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„Corona-Spucktest“: Neuartige Tests versprechen schnelle Ergebnisse – so funktionieren sie

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Von: Juliane Gutmann

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Kein Hals- oder Rachenabstrich nötig: Neuartige „Corona-Spucktests“ bringen schnelle Ergebnisse – und sind angenehmer als ihre Alternativen.

PCR-Test, Antigen-Schnelltest bis Antikörpertest: Viele blicken nicht mehr durch, wenn es um die Nachweismöglichkeiten von Coronaviren geht. Kurz erklärt: PCR-Tests werden zum direkten Erregernachweis durch einen Rachen- und/oder Nasenabstrich* gemacht. Bei einem Antigen-Schnelltest wird eine Probe von einem Nasen- oder Rachenabstrich auf einen Teststreifen gegeben. Wie das Bundesgesundheitsministerium informiert, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen und eine Verfärbung wird auf diesem sichtbar, falls das Coronavirus in der Probe vorhanden ist. Antikörpertests dagegen weisen eine abgelaufene Infektion nach, wenn der Körper bereits Antikörper gegen den Erreger gebildet hat.

Relativ neu sind Corona-Speicheltests, auch „Spucktests“ genannt. So berichtete der Südwestrundfunk am 27. Dezember 2020 über einen weltweit einzigartigen Corona-Speicheltest aus Frankreich, der binnen 40 Minuten ein Ergebnis liefert. Dabei wird ein Röhrchen unter der Zunge platziert, um Speichel zu entnehmen. Nach knapp einer dreiviertel Stunde könne man das Resultat David Halter zufolge auslesen: Gelb steht für Corona-positiv, orange für negativ. Halter arbeitet für Firalis, eine Firma mit Sitz im Elsass, die den Speicheltest „EasyCov“ produziert. Entwickelt wurde das Produkt von einem Team des nationalen Zentrums für Wissenschaftsforschung, wie der SWR informiert. Aktuell werden dem Hersteller Firalis zufolge etwa eine Million Tests pro Monat produziert, im Februar sollen es ganze fünf Millionen sein.

Wegen der geringen Fehlerquote des Tests, der einfachen Anwendung und den schnellen Ergebnissen soll „EasyCov“ vor allem für den Einsatz in Schulen, Universitäten, Konzertsälen und anderen Kulturstätten geeignet sein.

Ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Magdeburg führt bei einem Mann einen Antigentest auf das Coronavirus durch.
Ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Magdeburg führt bei einem Mann einen Antigentest auf das Coronavirus durch. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Antigen-Sputum-Test aus China: Experten zweifeln an der Sicherheit der Ergebnisse

Auch andere „Spucktests“ kommen weltweit zum Einsatz. So wird etwa im Testzentrum am Flughafen Weeze in Nordrhein-Westfalen seit Wochen mit einem neuen Antigen-Sputum-Test aus China getestet. „Anders als bei einem Abstrichtest mittels Stäbchen ist dieses Testverfahren einfacher und angenehmer. Diese Herabsetzung der Hemmschwelle ist im Sinne der Teststrategie und des Bevölkerungs- und Infektionsschutzes“, zitiert die Bild Stefan Ripkens, Leiter des Testzentrums. Im Rahmen des Tests werde Sputum, nicht Speichel, auf Coronaviren hin untersucht. Sputum ist das Sekret im tiefen Rachenraum, das etwa durch Husten hervorgeholt werden kann. Der neuartige Antigen-Sputum-Tests aus China wird von Fachleuten kritisch beäugt, so würden Bild zufolge neutrale Studien zur Wirksamkeit fehlen. Virologe Prof. Dr. Bodo Plachter der Universität Mainz gibt zu Bedenken, dass Sputum viel Virus enthalten könne, jedoch in der Regel nur Menschen mit Symptomen Sputum produzieren. „Wer kein Sputum produziert, wird nur Speichel abgeben können“, erläutert er. Speichel könne zwar auch Virus enthalten, als wirklich sicher könne das Ergebnis dann aber nicht eingestuft werden. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2020/faq-antigen-schnelltests.html

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