Vor- und Nachteile

Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeitswelt und Privatleben

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Die Digitalisierung bringt vielfältige Veränderungen in der Arbeitswelt und im Privatleben mit sich. Häufig macht sie das Leben einfacher und komfortabler, sie birgt jedoch auch Risiken.

Was ist Digitalisierung? Der Begriff Digitalisierung bezeichnet ursprünglich das Umwandeln von analogen Daten in digitale Formate. Wenn heutzutage von Digitalisierung die Rede ist, meint man damit die Digitale Revolution, die Ende der 1990er-Jahren begann und eklatante Veränderungen in allen Lebensbereichen mit sich brachte. Ausgelöst wurde dieser gesellschaftliche Umbruch durch das Aufkommen von Computern und Internet und den damit einhergehenden vielfältigen Möglichkeiten. Spätestens als sich das Smartphone etablierte, war der technische Wandel nicht mehr aufzuhalten. Mittlerweile ist die Digitalisierung in vollem Gange und sie macht das Leben in vielen Bereichen angenehmer und leichter. Einige Nachteile und Risiken gehen mit ihr allerdings auch einher. Dieser Artikel beleuchtet einige der wichtigsten Veränderungen, die durch die Digitalisierung ausgelöst wurden.

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Die Digitalisierung wirbelt die Arbeitswelt ordentlich durcheinander und bringt viele Herausforderungen und Möglichkeiten mit sich, auf die sich auch der immer geläufigere Begriff Arbeit 4.0 bezieht. Manche Berufstätigkeiten werden in Zukunft zunehmend von Maschinen und Computerprogrammen übernommen, während neue Jobs entstehen, die es bisher noch nicht gab. Klassische Arbeitsmodelle, wie wir sie lange kannten, nämlich einen Beruf zu erlernen und diesen täglich zwischen acht und vier bis zur Rente auszuüben, wird es kaum noch geben. Stattdessen ist Flexibilität Trumpf: Einerseits müssen sich Arbeitnehmer künftig mehr denn je kontinuierlich weiterbilden, um mit den rasant fortschreitenden technischen Veränderungen mitzuhalten, andererseits sorgt die Digitalisierung für eine Zunahme der Arbeit im Home-Office, die weitestgehend bei freier Zeiteinteilung möglich ist. Darüber hinaus führt die Digitalisierung in fast allen Branchen zu optimierten Arbeitsabläufen, von denen die Unternehmen, ihre Angestellten und häufig auch Privatleute profitieren. So hat etwa die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung zur Folge, dass Bürgerinnen und Bürger Verwaltungsangebote bequem online nutzen können. Die wichtigsten Vorteile und Risiken der Arbeit 4.0 im Überblick:

Positive Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Arbeitswelt:

Arbeitserleichterung

Mussten Architekten ihre Baupläne, Konstrukteure die Autoteile und Tischler ihre Möbel noch bis vor kurzem aufwendig per Hand zeichnen, erledigen das heute Computerprogramme in Sekundenschnelle. Immer fortschrittlichere digitale Programme erleichtern die Arbeitsabläufe und ermöglichen es Angestellten, sich auf wesentliche Aufgaben zu konzentrieren. Dazu trägt auch bei, dass Mitarbeiter und Abteilungen über Netzwerke wie Skype miteinander verbunden sind, was die Kommunikation untereinander vereinfacht.

Flexibleres und unabhängigeres Arbeiten

In immer mehr Unternehmen ist es verbreitet, dass Angestellte ganz oder teilweise im Home-Office arbeiten. Die hervorragende Vernetzung durch E-Mail und Kommunikationsprogramme macht es häufig unnötig, im Büro zu erscheinen. An Konferenzen und Meetings kann man notfalls auch per Videokonferenz teilnehmen. Arbeiten im Home-Office bringt einige Vorteile mit sich. So fallen die oft nervigen Fahrten zur Arbeit und zurück weg, was Zeit und Kosten spart. Außerdem finden die meisten Menschen es zuhause wesentlich entspannter als im Büro; die ruhige Atmosphäre in der gewohnten Umgebung begünstigt im Vergleich zu einem hektischen Großraumbüro konzentriertes Arbeiten. Andererseits erfordert das Arbeiten im Home-Office mehr Selbstdisziplin und Eigenverantwortung.

Neue Berufe entstehen

Durch die Digitalisierung entstehen bisher unbekannte Berufe wie Social Media Manager und Online-Redakteure. Arbeitsmarktexperten halten vor allem kreative Berufe sowie solche in der Computerbranche und im Gesundheits- und Mediensektor für zukunftsträchtig.

Risiken des digitalen Wandels für die Arbeitswelt:

Berufsgruppen sterben aus

Viele Berufe werden in Zukunft durch den Einsatz von Maschinen und Computern überflüssig oder verlieren an Bedeutung. Vor allem Jobs im Transport- und Logistikgewerbe sowie Berufe wie Steuerberater, Verkäufer oder Buchhalter sind gefährdet, da sie sich gut automatisieren lassen.

Stress durch permanente Erreichbarkeit

Die mit der Digitalisierung einhergehende ständige Erreichbarkeit über Handy, Email und Messenger begünstigt stressbedingte Erkrankungen wie Burn-Out und Depressionen. Tipp: Schalten Sie Handy und Notebook nach Feierabend regelmäßig aus.

Datenschutz

Der digitale Wandel erfordert auch einen vorsichtigeren Umgang mit sensiblen Daten. Unternehmen müssen vermehrt aufpassen, dass Firmeninterna nicht nach außen dringen, zum Beispiel durch Spyware auf den Rechnern von Angestellten. Die Arbeitnehmer sollten sich darüber hinaus gut überlegen, was sie auf sozialen Netzwerken preisgeben, denn häufig verschwimmen hier die Grenzen zwischen privat und beruflich und Arbeitgeber und/oder Kollegen lesen mit.

Auswirkungen der Digitalisierung auf Alltag und Privatleben

Spontan einen Film streamen, ein Videotelefonat mit Freunden am anderen Ende der Welt führen oder von unterwegs die Heizung anstellen: Die Digitalisierung bietet nahezu grenzenlose Möglichkeiten, die uns den Alltag erleichtern und das Leben angenehmer machen. Wir zeigen einige durch den digitalen Wandel hervorgerufene gravierende Veränderungen im Privatleben.

Smart Home

Von Smart Home spricht man, wenn in einem Haus bzw. einer Wohnung Haushaltsgeräte und Komponenten der Unterhaltungselektronik, zum Beispiel über WLAN oder Bluetooth, miteinander vernetzt sind. Dadurch ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, um die Lebensqualität, Sicherheit und Energieeffizienz zu erhöhen. Ein Beispiel sind intelligente Wand- und Heizkörperthermostate, die automatisch für eine perfekte Wohlfühltemperatur in den eigenen vier Wänden sorgen und sich auch jederzeit von unterwegs über das Handy regeln lassen. Das Taktierspiel, die Heizung bei unserem unbeständigen Wetter ständig hoch und runter zu drehen, entfällt dadurch und man verbraucht keine unnötige Energie. Per Sprachbefehl die Rollläden herunterlassen, aus dem Büro die WLAN-Waschmaschine starten oder die Kaffeemaschine so programmieren, dass pünktlich morgens um 6 der erste Kaffee bereitsteht, sind nur einige weitere Beispiele, wie Smart Home den Alltag angenehmer gestalten kann.

Auch in puncto Sicherheit können Smart-Home-Komponenten viele gute Dienste leisten. Intelligente Bewegungs- und Kontaktsensoren an Türen und Fenstern oder Überwachungskameras, auf die man von überall auf der Welt jederzeit per Smartphone zugreifen kann, machen das Zuhause zu einer Festung. Wer sich Sorgen macht, ob mit der gebrechlichen Oma alles in Ordnung ist, sorgt dafür, dass eine druckempfindliche Matte vor ihrem Bett liegt. Verlässt sie das Bett nicht zur gewohnten Zeit, wird man über das Smartphone benachrichtigt und kann nachsehen.

Smart Home Entertainment

Mit Smart Home lässt sich das Zuhause in ein Entertainment-Paradies verwandeln, in dem Musik, Serien und Filme jederzeit auf Abruf bereitstehen. Diverse Geräte wie Smart TV, Musikanlage und Lautsprecher lassen sich untereinander vernetzen und mit dem Internet verbinden. Mit dem Tablet und Smartphone kann man die Home Entertainment-Anlage zentral steuern und über Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime für Filme und Serien sowie Spotify oder Google Play Musik für Musik mit externen Medien versorgen. Wer möchte, kann das System über Geräte wie Amazon Echo auch per Sprachsteuerung bedienen.

Kommunikation und Mediennutzung

Die Digitalisierung wirkt sich auch sehr auf kommunikative Strukturen und die Mediennutzung aus. Soziale Netzwerke und Onlinemedien wie Blogs und Videokanäle bei YouTube ersetzen zunehmend konventionelle Medien wie Fernsehen, Zeitung und Radio. Die Nutzung von Facebook und Co. verändert zudem das Sozialverhalten. Chatkontakte treten vermehrt an die Stelle von persönlichen Freundschaften. Eine exzessive Nutzung digitaler Medien birgt natürlich auch Risiken, besonders für Kinder und Jugendliche. Häufig werden dadurch reale zwischenmenschliche Beziehungen und Aktivitäten vernachlässigt. Eltern sollten daher darauf achten, dass ihre Kinder das Internet gewissenhaft nutzen und darüber hinaus für Sicherheit beim Surfen sorgen.

Shopping

Parkplatzsuche, das Gedränge in überfüllten Fußgängerzonen und bestimmte Ladenöffnungszeiten spielen beim Online-Shopping keine Rolle, denn dabei kann man bequem von der Couch aus die Einkaufstüten füllen. Mittlerweile gibt es in unzähligen Online-Shops von Mode über Unterhaltungselektronik bis hin zu außergewöhnlichen Besonderheiten alles, was das Herz begehrt. Online-Händler liefern heutzutage auch frische Lebensmittel, was vor allem für ältere Menschen, denen das Einkaufen vor Ort zunehmend schwerfällt, eine tolle Sache ist. Bequeme Zahlungsmethoden wie Paypal runden den Einkaufsspaß im Internet ab. Risiken lauern aber auch hier: Fake-Shops locken mit Schnäppchen und liefern nach der Bezahlung die Ware nicht. Andere bieten gefälschte Markenware an. Eine weitere Gefahr: Bargeldlose Zahlungsmethoden, das unerschöpfliche Warenangebot und vermeintliche Preiskracher verführen dazu, mehr Geld auszugeben, als da ist.

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