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Wegen Corona: Immer mehr Bayern lassen diese beiden wichtigen Vorsorgeuntersuchungen schleifen

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Von: Juliane Gutmann

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Die Corona-Pandemie beeinflusst aktuell so gut wie alles. Im Bereich der Vorsorge zeichnet sich ein düsteres Bild ab. So viele Bayern lassen Untersuchungen sausen.

Aus Angst vor einer Coronavirus-Infektion und aufgrund des andauernden Lockdowns hüten derzeit viele Menschen das Haus. Obwohl der Gang zum Arzt ausdrücklich erlaubt ist, wird auch der alljährliche Termin zur Zahn- und Krebsvorsorge* verschoben, wie aus einer Pressemitteilung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervorgeht.

Aktuelle Daten würden zeigen, dass die Bereitschaft zur Zahnvorsorge in der Pandemie so stark zurückgegangen ist wie seit Jahren nicht: In Bayern sank die Zahl der KKH-Versicherten mit Zahnvorsorge im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent. Im zweiten Quartal, also von April bis Juni, nahmen sogar 19 Prozent weniger Versicherte einen Kontrolltermin beim Zahnarzt war. Zum Vergleich: 2019 und 2018 suchten 61 Prozent der Bayern mindestens einmal den Zahnarzt zur Kontrolle auf, 2014 waren es 64 Prozent. Im Ländervergleich liegt Bayern damit aktuell im oberen Mittelfeld.

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Krebsfrüherkennung und Zahnvorsorge auch während der Corona-Pandemie nicht aufschieben

Auch in Hinblick auf die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hat Corona einen negativen Einfluss. So ist der Anteil der Frauen, die entsprechende Untersuchungen in den letzten Jahren wahrgenommen haben, ohnehin gesunken, wie die KKH meldet: Laut Auswertung der KKH ist der Anteil der weiblichen Versicherten, die eine Brust- oder Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge bei ihrem Gynäkologen durchführen haben lassen, zwischen 2009 und 2019 in Bayern um rund sieben Prozent gesunken. Lediglich 43 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen nutzten 2019 das jährliche Vorsorge-Angebot beim Frauenarzt, 2009 waren es rund 46 Prozent. „Aufgrund der Corona-Krise und möglicher Angst vor Ansteckung mit dem Virus bei Arztbesuchen dürfte die Zahl im vergangen Jahr allerdings noch weiter gesunken sein“, vermutet Patric Stamm vom KKH-Serviceteam in München.

„Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, alle Möglichkeiten der Vorsorge und Prävention zu nutzen. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen“, sagt Patric Stamm. Wer die vom Bundesgesundheitsministerium empfohlenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wahrnimmt, erhöht die Chancen enorm, dass Krebs frühzeitig erkannt wird. Es gilt: Je früher ein Tumor diagnostiziert wird, desto besser die Heilungschancen. Auch im Hinblick auf die Zahnvorsorge rät die KKH zur Vorsorge – auch während der Corona-Krise. Denn wenn Zahnprobleme rechtzeitig erkannt werden, verhindert das oft schmerzhafte und langwierige Behandlungen. (kkh/jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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