Spannender und actionreicher Job?

Privatdetektiv – Der Alltag ist geprägt von Gesetzen und Rahmenbedingungen

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Detektive sind private Ermittler, die sich genauso an die Gesetze halten müssen wie Privatpersonen. Werden Persönlichkeitsrechte Dritter bei den Ermittlungsarbeiten verletzt, hat das zur Folge, dass die so beschafften Beweise bei einer juristischen Auseinandersetzung nicht zulässig sind.

Seriöse Detektive lassen sich nicht für jeden Job anheuern. Sie wägen die Interessen aller Beteiligten ab und müssen sich genauso an Recht und Gesetz halten wie jede Privatperson.

Detektive gehen auf Spurensuche, das kann jeder im Fernsehen immer wieder sehen. Im wahren Leben ist diese Arbeit weit weniger actionreich und abenteuerlich. Die Einsatzbereiche im wirklichen Leben unterscheiden sich allerdings kaum: Wirtschaftskriminalität, Ehebruch, Betrug, Kindesentzug, Mitarbeiter, die „krankfeiern“, ... Beispiele gibt es viele. Die Arbeit von Detektiven ist dabei sehr stark juristisch geprägt.

Genau genommen ist ein Detektiv jedoch eine Zivilperson, die keine besonderen Rechte genießt. Für Detektive gibt es keine rechtlich einwandfreien Möglichkeiten, um Computer-Accounts zu hacken, Gespräche mitzuschneiden oder abzuhören. Detektive bewegen sich bei ihrer täglichen Arbeit sehr häufig auf einem schmalen Grat. Sie müssen einerseits den Ermittlungsauftrag erfüllen, müssen sich allerdings an die rechtlichen Rahmenbedingungen, an Gesetze und Verordnungen, halten. Der Bereich, in dem sich Detektive bewegen, ist rechtlich streng reglementiert.

Was bei der Detektivarbeit erlaubt ist

In der Realität darf sich ein Detektiv keinen Zugang zu einer Wohnung verschaffen, wenn er den Bewohner observieren soll. In eine Handtasche oder ein Auto hineinschauen, darf er aber sehr wohl, allerdings nicht hineingreifen. Er darf über alles, was er sieht – ohne es anzufassen oder zu entwenden – später aussagen.

Das Grundgesetz legt in erster Linie den rechtlichen Rahmen für Detektive. Vor allem die Persönlichkeitsrechte aus Artikel 2 Grundgesetz sind besonders geschützt. Dieses Recht bezeichnen professionelle Detektive als Quell- oder Rahmenrecht. Praktisch müssen Detektive bei jedem Einsatz hierzu die Interessen abwägen. Dabei spielt der Zweck der Handlung eine ebenso wichtige Rolle wie die Art des Eingriffs. Jeder Detektiv, beispielsweise bei der Lentz Detektei Mannheim, muss sich fragen, wie er diese beiden Punkte in Einklang bringen kann.

Dokumentation ist ein ebenso wichtiges wie strittiges Thema. Der Detektiv muss im Rahmen seiner Tätigkeit Tatbestände dokumentierten. Doch beim Herstellen von Fotos darf er den höchstpersönlichen Lebensbereich seines Zielobjektes nicht verletzen. Wenn er gegen diese Regelung verstößt, muss er mit einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe rechnen. Aufnahmen dürfen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen als Beweismittel dienen.

Seriöse Detektive kennen die juristischen Rahmenbedingungen sehr genau

Kunden, die einen Detektiv beauftragen, haben gute Gründe dafür. Sie haben ein berechtigtes Interesse, eine Detektei anzuheuern. Dieses berechtigte Interesse des Auftraggebers müssen Detektive aufgrund der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dokumentieren. Doch auch vor Inkrafttreten der DSGVO haben professionelle Detektive seriös gearbeitet, schließlich mussten die gefundenen Beweise häufig vor Gericht Bestand haben. Dafür sind ganz bestimmte Vorschriften einzuhalten. Sobald für die Beweisfindung gesetzliche Grenzen verletzt werden, verlieren diese ihren Beweiswert vor Gericht.

Für die „Wahrung berechtigter Interessen“ sind in der Praxis handfeste Verdachtsmomente notwendig. Ein Detektiv darf nicht einfach so tätig werden, denn sonst könnte jeder jedem hinterherspionieren ohne einen wichtigen Grund. Das würde Nachstellungen jeglicher Art, auch beispielsweise Stalkern, Tür und Tor öffnen. Dann könnte ein Firmenchef ohne Weiteres im Privatleben seiner Mitarbeiter oder Mitbewerber herumschnüffeln, jeder könnte seinen Nachbarn aus purer Neugier ausspionieren lassen. Das wäre alles andere als seriöse Detektivarbeit.

Der konkrete Verdachtsmoment muss vorhanden sein

Wenn ein Unternehmer einen hinreichenden Verdacht hat, dass sein Buchhalter ihn betrügt, weil er Unregelmäßigkeiten gefunden hat oder verdächtige Buchungen, dann liegt ein hinreichender Verdacht vor. Dasselbe gilt auch für die Ehefrau, die ihren Mann verdächtigt, sie zu betrügen, weil sie verdächtige Kontobewegungen auf dem gemeinsamen Kreditkartenkonto gefunden hat. Der hinreichende Verdacht muss sich in jedem Fall klar definieren lassen.

Nicht nur der Detektiv ist für die Einhaltung der DSGVO verantwortlich. Der Auftraggeber muss sich ebenfalls daran halten. Beide haften im Fall eines Verstoßes. Deshalb ist es so wichtig einen fachkundigen Detektiv zurate zu ziehen. Dieser prüft in jedem Einzelfall, ob das berechtigte Interesse ausreicht oder, ob die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person schwerer wiegen. Dieses Abwägen muss der Detektiv dokumentieren. Die Angaben können im weiteren Verlauf eventuell juristisch genutzt werden.

Seriöse Detekteien – Merkmale

Seriöse Detekteien beantworten ihren Mandanten alle Fragen, die im Zusammenhang mit der Erhebung, Sicherung und Weitergabe von Daten sowie den angewandten Ermittlungsmethoden auftauchen. Der Mandant erfährt dabei, wie die Rechte aller Beteiligten gewahrt bleiben.

Mandanten, die sich auf die Suche nach einer guten Detektei machen, sollten zwei Dinge auf jeden Fall bedenken. 

  • Unternehmen, die seriös ermitteln, haben gut ausgebildete Privatdetektive fest im Unternehmen angestellt. Dafür ist eine gewisse Unternehmensgröße notwendig.
  • Der zweite wichtige Qualitätsfaktor sind die Detektive selbst. Sie sind gut ausgebildet und nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil. Nur so lassen sich bestmögliche Detektivergebnisse erzielen. Die Detektive haben gelernt, rechtlich einwandfrei zu agieren.

Was bedeutet neutrale Ermittlungstätigkeit?

Sobald die Ermittlungen beginnen, arbeiten seriöse Detektive neutral nach allen Seiten. Sie suchen nach belastenden Beweisen und nach entlastenden. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die Beweise vor Gericht zulässig sind. Diese Neutralität dient der Wahrheitsfindung und ist sehr seriös und professionell. Diese hohen Ansprüche kann ein Detektiv nur erfüllen, wenn er sich an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält.

Machen sich Privatpersonen oder Unternehmen eigenmächtig auf die Suche nach Beweisen, kommt es häufig vor, dass sie aus Unkenntnis den rechtlichen Rahmen überschreiten, um entsprechende belastende Beweise zu finden. Dadurch sind diese Beweise direkt wertlos, wenn es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt. Deshalb ist es empfehlenswert, von Anfang an einem professionellen privaten Ermittler zu vertrauen.

Bei Eheproblemen, Schwarzarbeit, Lohnfortzahlungsbetrug, Unterhaltsbetrug oder Ähnlichem ist die Polizei nicht der richtige Ansprechpartner. Gerade bei firmeninternen Problemen kann sehr leicht ein hoher finanzieller Schaden entstehen, weshalb es wichtig ist, schnell zu reagieren.

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