Die richtige Einstellung hilft

Denken Sie sich schlank - Placeboeffekt beim abnehmen

Der Kampf gegen die überflüssigen Pfunde beginnt im Kopf. Fehlt die richtige Einstellung, haben die größten Bemühungen nur wenig Wirkung.
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Der Kampf gegen die überflüssigen Pfunde beginnt im Kopf. Fehlt die richtige Einstellung, haben die größten Bemühungen nur wenig Wirkung.

Die Macht der Gedanken ist schon immer ein besonderes Phänomen, das mitunter auch die Wissenschaftler beschäftigt. Beim Abnehmen spielt die richtige Einstellung eine größere Rolle, als viele annehmen.

Abnehmen beginnt im Kopf: Eine Studie der amerikanischen Psychologin Ellen Langer hat ergeben, dass unsere Selbstwahrnehmung und unsere Denkweise einen entscheidenden Einfluss darauf hat wie wir aussehen und wie schwer oder leicht es uns fällt etwa Gewicht zu reduzieren.

Der Einfluss unserer Gedanken

Der Placeboeffekt wurde in Bezug auf die Wirkung von entsprechenden Medikamenten bereits von Psychologen und Medizinern bestätigt. Präparate ohne pharmakologische Wirkstoffe sorgen trotzdem für eine positive Veränderung oder den Rückgang der Symptome. Der Glaube an die Unterstützung durch das Medikament sorgt bei den Patienten dabei zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. 

Dieser „Selbstbetrug“ wirkt zwar nicht bei jedem gleich gut, wird jedoch bei bestimmten Krankheitsbildern von den Ärzten gezielt genutzt. So werden Placebo-Präparate beispielsweise bei Schmerzpatienten oder Personen mit Schlafstörungen erfolgreich eingesetzt.

Alles Aberglaube?

Was bei ernsthaften Angelegenheiten in unserem Leben kritisch beäugt wird, gehört in anderen Bereichen hingegen zum allgemeinen Geschehen ganz selbstverständlich hinzu. Aberglaube als volkstümliche Verhaltensweise ist bei vielen Menschen in bestimmten Situationen fest verankert. 

Um seine Chancen zu verbessern, werden beispielsweise beim Glücksspiel seit Jahrhunderten verschiedene „magische“ Gegenstände, besondere Zahlen oder Gesten und Riten genutzt. Glücksbringer, Glückszahlen, Daumendrücken oder Fingerkreuzen – all dies soll uns beim Spiel mit dem Risiko einen Vorteil verschaffen.

Dabei sind es unsere eigenen Gedanken, die dabei Berge versetzen. Auch hier ist es das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung, welches für eine überdurchschnittlich positivere Quote sorgt. Unbewusst passen wir unser Verhalten so an, dass wir eher an das gewünschte Ziel gelangen. 

Die Werbung nutzt dieses Phänomen erfolgreich um die Verkaufszahlen anzukurbeln. Produkte, die bereits auf der Verpackung positive Erfolge heraufbeschwören, werden von uns nur zu gerne in den Einkaufswagen gepackt. Auch wenn wir wissen, dass die emotionalen Versprechen weit hergeholt sind, funktioniert die Marketingstrategie in vielen Bereichen.

Amulette, Glücksklee oder das Klopfen auf Holz sind alles Dinge, die im Volksaberglauben im Alltag fest verankert sind. Der Glaube daran beeinflusst unterbewusst unser Handeln.

Eine Frage der Selbstwahrnehmung

Zurück zur Studie der amerikanischen Wissenschaftlerin: Sie fand heraus, dass die Figur und die körperliche Erscheinung vieler Menschen stark vom eigenen Selbstbild beeinflusst wird. Personen, die einer körperlich fordernden Tätigkeit nachgehen und sich täglich viel bewegen (Zimmermädchen) wiesen überraschenderweise keine dazu passende Fitness auf. Ähnlich anstrengend wie regelmäßige Fitnessstudiobesuche, verfügten diese Frauen, die an der Studie beteiligt waren beispielsweise nicht über eine besser trainierte Muskulatur. 

Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmerinnen war der Meinung, dass sie nicht sonderlich viel körperlich aktiv seien. In gewisser Weise entsprach ihr äußeres Erscheinungsbild und ihre Fitness also eher ihrer persönlichen Selbsteinschätzung, als dem tatsächlichen Bewegungspensum. Eine interessante Erkenntnis also, die jeder, der Gewicht reduzieren möchte beherzigen kann.

Dabei ist die Selbstwahrnehmung bei vielen Menschen etwas getrübt. Mit uns selbst gehen wir oftmals viel härter ins Gericht als mit anderen. Problemzonen bestehen häufig nur für uns selbst und durch das ständige Vergleichen mit dem in den Medien propagierten Idealbild wird schlussendlich jeder noch einen Kritikpunkt an seiner Figur entdecken können. Mit einer realistischeren Selbsteinschätzung ist der erste schwere Schritt bereits gemacht. 

Um herauszufinden, wie aktiv wir im Alltag tatsächlich sind, kann für den Anfang möglicherweise ein Schrittzähler oder ein Fitnessarmband mehr Aufschluss bringen. Oftmals wird unterschätzt, zu welcher Summe sich unsere einzelnen Laufwege addieren. Umgekehrt kann das Ergebnis auch erschreckend sein und dazu motivieren, sich in Zukunft mehr zu bewegen.

Positive Einstellung beim Abnehmen

Für viele ist Abnehmen von Anfang an mit einem negativen Gefühl verbunden. Es klingt nach Verzicht, Aufgabe von liebgewonnener Gewohnheiten, anstrengendem Sport oder langweilig schmeckendem Gemüse. Schlechte Karten für eine positive Herangehensweise. Auch hier kann es helfen, unseren Kopf auf andere Gedanken zu bringen, damit unsere Bemühungen langfristig auch Früchte tragen können: 

  • Ziele visualisieren: Stellen Sie sich vor, wie Sie in der schmaleren Jeans aussehen oder der Lieblingsbikini endlich wieder passt. Mit einem klaren Bild vor Augen fällt es leichter, die notwendige Motivation aufzubringen.
  • Zwischenetappen würdigen: Statt sich vorzunehmen 20 Kilo abzunehmen ist es sinnvoller sich mehrere kleine Ziele zu stecken. Jedes Mal, wenn ein paar Pfunde gepurzelt sind, sollten Sie diesen Erfolg auch anerkennen. Halten Sie inne und freuen sich siech über das bereits erreichte.
  • Belohnung einplanen: Für die Anstrengungen können Sie sich bei den kleinen Erfolgen auch immer mit einer kleinen Anerkennung belohnen. Ein Shoppingausflug oder eine wohltuende Massage sorgen für gute Stimmung und motivieren zu den nächsten Schritten.
  • Freiheit statt Verzicht: Abnehmen hat auch etwas Befreiendes. Statt uns damit zu beschäftigen, was wir aufgeben, sollten wir uns besser darauf konzentrieren, was wir in Zukunft gewinnen.
Wenn das Abnehmen mit positiven Gefühlen verbunden ist, fällt es uns leichter uns dafür anzustrengen.

Innere Blockaden überwinden

Häufig stehen wir uns beim Vorhaben abzunehmen auch erstmal selbst im Weg. „Weil ich so dick bin, kann ich nicht so leicht Treppen steigen oder schwere Einkaufstaschen selbst tragen.“ So oder ähnlich lauten die Ausreden, die uns davon abhalten, aktiver zu werden oder bestimmte Verhaltensmuster zu durchbrechen. Oftmals ist dies auch noch von einem schlechten Gefühl begleitet, da wir uns dabei alt oder schwach fühlen. 

Dabei hilft es einfach nichts – bewegen müssen wir uns am Ende selbst. Das beste Fitnesstraining kann nur helfen, wenn wir es auch in Angriff nehmen. 

Wer sich vornimmt, Gewicht zu reduzieren, sollte dies ganz bewusst tun. Der Schritt zu einem realistischeren Selbstbild ist hierbei lediglich der Anfang. Wir können auch genauer nachforschen, welche Verhaltensweisen oder Denkmuster immer wieder dazu führen, dass wir nach dem Feierabend lieber auf dem Sofa landen, statt noch eine Runde an der frischen Luft spazieren zu gehen. Dann gilt es, diese eingefahrenen Strukturen zu hinterfragen und entsprechend zu ändern. 

Auch beim Essen spielt unser Gehirn eine wichtige Rolle. Statt sich ohne darauf zu achten, immer nur nebenher zu essen – abgelenkt durch Fernsehen oder das Smartphone – ist es sinnvoller, bewusst und gemächlich zu essen. Das Gehirn hat dann Zeit, auf die Nahrungsaufnahme zu reagieren und ein Sättigungsgefühl stellt sich beispielsweise viel eher ein.

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