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Mannheim: Autofahrer rast auf Feuerwehrmann zu, wird angeschossen – Prozessauftakt

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Von: Sina Koch

Mannheim - Im Juli 2020 kommt es zu einer unglaublichen Szene: Ein Mann rast auf einen Feuerwehrmann zu und fährt ihn um ein Haar um. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht.

Am Montag (15. Februar) startet der Prozess gegen Eugen G. (33) am Amtsgericht Mannheim. Die Anklage lautet vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs tateinheitlich mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort.

Rückblick: Am 13. Juli 2020 rücken Polizei und Feuerwehr kurz vor 20 Uhr wegen einer brennenden Matratze im Bereich der B36 unterhalb der vielbefahrenen Konrad-Adenauer-Brücke aus.

Der linke Fahrsteifen muss für den Feuerwehreinsatz vorübergehend gesperrt werden. Doch das passt dem ungeduldigen Benz-Fahrer Eugen G. in seinem Vito so gar nicht. Durch wiederholtes aufs Gas treten und Abbremsen versucht er mit dem Transporter einen VW Golf vor ihm zu überholen, der wegen der außergewöhnlichen Verkehrssituation abgebremst hat.

NameMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.370 (2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)
Hochschulen und UniversitätenUniversität Mannheim, Hochschule Mannheim, Popakademie Baden-Württemberg

Als beide Autos den abgesperrten Bereich durchfahren, zieht der Benz-Fahrer plötzlich auf den gesperrten linken Fahrstreifen und versucht mit Vollgas den Golf dort zu überholen. Eugen G. scheint es dabei nicht zu stören, dass sich dort Einsatzkräfte befinden.

Mannheim: Auto-Attacke auf Feuerwehrmann – Details zur Anklage

Mit hoher Geschwindigkeit versucht er den Golf noch vor Erreichen eines dort stehenden Feuerwehrfahrzeugs zu überholen. Erst als er bemerkt, dass dieses waghalsige Manöver nicht gelingt, steigt Eugen G. voll in die Eisen. Der Wagen kommt zum Stehen und der Feuerwehrmann springt instinktiv zur Seite. 

Doch statt den Irrsinn zu beenden und auszusteigen, legt er ohne Rücksicht auf die Einsatzkräfte den Rückwärtsgang ein und verliert bei Vollgas die Kontrolle über seinen Wagen. Der Benz kommt von der Fahrbahn ab und rammt einen schweren Handschlauchwagen der Feuerwehr, der daraufhin unkontrolliert durch die Luft schleudert. In letzter Sekunde rettet sich ein Feuerwehrmann mit einem Sprung zur Seite vor dem Geschoss.

Mit einem Foto fahndete die Mannheimer Polizei nach Eugen G.
Mit einem Foto fahndete die Mannheimer Polizei nach Eugen G. © Karl-Josef Hildenbrand/picture-alliance/dpa/Polizeipräsidium Mannheim

Trotz dieser Kollision schaltet Eugen G. wieder in den Vorwärtsgang und tritt voll aufs Gaspedal. Er ignoriert die lautstarken Aufforderungen der Einsatzkräfte, den Wagen zu stoppen, und versucht zu flüchten. Ein Feuerwehrmann wirft sogar sein Funkgerät gegen die Windschutzscheibe des Mercedes, um ihn auszubremsen.

Letztendlich eröffnet ein Polizist das Feuer, um Leib und Leben der Kollegen zu schützen, und trifft den rücksichtslosen Fahrer an der Schulter. Auch auch das stoppt den Verletzten nicht!

Der Mann flieht mit seinem Auto und wird erst nach einer Großfahndung samt Hubschraubereinsatz später in einem Krankenhaus gefunden. Der mutmaßliche Täter darf jedoch nach der Tat wegen eines fehlenden Haftgrunds wieder nach Hause gehen. Daraufhin ist eine Debatte um den Tatbestand entbrannt, wie *MANNHEIM24 berichtet hat.

Nun also der Prozessauftakt am 15. Februar (9 Uhr) im Amtsgericht Mannheim wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs tateinheitlich mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort. Der Fortsetzungstermin findet am 25. Februar (9 Uhr) statt. (pol/sik) *MANNHEIM24 ist Teil des Ippen-Digital-Netwerks

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