Kostet nur 50 Euro

Sechsjähriger bekommt Hand-Prothese aus 3D-Drucker

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Der sechsjährige Maxence freut sich über Hand-Prothese aus dem 3D-Drucker.

Für den kleinen Maxence ist es eine Superhelden-Hand: Der sechsjährige Franzose, ohne rechte Hand geboren, hat eine mit einem 3D-Drucker hergestellte Prothese bekommen.

Der strahlende Junge zeigte Journalisten am Montagabend in seinem Zuhause in Cessieu nahe Lyon, wie er mit der bunten Prothese Bälle werfen oder schaukeln kann. Die Handprothese ist sehr preiswert - medizinisch zugelassen ist sie aber nicht.

Die Plastik-Prothese, die der Blondschopf "SuperMax" taufte, ist sehr einfach: Sie wird mit Hilfe von Klettverschluss am Handgelenk des Jungen befestigt. Knickt Maxence das Handgelenk ab, schließen sich die Finger der Prothese mechanisch. Damit lassen sich Gegenstände greifen, mehr aber auch nicht: Die Schnürsenkel binden etwa kann sich Maxence mit Hilfe der Prothese nicht. Dafür kostet sie allerdings nur 50 Euro, während ausgefeilte medizinische Prothesen mit Tausenden Euro zu Buche schlagen.

"Mehr Low-Tech geht nicht", sagte der Unternehmer Thierry Oquidam, der die Prothese mit seinem 3D-Drucker für Maxence herstellte. Die Handprothese ermögliche es Maxence, "ein Superheld mit einem Teil mehr zu sein und nicht mehr ein kleiner Junge mit einem Teil weniger".

Unermüdlich probierte Maxence am Montagabend die Prothese aus, auf der ein blaues "M" prangt - wieviel Nutzen sie ihm bringen wird, ist noch nicht ausgemacht. "Er wird Dinge entdecken, die wir mit zwei Händen machen, die er mit eineinhalb Händen macht, etwa Fahrrad fahren", sagte sein Vater Eric Contegal. "Er fährt Rad, seit er zweieinhalb Jahre alt ist, es hat ihn nie gestört."

Contegal sieht die Handprothese daher als Versuch: "Wenn er sie behält, dann weil er einen Nutzen darin sieht, und wenn er findet, dass sie mehr stört als sonst was, tut er sie weg. Es ist seine Hand, er entscheidet".

Maxences Mutter Virginie zeigte sich glücklich über die ersten Versuche ihres Sohnes mit der Handprothese. "Es ist bewegend ihn zu sehen, wie er mit dieser Hand etwas fängt und wie er beeindruckt ist, sein Handgelenk zu bewegen und dann die Bewegung der Hand zu sehen."

Der Kontakt zwischen der Familie Contegal und Thierry Oquidam kam über die die US-Stiftung e-NABLE zustande. Diese stellt schon seit 2013 Kontakte zwischen Besitzern von 3D-Druckern und Familien mit Kindern her, denen Finger oder eine Hand fehlen. Über diese Plattform wurden bereits mehr als 1500 Prothesen bereitgestellt, für Kinder gerne auch in den Farben ihrer Lieblings-Superhelden. Nun fertigte Oquidam erstmals für die Organisation eine solche Prothese für ein französisches Kind an.

Maxence solle "Spaß" mit der Prothese haben, sagte Oquidam. Dass die Prothese aus dem 3D-Drucker nur 50 Euro kostet, ist vor allem bei Kindern im Wachstum wichtig, die die Prothese immer wieder erneuern müssen. Charles Msika von der Französischen Gesellschaft für orthopädische und traumatologische Chirurgie sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine 3D-Prothese habe auf jeden Fall den Vorteil, dass Kinder den Nutzen einer Prothese austesten könnten, bevor diese aufwändig hergestellt werde.

AFP

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