Herzinsuffizienz: Was Sie tun können, um unabhängig Ihren Alltag zu genießen

Zwei Senioren fahren Fahrrad
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Zwei Senioren fahren Fahrrad

Eine Herzschwäche macht alles ein bisschen schwerer, die Puste geht schneller aus. Doch es lässt sich einiges tun, um möglichst fit zu bleiben

Der wichtigste Punkt gleich zu Anfang: Dreh- und Angelpunkt eines möglichst guten und selbstbestimmten Lebens mit einer Herzschwäche ist die regelmäßige Einnahme der verschriebenen Medikamente und die Einhaltung der Kontrolltermine beim Arzt! Laut der Deutschen Herzstiftung beruhen die meisten Klinikeinweisungen von Herzinsuffizienz-Patienten auf Fehlern bei der Medikamenteneinnahme, etwa wenn diese schlicht vergessen wird, die Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt einfach abgesetzt werden oder in ihrer Dosierung verändert werden. Dann kann es schnell zu einer deutlichen Verschlechterung kommen – und möglicherweise zu einem Krankenhausaufenthalt. Sein Herz zu unterstützen und für das eigene Wohlergehen zu sorgen bedeutet also, die Medikamente genau wie verschrieben einzunehmen. Treten Nebenwirkungen auf oder besteht Unsicherheit, ob das Medikament wirkt, wie es soll, gilt es: erst mit dem Arzt sprechen!  

Ganz schonend in Bewegung kommen

Das sauerstoffreiche Blut zu jeder Zelle des Körpers zu pumpen, fällt einem schwachen Herz schwer: Die körperliche Belastbarkeit sinkt, die Puste geht aus, Erschöpfung macht sich breit. Jetzt zu denken, Schonung wäre das Beste, um das schwache Herz nicht zu belasten, liegt nahe – dennoch ist eher das Gegenteil der Fall: Studien zeigen eindeutig, dass durch leichte, angemessene Bewegung oder ein spezielles Ausdauertraining die Sterblichkeit und die Zahl der Krankenhausaufenthalte um rund 30 Prozent sinken. Und: Die Leistungsfähigkeit lässt sich durch abgestimmte Trainings um 10 bis 25 Prozent verbessern. Auch hier gilt natürlich: zuerst mit dem Arzt sprechen! Experten der Deutschen Herzstiftung empfehlen, die ersten Trainingseinheiten stationär unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen, beispielsweise in einem Herzzentrum oder einer Rehaklinik. Danach kann die schonende Bewegung zum Beispiel in einer Herzsportgruppe weitergeführt werden. 

Es sich im Alltag leicht machen

Den schweren Einkauf die Treppe hochzutragen, Fenster zu putzen oder gar eine Getränkekiste zu heben – diese Tätigkeiten können tendenziell zu viel sein. Gerade von schwerem Heben wird abgeraten, da dies zu einer Pressatmung führen kann, welche die Pumpleistung des Herzens verschlechtert. Hier wäre es ratsam, sich Hilfe zu organisieren, etwa über einen Pflegedienst (Infos dazu finden sich über die regionalen Pflegestützpunkte). Vielleicht gibt es einen ehrenamtlichen Einkaufdienst in Ihrer Nähe – und inzwischen kann man sich nicht nur Getränke, sondern auch Lebensmittel liefern lassen. Sich die Energie für die schönen Seiten des Alltags aufzusparen, tut nicht nur dem Herz gut, sondern auch der Seele. 

Kleine Helfer mit großer Wirkung

Wer ein Smartphone besitzt, kann sich von hilfreichen Apps unterstützen lassen

  • Die App „Leben mit Herzinsuffizienz“ der Schweizerischen Herzstiftung bietet einen Medikamentenpass, ein Herztagebuch und viele Informationen. 
  • Der „BNK CardioCoach“ vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen hält den Medikamentenplan bereit und erinnert per Pillenwecker an die Einnahme. Außerdem lassen sich zusammen mit dem Arzt ein Trainingsmodul festlegen und Informationen zu Puls und Blutdruck hinterlegen. 
  • Atemkugel: Diese einfache App bietet medizinisch erprobte Atemübungen, die gegen Stress und aufkommende Ängste wirken, beim Einschlafen helfen und einen zu hohen Blutdruck abmildern.  

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