • Carolin Kebekus mit „Pussy Nation“ am 7. Dezember in SAP Arena in Mannheim
  • Feministischer Dirty Talk - über Tampons, Bodyshaming und Sexstellungen
  • Trotz derber Witze, schafft sie es auch ernste Themen anzusprechen

Es ist Punkt 20 Uhr, als Carolin Kebekus die Bühne in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena betritt. Besser gesagt, als plötzlich ihre Stimme durch die Lautsprecher ertönt. Bereits hier wird klar Stellung bezogen: Kleinkarierte Bürger, rechtes Gedankengut oder Anti-Feministen sollen den Saal bitte möglichst schnell verlassen. Erst dann betritt die 39-Jährige die Bühne und legt los - und das ordentlich.

Carolin Kebekus in Mannheim: Über Menstruation und Tampon-Dealer

Wenn Carlolin Kebekus zum feministischen Dirty Talk einlädt, wird in Mannheim Klartext geredet. Sie spricht aus, was ein anderer noch nicht mal zu denken vermag. Vor allem, wenn es über das tabuisierte Thema Menstruation geht - rund fünf Minuten erklärt sie, wie Frauen es schaffen, sich gegenseitig einen Tampon in der größten Menschenmenge unauffällig herüberzuschieben, als wäre es Heroin. „Frauen wären die besten Drogendealer. Da sieht man mal wieder, was für Potenzial hier verschwendet wird.“ Die weiblichen Gäste lachen Tränen, denn sie wissen ganz genau, wovon Carolin Kebekus da gerade spricht.

Das Publikum in Mannheim liebt und kennt sie bereits. Denn es ist nicht ihr erster Auftritt in Mannheim. Carolin Kebekus war bereits mit ihrem letzten Programm „Alpha Pussy“ in der SAP Arena zu Gast - und hat auch damals die Menge zum Toben gebracht.

Carolin Kebekus mit viel Selbstironie und derbem Humor über ihre Oberarme

Dann nimmt sie sich selbst auf den Arm - und das buchstäblich: Sie erzählt von ihren Winkearmen, denen sie auf YouTube unter einem Video rund 1.000 Kommentare zu verdanken hat. Allesamt von Frauen, die über ihre Oberarme herziehen - und wie sehr sie doch wackeln. Und da stößt sie bereits auf ein grundlegendes Problem: Die schärfste Kritikerin der Frau, ist die Frau selbst. „Noch nie wurde ich von einem Mann unter meinen Postings oder Videos gebodyshamed“, erklärt Carolin Kebekus danach. „Noch nie habe ich von einem Mann beim Sex gehört, dass irgendwas zu sehr wackelt! Das muss doch wackeln.“ Um dem Ganzen nochmal Ausdruck zu verleihen, schüttelt sie noch einmal heftig ihre entblößten Oberarme, damit das schön auf zwei Monitoren im Großformat ausgestrahlt werden kann. „Ich weiß, woher das kommt. Ich gönn mir - jeden Tag“, sagt Carolin Kebekus. Es ist der derbe Humor gepaart mit einer großen Portion Selbstironie, die die Kölnerin so unglaublich sympathisch machen.

Carolin Kebekus positioniert sich klar - gegen Rechts und für Gleichberechtigung

Auch wenn der größte Teil der Show sich um Menstruation, Bodyshaming und Sexstellungen dreht, schafft Carolin Kebekus es trotzdem, auch ernste Themen in ihrer „Pussy Nation“ in Mannheim anzusprechen und positioniert sich in ihrer Show klar gegen rechte Hetze. Ihre Botschaft kommt an: Auf der Bühne steht eine authentische, selbstbewusste Frau, die nicht nur extrem witzig ist, sondern verdammt ernst sein kann - und sich aktiv für Gleichberechtigung und gegen Rassismus einsetzt.

jab

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