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Ihr Chef hasst Sie? Studie zeigt, warum Schikane am Arbeitsplatz sogar ein Vorteil sein kann

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Von: Juliane Gutmann

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Manche Führungskräfte machen ihren Job gut, andere sind völlig ungeeignet in der Position. Manche quälen ihre Mitarbeiter regelrecht – was laut Forschern einen positiven Effekt haben kann.

Sie fühlen sich in Ihrem Team immer als Sündenbock, weil Ihr Chef oder Ihre Chefin bevorzugt Sie gängelt? Schlechte Führungskräfte unterscheiden in ihren Abteilungen zwischen Lieblingen und „schwarzen Schafen“, an welchen gerne mal ein Exempel statuiert wird. Oftmals hören die Schikanen auf, wenn Arbeitnehmer ganz klar Grenzen aufzeigen und ihren Chef so in die Schranken weisen. Helfen klare Worte nicht und fühlt sich der Mitarbeiter vom Vorgesetzten gemobbt, sollte er oder sie die Personalabteilung und falls vorhanden den Betriebsrat informieren.

Mobbing am Arbeitsplatz ist auch ein großes Thema in der Forschung. (Arbeits-)Psychologen aus aller Welt beschäftigen sich mit den Auslösern und Folgen von Schikane am Arbeitsplatz. Wie Wissenschaftler um Shannon G. Taylor von der University of Central Florida herausfanden, kann schlechte Behandlung vonseiten der Vorgesetzten sogar Vorteile für die weitere Laufbahn von Mitarbeitern haben.

Besprechung im Meetingraum
Dicke Luft im Büro: Manche Vorgesetzte können ihren Mitarbeitern das Leben zur Hölle machen. © Imago

Schlechter Führungsstil hat zur Folge, dass Betroffene diesen Fehler nicht nachmachen wollen

Ihre im Fachjournal „Journal of Applied Psychology“ veröffentlichte Studie zeigte, dass Opfer von schlechter Führung und schlechter Behandlung am Arbeitsplatz ihre eigenen Angestellten tendenziell besser behandeln. „Auf der Grundlage der sozial-kognitiven Theorie und verwandter Forschungen gehen wir davon aus, dass misshandelte Vorgesetzte sich dem missbräuchlichen Verhalten ihrer Vorgesetzten eher widersetzen, als es nachzuahmen. Konkret sagten wir voraus, dass einige misshandelte Vorgesetzte - d.h. solche mit einer starken moralischen Identität – in dem Maße, wie sie sich mit ihren misshandelnden Vorgesetzten nicht mehr identifizieren, einen „Kurswechsel“ vollziehen, indem sie weniger misshandeln oder ihren Untergebenen gegenüber ethische Führungsqualitäten demonstrieren“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

Zwei Experimente mit 288 bzw. 462 berufstätigen Erwachsenen liegen dieser Schlussfolgerung zugrunde. Auch eine Feldstudie unter 500 Angestellten und ihren Vorgesetzten bezogen die Forschenden mit ein. Im Rahmen der Untersuchungen zeigte sich: Wurden die Studienteilnehmer von einem fiktiven oder realen Vorgesetzten schlecht behandelt, distanzierte sich ein Großteil emotional von der Führungskraft und handelte selbst als Führungskraft verantwortungsbewusster als die Teilnehmer, die keine schlechte Behandlung erfahren hatten. Vor allem habe das für jene gegolten, denen moralische Integrität eigenen Angaben zufolge sehr wichtig war, so die Forscher dem Portal Business Insider zufolge.

Schlechte Führungskräfte: Unternehmen sollten Forschern zufolge nicht die Falschen befördern

Am besten wäre natürlich, wenn alle Vorgesetzte ethisch-moralisch richtig führen würden. Doch nicht selten werden die Falschen befördert. Dem Business Insider zufolge raten die Forscher der Studie Unternehmen, vor allem jene zu befördern, die starke moralische Identitäten haben. Das sind etwa Menschen mit starkem Gerechtigkeitssinn, die freundlich, aber bestimmt und nie cholerisch und ausfallend agieren. (jg)

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