Volkskrankheit 

Schlafstörungen: Immer mehr Hessen schlummern schlecht

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Volkskrankheit Schlafstörungen: Eine Untersuchung der DAK-Gesundheit zeigt, dass die Zahl der Berufstätigen in Hessen mit Schlafproblemen dramatisch gestiegen ist! 

Eine alarmierende Entwicklung mit vielen gesundheitlichen Risiken für die Betroffenen.

65 Prozent Betroffene mehr in sieben Jahren

Laut DAK-Report „Hessen schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“ sind etwa 80 Prozent der Berufstätigen in Hessen von Schlafproblemen geplagt! In den vergangenen sieben Jahren ist der Anteil von Menschen mit Durchschlaf- und Einschlafproblemen in der Altersgruppe 35 bis 65 um 65 Prozent angestiegen. Bei den auch Insomnien genannten schweren Schlafstörungen ist für denselben Zeitraum ein Anstieg um 18 Prozent zu verzeichnen. 

Schlafmangel mit gravierenden Folgen

Die Auswirkungen von Schlafmangel sind nicht zu unterschätzen: Wer permanent zu wenig schläft, muss mit ernsten körperlichen Folgen rechnen. Der Kohlenhydratstoffwechsel leidet, die Blutzuckerwerte erhöhen sich und die Produktion von Hormonen in der Schilddrüse gerät durcheinander. Das Stresshormon Kortisol wird am Abend von der Nebennierenrinde ausgeschüttet, obwohl dies im Normalfall erst morgens passiert. 

Eigentlich wird zur Schlafenszeit nämlich das Schlafhormon Melatonin von der Zirbeldrüse im Hirn ausgeschüttet. Seine Freisetzung wird durch die Dunkelheit angeregt und durch Licht unterdrückt. Melatonin macht uns müde und ist somit für die Aufrechterhaltung des 24-Stunden-Biorhythmus im Körper mitverantwortlich. Gerät dieser hormonell gesteuerte Rhythmus durcheinander, wird die innere Uhr des Menschen gestört. 

Ein weiteres Indiz für die Schädlichkeit von Schlafstörungen ist, dass die physischen Veränderungen, die durch chronischen Schlafmangel entstehen, denen von Diabetes im Frühstadium sehr ähneln. 

Auch seelisch wirken sich länger anhaltende Schlafstörungen negativ aus: Betroffene Menschen sind leichter reizbar und schreckhaft. Ihre Konzentrationsfähigkeit ist gestört, mittelfristig können sich Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Depressionen einstellen. Der subjektive Leidensdruck steigt bei vielen Betroffenen immens – wegen seiner dramatischen Folgen wird Schlafentzug in Diktaturen als Folterwerkzeug verwendet. 

Auch Dritte könne durch chronischen Schlafmangel Schaden nehmen: Ein typisches Beispiel sind Autounfälle wegen Sekundenschlafs, dessen Ursache ist in der Regel eine Übermüdung des Unfallverursachers ist. 

Strategien gegen Schlafstörungen 

Ein gesunder Lebenswandel mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, Sport sowie festen Schlafenszeiten und einer mindestens siebenstündigen Nachtruhe genügen oftmals, um Schlafproblemen Herr zu werden. 

Außerdem sollten Betroffene rechtzeitig vor der Bettruhe die Finger von Smartphone, Tablet und Notebook lassen – das blaue Licht der Displays hemmt wie schon angedeutet die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Einem Mangel an Melatonin lässt sich auch mit Nahrungsergänzungsmitteln begegnen, die das Schlafhormon enthalten. 

Helfen all diese Maßnahmen mittelfristig nicht, ist der Gang zum Hausarzt angezeigt. Schlaftabletten sollten nur als Sofortmaßnahme und für kurze Zeit eingenommen werden – das gilt für verschreibungspflichtige Tabletten ebenso wie für pflanzliche Mittel, die frei verkäuflich sind: Hier droht sonst die Gefahr der Abhängigkeit. 

Eine Alternative zur Einnahme von Schlaftabletten ist die kognitive Verhaltenstherapie. Studien haben gezeigt, dass sie bei der Behandlung von Schlafstörungen ebenso erfolgreich sein kann wie die Einnahme von Schlafmitteln. Die Therapie hilft Betroffenen, ihre Lebensgewohnheiten langfristig zu ändern, neue Schlafmuster zu entwickeln – und so wieder zu geruhsamen Nächten zu finden.

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