Behandlung in der Praxis

Zum Augenarzt – auch in Corona-Zeiten

Zum Augenarzt – auch in Corona-Zeiten (Symbolfoto)
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Zum Augenarzt – auch in Corona-Zeiten (Symbolfoto)

Trotz großer medizinischer Fortschritte gibt es noch immer Augenerkrankungen, die zum Sehverlust führen können. Welche Bedeutung eine angemessene Behandlung für den Erhalt des Augenlichtes hat, daran erinnert unter anderem der Sehbehindertentag. Die ärztliche Untersuchung sollte man unbedingt in Anspruch nehmen – auch während der Corona-Pandemie.

Ernste Augenleiden führten früher oft zu unaufhaltsamem Sehverlust. Dank moderner Operationstechniken und effizienter Wirkstoffe haben die Diagnosen Glaukom, Katarakt oder Netzhautablösung ihre Schrecken weitgehend verloren: Eine durch Grauen Star (Katarakt) getrübte Linse wird minimalinvasiv ausgetauscht, der von Grünem Star (Glaukom) verursachte hohe Augeninnendruck lässt sich durch die Einnahme von Medikamenten senken. Und eine sich ablösende Netzhaut kann mittels Laser wieder angeheftet werden.

So weit, so gut? Ja und nein: Nicht jede Augenerkrankung lässt sich heilen; oft muss sie dauerhaft behandelt werden, um das Augenlicht der Patienten zu erhalten. Um solche Erkrankungen im Blick zu behalten, ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle unverzichtbar. Auch zu Zeiten der Corona-Pandemie: Lässt der Betroffene die wichtigen Termine ausfallen, kann sich beispielsweise beim Katarakt unbemerkt der Augeninnendruck erhöhen und den Sehnerv schädigen. Auch eine instabile Netzhaut muss turnusmäßig gecheckt werden, um mögliche Ablösungen früh zu erkennen und sofort zu stoppen.

Gefahren einer ausgesetzten Behandlung

Augenärzte beobachten während der Corona-Pandemie, dass viele Patienten ihre regelmäßigen Termine aus Sorge vor einer möglichen Infektion nicht wahrnehmen. Doch damit gehen sie – offenbar unbewusst – ein anderes Risiko ein. Während eine Infektion mit dem Corona-Virus aufgrund sehr umfassender Vorsichtsmaßnahmen in Augenarztpraxen wohl weitgehend ausgeschlossen werden dürfte, riskieren sie durch ihre Behandlungsunterbrechung schwere Schäden an ihren Augen.

Besonders gefährlich ist die Vernachlässigung der Behandlung einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (feuchte AMD). Bei dieser wenig bekannten Krankheit entsteht zerstörerische Flüssigkeit in der nur wenige Millimeter großen Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens im Zentrum der Netzhaut. Diese Flüssigkeit schädigt die Sehnervenzellen; sie sterben ab, scharfes Sehen wird unmöglich.

Feuchte AMD ist unheilbar und führte früher zum weitgehenden Sehverlust. Die Betroffenen waren vielfach auf Hilfe im Alltag angewiesen. Inzwischen ist es möglich, das Fortschreiten einer feuchten AMD medikamentös zu verlangsamen. Regelmäßige Injektionen effizienter Wirkstoffe können die Bildung der schädlichen Flüssigkeit hemmen und die Sehnervenzellen möglicherweise erhalten. Doch muss die Behandlung in der Arztpraxis konsequent und dauerhaft erfolgen.

Augenlicht in Gefahr

Experten sind sich einig: Unterbleiben die Injektionen, kann der erreichte Behandlungserfolg – die Stabilisierung der Sehfähigkeit – durch sich wieder bildende Flüssigkeit schnell verloren gehen. Bereits ein einziger ausgelassener Behandlungstermin kann die oft über Jahre erreichte Hemmung der Erkrankungsabläufe gefährden.

Natürlich ist die Sorge vor einer Corona-Infektion ernst zu nehmen. Doch Augenarztpraxen haben viel Erfahrung mit hoch ansteckenden Augeninfektionen und dem Schutz ihrer Patienten vor einer Übertragung von Erregern. Die ohnehin schon hohen Sicherheits- und Hygienestandards wurden seit Beginn der Corona-Pandemie noch einmal optimiert. Sollten Patienten trotzdem Zweifel haben, ob sie in die Praxis kommen können, ist das Gespräch mit dem behandelnden Arzt sinnvoll. Ob bei Glaukom, Netzhautproblemen oder feuchter AMD: Niemand sollte ohne Rücksprache das Behandlungsschema unterbrechen – denn sonst steht der Erhalt der Sehfähigkeit und damit die individuelle Eigenständigkeit auf dem Spiel.

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