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Home-Office wirkt sich positiv auf den Schlaf aus - und stärkt so die Gesundheit

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Von: Chenoa Becker

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Eine Frau liegt mit geschlossenen Augen auf einer Wiese
Mittagsschlaf im Grünen? Dank Home-Office ist das plötzlich möglich. © Alexandra C. Ribeiro via www.imago-images.de

Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Arbeitszeiten zwingen uns aber zu einem ungesunden Lebensrythmus. Dank Home-Office bleibt mehr Zeit zum Schlafen.

München - Viele Menschen schlafen weniger als nötig und das liegt meist am Job. Schichtdienst, Pendeln, Dienstreisen und Meetings nehmen ihnen die nötige Zeit dazu. Dabei ist gesunder Schlaf so wichtig für neue Lebenskraft. Wer zum Beispiel 40 Minuten pendelt, hat täglich schon 80 Minuten an Schlaf- und Lebenszeit verloren. Man kann versäumten Schlaf nicht nachholen oder vorschlafen, betonen viele Schlafexperten.

Im Online-Magazin „Erbe & Umwelt“ warnt der Biologe und Wissenschaftsjournalist Peter Spork vor den dramatischen Folgen, die Schlafmangel haben kann. Für das eigene Leben und für die Gesellschaft als Ganzes. „Schlafmangel ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen“, schreibt Spork. „Und weil Schlaf so unerhört wichtig ist, bleibt das nicht ohne Folgen: Das allgemeine Schlafdefizit belastet die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft, die gesamtgesellschaftliche Leistungsbilanz.“

Home Office bringt Vorteil: Schlaf ist essentiell wichtig für gute Gesundheit

Zu wenig Schlaf schadet schließlich nicht nur dem Einzelnen. Auch die Wirtschaft muss darunter leiden. 60 Milliarden US-Dollar pro Jahr gehen in Deutschland durch Schlafmangel verloren. In den USA sind es sogar 411 Milliarden. Das geht aus einer Schätzung des US-amerikanischen Think-Tanks Rand-​Corporation hervor, die Peter Spork zitiert.

Schlafmangel erhöht zudem das Risiko, an Alzheimer zu erkranken und übergewichtig zu werden. Der stärkste Burnout-Verursacher ist zu wenig Schlaf. Laut einer schwedischen Studie schliefen Burn-Out Patienten nur 4 bis 5 Stunden am Tag. Dabei war der Tiefschlafanteil vergleichsweise um 40 Prozent geringer als der bei gesunden Menschen. Für guten Schlaf gibt es viele hilfreiche Tipps.

Endlich mehr Schlaf dank Home-Office in der Coronakrise

Seit der Pandemie gehören Home-Office und Home-Schooling plötzlich zum Alltag. Mit einem positiven Nebeneffekt: „Wir schlafen deutlich mehr und besser, weil wir die Zeit dazu haben. Seit Jahren sprechen wir über die unausgeschlafene Gesellschaft“, sagte der Forscher Jürgen Rinderspacher von der Universität Münster bei einer Diskussion des Veranstaltungsforums Holztbrinck Berlin . Fahrtwege bleiben erspart und ein Nickerchen in der Mittagspause ist plötzlich auch möglich..

„Im Home-Office sind wir flexibler“, schreibt Peter Spork. „Unsere Schlafzeit überlappt sich oft viel deutlicher mit jenem Fenster, das die Natur für uns persönlich mit unseren individuellen biologischen Eigenschaften dafür vorgegeben hat. Anders als sonst müssen wir weniger sklavisch den festgelegten Arbeitszeiten folgen.“

Den ganzen Tag zu Hause zu sitzen, hat sicherlich auch seine Nachteile, wie der körperliche Abbau durch zu wenig Bewegung, aber in Summe tut der Umstieg aufs Home Office der Gesundheit gut.

Ruhe und Entspannung sind die besten Voraussetzungen für gesunden Schlaf

Die nötige Dosis an Schlaf ist übrigens immer abhängig von der Person selbst. Jeder hat ein anderes Schlafbedürfnis und das kann jeder für sich herausfinden. Dabei gibt es Frühaufsteher*innen, Nachteulen und Langschläfer*innen.

Am seltensten kommen Frühaufsteher*innen vor. Ironisch, denn seit eh und je werden wir in das Muster der Frühaufsteher*rinnen gedrängt. Die Schule startet um acht Uhr morgens und die Arbeit oft auch. Dabei schadet uns der frühe Start sogar dem Gehirn.

Im Schlaf entsorgt das Gehirn Giftstoffe

Denn wir produzieren nicht nur Müll im Haushalt, sondern auch in unserem Gehirn. Dagegen ist es aber gewappnet. Das Gehirn entsorgt schädliche Giftstoffe einfach im Schlaf. Vorausgesetzt der Körper bekommt genug davon.

Das Glymphatische System ist die Müllabfuhr in unserem Gehirn. Ohne Schlaf funktioniert sie nicht. Je besser diese natürliche Abfallentsorgung funktioniert, umso fitter bleiben wir. Damit das Hirnwasser diesen Müll wegspülen kann, müssen sich die Zwischenräume zwischen den Zellen im Gehirn vergrößern und das passiert in der Tiefschlaf-Phase. Ohne diese findet die Reinigung nicht statt. Deswegen müssen wir möglichst viel und tief schlafen. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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