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BUGA23 in Mannheim: 250 Mauereidechsen bekommen neues Zuhause

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Von: Marten Kopf

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Mannheim - Weil für die BUGA23 ein Radschnellweg gebaut wird, ziehen die Mauereidechsen in der Feudenheimer Au jetzt um. Als Ausgleichsmaßnahme entstehen 80 Meter Trockenmauer.

Mauereidechsen sind vielleicht keine typischen Kuscheltiere – irgendwie possierlich sind die kleinen „Drachen“ bei genauerer Betrachtung aber durchaus. In Deutschland leben sie schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie bevorzugen klimatisch begünstigte Hanglagen, wie etwa an Rhein und Neckar.

Und tatsächlich findet man sie auch in Mannheim, zum Beispiel in der Feudenheimer Au. Mit einer Art kleinem Ehrentitel darf sich die Mauereidechse auch schon schmücken: 2011 nämlich rief die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde sie zum „Reptil des Jahres“ aus. „Herpetologie“ übrigens kommt aus dem Altgriechischen, bedeutet so viel wie „kriechendes Tier“ und ist nichts anderes als die Reptilien- und Amphibienkunde.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

BUGA23 in Mannheim: 250 Mauereidechsen ziehen um

Weil die Kleingartenanlagen in der Feudenheimer Au im Rahmen der Vorbereitungen zur Bundesgartenschau 2023 für den Bau einer Radschnellverbindung verkleinert werden, wechseln jetzt etwa 250 Mauereidechsen ihr Zuhause. Die neue Heimat liegt allerdings nur ein kleines Stück weit weg. Beim Umzug erhalten sie tatkräftige Unterstützung, denn sie bekommen eigens Trockenmauern gebaut, die aus Betonquadern zusammengesetzt werden. Die Steine stammen aus dem Boden der U-Halle auf dem Spinelli-Gelände. Dort nämlich wurden kürzlich 2,50 auf 2,50 Meter große Pflanzlöcher in den Boden geschnitten. Und statt den ausgehobenen Beton zu entsorgen, wurden daraus rund 400 Steine geschnitten und anschließend in die Feudenheimer Au verbracht. „Upcycling“ nennt man diese Form der Wiederverwertung.

Neues Zuhause für Mauereidechsen: 80 Meter Trockenmauer

Hier sind nun sieben Trockenmauern mit einer Gesamtlänge von etwa 80 Metern für die Mauereidechsen und natürlich für alle Insekten, die mit einziehen wollen, entstanden. Die Plätze dort dürften sicherlich begehrt sein, denn sie sind direkt zur Sonne hin ausgerichtet. Genau wie die Mauereidechse das mag. Vor den Mauern wiederum wurde Sand aufgebracht, der dient zur Eiablage. Hinter den Mauern wird eine Böschung aus Erde und Schotter angeschüttet, sodass die kleinen Reptilien sich im Winter in aller Ruhe verstecken können. Rund um die Mauern, die sich auf etwa 300 Metern entlang des Radweges befinden, wird zusätzlich insektenfreundliches Saatgut gesät.

Neue Trockenmauern in der Feudenheimer Au
BUGA23: Neue Trockenmauern in der Feudenheimer Au © BUGA23/Engert

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Während wir auf Spinelli alles für die Bundesgartenschau 2023 vorbereiten, bauen wir in der Feudenheimer Au langfristig für viele Generationen nach uns. Dass wir dafür jetzt Baustoffe verwenden, die schon vor langer Zeit genutzt wurden, ist eine großartige Sache und macht deutlich, dass wir unser Denken den Leitthemen der BUGA 23 „Nachhaltigkeit, Klima, Energie und Nahrungssicherung untergeordnet haben“, sagt BUGA23-Geschäftsführer Michael Schnellbach. Übrigens ist die Umsiedlung nicht die erste tierische Aktion im Rahmen der für 2023 geplanten BUGA. Anfang November waren – ebenfalls in der Feudenheimer Au – zwei „Wohntürme“ für Fledermäuse installiert worden. (mko/PM)

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