„Nachtschicht“ auf Deeskalations-Tour

Mannheimer Party-Exzesse in den ARD Tagesthemen: Unterwegs im Jungbusch

Mannheim – Die Party-Exzesse im öffentlichen Raum machen Anwohnern das Leben zur Hölle. Im Jungbusch soll die sogenannte „Nachtschicht" deeskalieren – ein ARD-Team hat sie begleitet.

„Niemand ist froh über nächtelangen Lärm und vollgekotzte Flure!Karlheinz Paskuda vom Mietverein Mannheim bringt die Spannungen zwischen Anwohnern und Party-Publikum im Mannheimer Szene- und Ausgehviertel Jungbusch auf den Punkt. Was bereits vor der Corona-Krise für die „Buschler“ eine Zumutung gewesen ist, hat sich durch geschlossene Clubs und Diskotheken abermals verschäft. Die Folge: zunehmende Vermüllung, aggressive Stimmung und Lärm bis in die frühen Morgenstunden. Dass im ehemaligen sozialen Brennpunkt von Mannheim auch Menschen wohnen, die früh aufstehen müssen, interessiert das junge Party-Volk offenbar nicht: „Irgendwo müssen die Leute ihren Spaß haben“, sagt ein gleichgültiger junger Mann in die Kamera der ARD.

Für „das Erste“ sind die Party-Exzesse in Mannheim mit ihren Begleiterscheinungen einen Beitrag in den Tagesthemen (7. September) wert. Dafür begleitet ein ARD-Fernsehteam die kürzlich ins Leben gerufene „Nachtschicht“ bei ihrer Arbeit im Party-Hotspot der Quadratestadt.

Mannheim: „Nachtschicht" im Jungbusch – ARD mit dem Duo unterwegs

Was zunächst als skurrile Stellenausschreibung beginnt, wird in Kooperation mit dem neuen Nachtbürgermeister, Robert Gaa, vom Gemeinschaftszentrum Jungbusch in die Tat umgesetzt. Mit Laura Kruse und Emiliano Tracchio sind jene zwei Personen gefunden worden, die mit dem Party-Publikum in Dialog treten und so Verständnis für Regeln schaffen sollen.

Nach Einschätzung eines Anwohners soll das Engagement des Zweier-Teams bereits Früchte getragen haben: „Man merkt, dass die ‚Nachtschicht‘ wirklich was gebracht hat. Es ist wirklich ruhiger geworden“, so Mathis Lappenküper gegenüber der ARD.

Mannheim: „Störenfriede" versuchen Schlägerei mit ARD-Team anzuzetteln

Neben dem nächtlichen Lärm kommt es auch immer wieder zu Gewaltausbrüchen sogar gegen Polizeibeamte. Zuletzt wird ein 27-Jährigen von mehreren jungen Männer mit verbaler Gewalt angegangen und schließlich mit Fausthieben niedergeschlagen. Auch in Anwesenheit des ARD-Teams scheint die Gewalt abermals zu eskalieren.

Ein paar Störenfriede mischen die Menge auf. Es kommt fast zur Schlägerei – fast“ , so die ARD-Reporterin und attestiert dabei der „Nachtschicht“ die Situation deeskaliert zu haben ein großer Erfolg in dieser Nacht für die zwei „Schicht“-Leute.

Reporterin der ARD steht am Verbindungskanal im Jungbusch nachdem das Fernsehteam angepöbelt worden sind.

Dennoch, solange die Corona-Pandemie wütet und der Sommer anhält, wird sich das Nachtleben auch weiterhin in den öffentlichen Raum verlagern. Nächtliche Dauerbeschallung durch Musik und Gegröle sowie Gewalt ohne regulierende Türsteher werden die Anwohner im Jungbusch noch einige Zeit begleiten. (esk)

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD-Tagesthemen

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