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Neue Virus-Mutationen durch Lockdown-Lockerungen: Virologe warnt vor dieser Kombination

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Von: Juliane Gutmann

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Ab dem 08.03.2021 werden Kita-Erzieherinnen, Tageseltern, ein Teil der Lehrer und der Polizisten sowie Personen in den Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung könnte ein Problem mit sich bringen, so eine Virologe.
Ab dem 08.03.2021 werden Kita-Erzieherinnen, Tageseltern, ein Teil der Lehrer und der Polizisten sowie Personen in den Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung könnte ein Problem mit sich bringen, so eine Virologe. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Regierung will die Impfquote steigern und gleichzeitig den Lockdown entschärfen. Doch das könnte gefährlich werden, betont ein Virologe.

Die Regierung lockert. Nach aktuellem Beschluss könnten innerhalb der nächsten Wochen wieder Freizeitstätten, Museen, Außengastronomie und mehr Geschäfte öffnen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Inzidenzwert unterhalb von 50 beziehungsweise 100 bleibt. Auch die Impfreihenfolge war Thema der Bund-Länder-Konferenz am 3. März 2021. Um die Impfquote in Deutschland so schnell wie möglich zu erhöhen, muss die Organisation der Impfungen verbessert werden. So sollen etwa Pilotprojekte bundesweit ausgedehnt werden, die eine Corona-Impfung beim Hausarzt möglich machen*.

Zwischen Erst- und Zweitimpfung vergehen je nach Impfstoff einige Wochen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt im Fall von mRNA-Impfstoffen wie dem Biontech- oder Moderna-Präparat einen Abstand von drei bis sechs Wochen. Im Fall des Vektorimpfstoffs von Astrazeneca sollte der STIKO zufolge die zweite Impfstoffdosis neun bis zwölf Wochen nach der ersten Impfstoffdosis verabreicht werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es dem Robert Koch-Institut zufolge nicht sicher, ob man durch eine Verschiebung der zweiten Impfung auf einen späteren Zeitpunkt und eine damit verbundene höhere Anzahl von erstmalig Geimpften schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle verhindern kann.

Corona-Impfungen in Kombination mit steigenden Inzidenzen: „Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten“

Es gibt Mediziner, die sich für einen längeren Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung aussprechen – aufgrund oben genannter Vermutung. Doch Hans-Georg Kräusslich, Chefvirologe der Uniklinik Heidelberg, sieht dies kritisch. Vor allem in Verbindung mit steigenden Inzidenzwerten könne die Teilimmunität nach der Erstimpfung die Mutation des Coronavirus triggern: „Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten.“

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland den Virologen. Der Experte warnt deshalb vor neuen Lockerungen, weil diese das Risiko immens erhöhen, dass die Corona-Fallzahlen wieder steigen. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/fuenf-oeffnungsschritte-1872120

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