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Reiserückkehrer bringen britische Corona-Mutation nach Deutschland – was das für das Frühjahr 2021 bedeutet

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Ein Passant mit Mund-Nasen-Schutz geht im Londoner Stadtzentrum an einem geschlossenen Imbiss mit der Schrift „Merry Christmas“ auf dem Dach vorbei.
In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit Ende Dezember wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. Grund ist die rasche Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus. © Ben Birchall/dpa

Eine Mutation des Coronavirus ist verantwortlich für einen harten Weihnachtslockdown in Großbritannien. 70 Prozent ansteckender soll das Virus sein.

Update vom 13.01.2021: Virus-Mutation aus Großbritannien von Reiserückkehren nach Deutschland eingeschleppt

Die neue, ansteckendere Coronavirus-Variante VOC 202012/01 (auch B.1.1.7 genannt) aus Großbritannien ist in Deutschland angelangt. Die erstmals im November 2020 im Südosten Englands beschriebene Virus-Mutation gilt zwar nicht als gefährlicher, allerdings als weitaus ansteckender als das „Original-Coronavirus“. „Schwerere Verläufe werden dadurch nicht ausgelöst. Aber: Diese Variante ist ansteckender und kann sich schneller verbreiten“, so Virologe Prof. Bernhard Fleckenstein im Bild-Interview. Dies könnte der Pharmazeutischen Zeitung zufolge noch drastischere Eindämmungsmaßnahmen wie längere Schulschließungen erforderlich machen. Auch das Impfen* müsste bei einer Ausbreitung der britischen Corona-Mutation deutlich schneller gehen.

Am 24. Dezember 2020 wurde die Virus-Variante B.1.1.7 erstmals bei einer Frau in Deutschland nachgewiesen, wie das Ärzteblatt informierte. Sie war am 20. Dezember von einem Großbritannien-Besuch nach Deutschland zurückgekehrt. Wie das Ärzteblatt weiter berichtet, haben seither mehrere Reise-Rückkehrer die Virusmutante B.1.1.7 nach Deutschland eingeschleppt. So wurden in der ersten Kalenderwoche 2021 neben dem ersten Fall in Baden-Württemberg auch Fälle in Sachsen, Berlin und Bayern gemeldet.

Neues Virus aus Großbritannien: Ansteckender, aber nicht tödlicher

Artikel vom 28.12.2020: Für die Briten fand das Weihnachtsfest 2020 in sehr kleinem Kreis statt. Denn die Regierung hat am 20.12.2020 einen harten Lockdown verhängt, der es in sich hat: Nur noch lebensnotwendige Geschäfte haben geöffnet, von Reisen wird dringend abgeraten, auch wenn sie nur zu den Verwandten in die nächstgrößere Stadt gehen sollen. Haushalte sollen sich nämlich tunlichst nicht mischen und alle sollen zuhause bleiben. Grund für diese harten Maßnahmen sind die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen und eine Virus-Mutation, die den Behörden Sorgen bereitet. So könnte eine neu entdeckte Variante des Virus bis zu 70 Prozent ansteckender sein als alle anderen bekannten Sars-CoV-2-Ausprägungen.

Allerdings soll eine Ansteckung mit der neuartigen Virus-Mutation nicht tödlicher sein und auch die Symptome nicht verschärfen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Auch in Hinblick auf die Impfstoffe gibt es vorerst Entwarnung: Diese sollen bei der neuen Virus-Variante genauso gut ansprechen als bei der altbekannten Virus-Form. Jedoch handelt es sich bei diesen Informationen um erste Schätzungen – britische Wissenschaftler hatten Deutschlandfunk zufolge zu verstehen gegeben, dass sie noch Zeit benötigen, um genaue Aussagen über die neue Virus-Mutation zu treffen. Auch Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin gibt sich zurückhaltend: Die Datenlage sei noch sehr lückenhaft und wissenschaftlich nicht belastbar. Außerdem sei die zu beantwortende Frage, ob die entdeckte Variante wirklich stärker übertragbar sei, wird Drosten im Deutschlandfunk zitiert.

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Coronavirus-Mutation in Großbritannien, Dänemark und Belgien – und auch in Deutschland?

Neu ist die Virus-Mutation, die jetzt ganz Großbritannien lahm legt, nicht. So war sie dort bereits im September zum ersten Mal beschrieben worden und auch in Dänemark, Belgien und den Niederlanden steckten sich bereits Menschen mit der neuen Virus-Variante an. Selbst in Australien wurden Fälle gemeldet. Allerdings hatte die Virus-Mutation bislang keine Konsequenzen wie aktuell in Großbritannien zur Folge gehabt. Auf die Frage, ob der mutierte Erreger auch Deutschland bereits erreicht haben könnte, ist Christian Drosten wenig optimistisch. Im Deutschlandfunk-Interview sagte er, davon sei auszugehen.

Der Ursprung der Virus-Mutation soll in Nerz-Zuchtstationen zu finden sein, so die bisherige Annahme. Gestützt wird diese Vermutung von verschiedenen Veröffentlichungen, zum Beispiel durch eine britische Forschungsarbeit, die Nerz-Coronavirus-Mutationen bei Menschen nachgewiesen hat. Demnach sollen sich nicht nur in Dänemark Menschen bei Tieren angesteckt haben, sondern auch in den Niederlanden, in der Schweiz, Südafrika, in den USA, Russland und Australien. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/119969/Weitere-Reiserueckkehrer-tragen-Virusmutante-B-1-1-7-nach-Deutschland; https://www.pharmazeutische-zeitung.de/neue-virusvariante-56-prozent-ansteckender-122733/

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