Bakterien können „Stinknase“ verursachen

Nasenspray-Sucht: So gefährlich ist die Abhängigkeit von dem Medikament

Eine Frau vor dunklem Hintergrund führt ein Nasenspray in ihr linkes Nasenloch ein (Symbolbild).
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Wer Nasenspray zu lange anwendet kann süchtig werden, dann droht sogar ein Verlust des Geruchsinns (Symbolbild).

Bei einer Erkältung sind abschwellende Nasensprays vorübergehend ein Segen. Wer das Medikament aber zu lange anwendet, kann süchtig werden. Dann drohen ernsthafte Gesundheitsschäden.

Neumünster – Wer an einer Erkältung mit verstopfter Nase und starkem Schnupfen leidet, für den ist ein abschwellendes Nasenspray eine große Erleichterung. Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße der Nasenschleimhäute zusammenziehen, die Blutzufuhr verringert wird und das Gewebe abschwillt. Betroffene können dann wieder freier atmen und vor allem nachts besser schlafen.

Bei einer längerfristigen Anwendung des Nasensprays kann jedoch ein Gewöhnungseffekt einsetzen. Dann droht eine Nasenspray-Sucht, die schwere körperliche Folgen haben kann,* warnt der Berufsverband der HNO-Ärzte. Durch die chemischen Inhaltsstoffe des Sprays trocknen die Nasenschleimhäute aus, sind gereizt, bilden Risse und bluten leichter. Zudem haben Erreger wie Viren und Bakterien durch die trockene Schleimhaut leichtes Spiel einzudringen – die Abwehrfunktion der Nase funktioniert nicht mehr. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich ein Loch in der Nasenscheidewand bilden, da das Nasenspray auch den Knorpel angreift. Kommt es durch die geschädigten Schleimhäute zu einem starken Keimbefall, droht außerdem eine sogenannte „Stinknase“ (Ozäna). Dabei bilden die in den Rissen angesiedelten Bakterien einen fauligen Geruch, den Betroffene selbst oft nicht wahrnehmen, das Umfeld hingegen schon. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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